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No. 1. Berlin, Sonnabend den 2. Januar. 1847

Literarische Zeitung.

Diese Zeitung ist durch alle Buchhandlungen und Postämter zu beziehen. Jede Woche erscheinen 2 Nummern.
Der Jahrgang nebst Register kostet 5 Thlr.

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Mit dem jetzt beginnenden Jahrgange wird die Redaction, ihrem Streben nach möglichster Verbesserung und Vervollständigung des Inhalts getreu, den bibliographisch-kritischen Theil der Literarischen Zeitung durch regelmässig wiederkehrende von namhaften Fachgelehrten bearbeitete Uebersichten sowohl der Literatur für die einzelnen Zweige der Wissenschaft, als auch der neu gewonnenen Resultate zu heben suchen. Die Anzeigen und Nachrichten über neue Erscheinungen der Literatur im In- und Auslande werden durch Vereinigung verschiedener glücklicher Umstände planmässiger, schneller und genügender als bisher geliefert werden können. Endlich ist auch, um vielfach ausgesprochenen Wünschen entgegenzukommen, die bisher grundsätzlich beobachtete Anonymität aufgegeben und unsern verehrten Herren Mitarbeitern frei gestellt, ob sie bei den von ihnen gelieferten Beiträgen ihren Namen unterzeichnen, oder anderweit andeuten, oder endlich

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1. Historische Beiträge zur Philosophie von A. Trendelenburg. Erster Band: Geschichte der Kategorienlehre. Berlin, Bethge. 1846. XVI. u. 384 S. 8. 2 Thlr.

Weder der Ursprung noch die weitere Entwickelung der Kategorien fanden bisher eine umfassende und befriedigende Darstellung. Hauptsächlich den erstern Punkt, den Ursprung der Kategorienlehre bei Aristoteles, hat der Verf sehr gründlich behandelt. Die kleine Schrift, welche am Eingang des Organon steht, hat die Kategorien zum Gegenstand; allein dieselbe sieht durchaus abgerissen aus. Nur die Substanz, das Quantum, das Relative, das Quale sind ausführlicher erörtert: die sechs übrigen Kategorien blieben unerklärt. Das Unvermittelte, Mangelhafte dieser Darstellung hat T. aus dem System des Stagiriten zu ergänzen gesucht. In seinem Programm de Aristotelis categoriis (1833) hatte er zuerst dargethan, dass die Kategorien aus der Zergliederung des Satzes entstanden. Vorliegendes Werk ist die weitere Ausführung und Begründung dieser Behauptung. Aus dem ursprünglichen Begriff der Aussage («armyogs?v) werden die verschiedenen Richtungen, in welchen sich der Beweis bewegt, gefolgert, und diese sind die Kategorien (S. 16). Leider hat sich Aristoteles über den Grund des Entwurfs und über die Gliederung in zehn Begriffe nicht ausgesprochen. Nur so viel steht fest, dass die Kategorien die allgemeinen Prädikate sind und deshalb nicht definirt werden können. Das Mangelhafte an der Lehre findet der Verf. darin, dass nach der ganzen Anlage in den Kategorien logische Subsumtion und reale Genesis, die Aussage und das der Natur nach Frühere in einem Widerstreit bleiben (S. 189). Die vier ersten Kategorien, welche in dem Abriss allein ausgeführt sind, sondern sich nach dem Aristotelischen Gesichtspunkt des xgóregov rf póos. in folgende Reihe: oöola, xooóv, xotóv xgóg r« (S. 78). Nicht allein diese, sondern auch die übrigen sechs nimmt Aristoteles in realer Bedeutung, als Grundbegriffe, unter welche wir die Dinge fassen, weil sie ihr Wesen sind. – Allein wenn auch die zehn Kategorien aus einer Betrachtung und Zergliederung des Satzes stammen, so sind die Arten, in die sie sich gliedern, aus der Sache selbst gefolgert, ohne

dass übrigens ihr Umfang aus dem Inhalt, überhaupt aus einem Gedanken bestimmt wäre. Die ersten und zweiten Substanzen sind in der realen Betrachtung der Individuen und

Geschlechter, das Continuirliche und Discrete in dem Wesen

und der Entstehung des Quantums, die Fertigkeit (jg), das physische Vermögen, die leidende Eigenschaft, die Gestalt in der That und dem Ursprung der Qualität, die verschiedenen Verhältnisse der Relation, bald arithmetisch, bald dynamisch, bald logisch aufgefasst, in Beziehungen der Dinge und der Menschen begründet. – Nicht minder erheblich ist die bei der Kategorienlehre fast gänzlich ausser Acht gelassene Frage: wie sich der für das System des Aristoteles so wichtige Begriff der öóvaug und végysta zu den Kategorien verhält? Als gemeinsame Differenz gehen beide durch alle Kategorien durch. Der Begriff des Möglichen und Wirklichen ist kein reales Prädikat; sondern wie zunächst in der Co

pula das Sein und Nichtsein die Begriffe in Beziehung setzt

und zu ihnen hinzutritt, so wird weiter das Sein und Nichtsein selbst Substrat und es nimmt die hinzutretenden Bestimmungen des Möglichen, Wirklichen, Nothwendigen in sich auf. Wenn sich die Copula wie ein formales Element zu den Prädikaten verhält, so verhalten sich jene modalen Begriffe wiederum als formend zu dem Sein der Copula. Wenn daher Aristoteles dem Wesen der Kategorien als Prädikaten treu bleibt, so mussten im Verfolg dieser Auffassung die modalen Bestimmungen, die in der öévaug und végysta zu realen Begriffen ausgeprägt werden, eine zweite Eintheilung begründen und zu jenen hinzutreten (S. 163). – Die vom Verf geübte Kritik ist ohne Widerrede in die Frage tief eingedrungen und hat im Einzelnen meist das Richtige getroffen. Indessen haftet derselben die Einseitigkeit an, dass der Verf. die von ihm in der Logik gewählte Trennung zwischen realen und modalen Kategorien durchweg voraussetzt und zum Maassstab der Beurtheilung macht. Man fühlt es überall heraus, dass neben den realen solche Grundbegriffe angenommen werden, welche erst im Akt der Erkenntniss entstehen, indem sie dessen Beziehungen und Stufen bezeichnen, und Grundbegriffe der Dinge nur insofern werden, als diese gedacht werden (S. 364). – Einen derartigen Gegensatz, scheint uns, hat Aristoteles nicht angenommen und, wenn wir recht sehen, ist das Verhältniss der Kategorien zu

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