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EDITORIELLES.

Für jeden Arzt in Amerika, besonders aber für den deutschen muss es von ganz besonderem Interesse sein, eine europäische Kritik über amerikanische medicinische Studienverhältnisse, mit allem was darum und daran hängt, zu lesen; um so mehr, wenn sie aus der Feder eines so berufenen Beobachters wie F. von WINCKEL's stammt. Derselbe hat schon im Jahre 1888 in der Nummer 6 und folgenden der Münchener Medicinischen Wochenschrift ein Feuilleton veröffentlicht, betitelt „Nord-Amerikanische Reiseerinnerungen: vom ärztlichen Studium, Hospitälern und den ärztlichen Standesinteressen," und jetzt wieder, in den Nummern 1-5, 1894, ein solches, „Eine Studienreise in der Neuen Welt“ benannt.

Leider müssen wir es uns versagen, die beiden Artikel mit einander näher zu vergleichen, und als Facit dieses Studiums ein Stückchen Kultur- und Entwickelungsgeschichte des medicinischen Lebens hier zu Lande zu liefern. Aber dazu sind dieselben zu ungleichwerthig bei aller Hochachtung vor der scharfen Beobachtungsgabe, gerechten Beurtheilung und lebhaften Darstellungsweise des Verfassers. Es ist ihm eben gegangen, wie so gar Manchem, und es ist ja nur natürlich, dass bei einem zweiten Besuche weniger Beurtheilungen unterlaufen, die durch zufällige Wahrnehmung von Thatsachen, die nicht dem Typus entsprechen, hervorgerufen sind. Jedenfalls kommt jetzt dem Verfasser die in der ersten Artikelreihe gebrachte Studie über das ärztliche Zeitungsreclamewesen selbst etwas merkwürdig vor. Er hat derselben damals genug liebevolles Interesse entgegengebracht, um die Art des Annoncirens in acht verschiedene Gruppen einzutheilen, während er wohl heute sehr gut weiss, dass hier zu Lande kein einzi. ger anständiger Arzt annoncirt, und nur ein kleines Häuflein „Quacks“ das Contingent der Advertizers liefert, das verschwindend klein genannt werden muss gegen das jeder europäischen Grossstadt, wie Paris, und insbesondere Berlin.

Man glaube übrigens ja nicht, dass Winkel ein absprechendes Urtheil über die hiesigen medicinischen Verhältnisse fälle, im Gegen. theil, im Ganzen ist seine Auffassung eine so überschwänglich gün. stige und jedenfalls so frei von allen europäischen Vorurtheilen eines kgl. bair. wirklichen Geheimraths und ordentlichen Universitätsprofessors, dass sich jeder Amerikaner nur im Innersten darüber freuen könnte, wenn es nicht eben gerade etwas — zu überschwänglich wäre.

Wir alle kennen und verehren die hiesige Nationaleigenschaft, alles Einheimische für das Beste auf der Welt zu halten, und die wirklich grossartige Liebe der Landeskinder für „the greatest country on earth.“ So sollte man denn denken, dass die liebenswürdigste und beste Beurtheilung biesiger Verhältnisse aus amerikanischen Federn fliessen sollte; umsomehr als nur zu häufig Ausländer nach kurzer Beobachtungszeit mit ihrem ungünstigen Urtheil fertig sind. Und doch ist es das Schicksal dieses Landes, dass sein lautestes Lob von Fremden gesungen wird. Das beste Buch über „The American Commonwealth" (Bryce) ist von einem Engländer geschrieben, und jetzt ersteht den hiesigen medicinischen Schulen in Winkel ein Sänger des hohen Liedes, so dass jeder, der die Verhältnisse noch etwas genauer kennt, als Herr von Winkel, nur überrascht sein kann, wenn auch freudig.

Wie unendlich viel in den letzten Jahren hier zu Land geschehen ist, und fortwährend geschieht, um die medicinische Erziehung zu ver. bessern, und dadurch den Stand und die Stellung des Arztes zu heben, dessen sind wir uns alle mit Vergnügen und Stolz bewusst. Aber selbst der eingefleischteste Fanatiker hätte sich wohl kaum des Urtheils versehen, dass den hiesigen „noch jugendlichen, aber gross angelegten Universitäten in absehbarer Zeit eine Zukunft verbürgt“ sei, „auf die ihre europäischen Schwestern wohl neidisch werden könnten“; oder, a. a. O. „wir Europäer aber, haben schon jetzt alle Ursache, auf der Wacht zu stehen, damit nicht dereinst, während jetzt noch die jungen Aerzte in langen Zügen von drüben herüber kommen, unsre Enkel schon jenseits des Atlantischen Oceans den Schwerpunkt der Medicin zu suchen haben.“

Zur wirklichen Vergleichenden Beurtheilung des medicinischen Bildungsganges „hüben und drüben“, ist wohl kaum irgend Jemand besser geeigenschaftet, als der vorurtbeilsfreie deutsche Arzt, der das hiesige Land und dessen Verhältnisse liebgewonnen, und sich für dieselben interessirt. Eine ganz erkleckliche Anzahl derselben ist auch wirklich berechtigt die Vergleiche zu ziehen, da sie als Lehrer an Anstalten thätig sind, wo sie Gelegenheit haben, den Werth der jetzigen medicinischen Lehr- und Erziehungsmethode an den Kenntnissen der Einzelnen bis in das kleinste Detail zu prüfen. Dass die deutsche Methode bislang für die beste gehalten wurde, geht zweifellos einerseits daraus hervor, dass alle Nationen, mit Ausnahme etwa der Eng. länder, die in insulaner Verbohrtheit in ihren jetzigen mageren Jahren von dem Fette der früheren leben, zur Vervollständigung ihrer medicinischen Bildung nach Deutschland kommen; andrerseits, dass hier in diesem Lande, wo das lebhafteste Bestreben besteht, die Schulen möglichst zu verbessern, als höchstes Ziel die Erreichung der deutschen Einrichtungen angestrebt wird.

Ein Lob, das man noch nicht verdient, ist vielleicht der feinste Tadel, und jedenfalls oft der beste Sporn zu weiteren Bestrebungen.

Möge es uns gelingen, durch fortgesetzte einmüthige Arbeit die medicinische Erziehung und die Stellung des Arztes hier zu Lande dahin zu bringen, dass wir das Lob und den Neid anderer Nationen in dem Maasse verdienen, als es das Urtheil WINKEL's hinstellt, das wohl mehr die liebenswürdige Quittirung oder p. p. c. Karte des Weltmannes v. Winkel ist für erwiesene freundliche Aufnahme, als die ernsthafte Kritik des Schulmannes und Professors.

Ein Herr Dr. KEISTER schreibt in „The Journal of the Am. Med. Ass., Jan. 27, 1894“ einen wirklich amüsanten Artikel unter dem Titel: „Some things that should not be forgotten by the general practitioner.“ Von South Boston, Va. aus schüttet er in diesem in Chicago erscheinenden Blatte sein ganzes Herz aus und lässt seine volle Wuth am „Stadtspecialisten“ aus. Augenscheinlich wurde ihm von einigen Vertretern dieser Species übel mitgespielt und die „vielen hundert Dollars, die seinen eigenen bedürftigen Taschen entgehen, um in die Taschen des Specialisten zu wandern,“ kränken ihn gar tief.

Der Herr College kann „absolut. nicht einsehen, warum der Land. arzt nicht eben so Gutes leisten soll und ebenso gute Resultate erhalten“ in Laparotomieen, Staaroperation, Iridectomien u. 8. W., als der Stadtspecialist. Denn der habe ja auch keine anderen Quellen zum Lernen als der Praktiker.

„In neun Fällen aus zehn sei es pure Schofeligkeit von Seite des Arztes“ dass er sich die Instrumente nicht anschaffe – und was wei. teres braucht's ja nicht nach der Ansicht des Herrn Collegen. Und deshalb ,,sehnt er sich nach dem Tage, wo jeder Dorf und Landdoctor ebenso fein ausgestattet sein wird in Officeeinrichtungen u. 8. W., wie irgend ein Stadtspecialist und so in der Lage sein wird, seine Fälle zu Hause zu behandeln, statt sie mit geldgespickter Börse zum Stadt. specialisten zu schicken.“

Eine Arbeit Moor's betitelt: Permanganate of Potassium as an antidote for Morphine, by WILLIAM MOOR, M. D., (N. Y. Med. Record. Feb. 17, '94), verdient schon deshalb einige Aufmerksamkeit von ärzt. licher Seite, als sie an einem allgemein bekannten Beispiele einem grösseren Publikum vor Augen führt, wie innig unsere therapeutischen Bestrebungen mit der Chemie verbunden sind. Aber auch für die Aerzte selber ist die Wiederholung des längst bekannten Experimentes

dass Kaliumpermanganat manche Alcaloide schon im Reagensglase fällt resp. oxydirt oder zerstört – insofern interessant, als der Verfasser nachgewiesen hat, dass Morphin gegenüber dem Kalium permanganat eine ganz besondere Empfindlichkeit aufweist.

Wir haben einige der Proben im Reagensglan wiederholt und kön. nen nur die Angabe Moor's bestätigen: Morphin wird äusserst leicht von Kaliumpermanganat oxydirt.

Ein „Antidot par excellence“ möchten wir aber doch das Mittel nicht nennen, denn wir bezweifeln in hohem Grade, dass dasselbe in einem mit Speisen gefüllten Magen wirken wird, ausser wenn es unmittelbar nach dem Morphin geschluckt wird.

Brechmittel und Magenausspülung würden wir immer vorziehen, und zudem kommt der Arzt zu einem Morphinvergifteten gewöhnlich erst dann, wenn schon ein Theil des Giftes den Pylorus passirt hat. Jedenfalls aber wird es nach Moor's Rath ganz angezeigt sein, in einem solchen Falle eine leichte Kaliumpermanganatlösung zum Ausspülen des Magens zu verwenden.

Was die Art und Weise der Decomposition des Morphins anbelangt, so freut es uns, dass Verfasser uns in nächster Zelt darüber aufklären wird. Vielleicht gelingt es ihm sogar, eine sichere Constitutionsformel für das Morphin aufzustellen, denn eine solche ist doch zum Verständniss eines derartigen Oxydationsprocesses nothwendig.

Für andere Alcaloide, welche Moor untersuchte, bewährt sich die Oxydationswirkung des Kaliumpermanganats nicht. Wir möchten aber hinzufügen, dass Chininum muriaticum ähnlich reagirt.

Auf alle Fälle würden wir Magenausspülungen mit Permanganat den Vorzug geben vor solchen mit Tannin, welches unsicher wirkt und die ganze Magenschleimhaut gerbt.

Zum Schlusse bitten wir den Herrn Verfasser, mit seinen erfolg. reichen Untersuchungen fortzufahren. Aber eines sei noch betont : Solch wichtige Experimente gehören in's Reagensglas und nicht in den Magen. Wir haben so zuverlässige qualitative Morphinproben, dass Moor besser diese als Beweismittel zu Hülfe gezogen hätte, als seinen Körper. Wir kennen die Constitution des Experimentators nicht und wissen nicht, wie rasch er sich bei den nothwendigen, öfteren Experimenten gegen das Morphin abgestumpft hat und bitten ihn, nicht sich selber zum Märtyrer zu machen, sondern sich der allgemein bekannten und beliebten wissenschaftlichen Dulder zu bedienen, des Kaninchens und des Frosches !

Freilich muss man die Dosirung des Morphins für Kaninchen, Hunde und andere Experimentirthiere kennen, oder in Büchern über Toxikologie nachsehen, bevor man mit Thierexperimenten etwas beweisen will. Diesen Punkt hebt auch Dr. GLENN ANDREWS in einer Zuschrift an den Medical Record hervor. Er sagt darin ganz richtig, dass — nach seinen Experimenten — „Hunde oft ganz enorme Dosen Morphins ertragen.“ Die Hunde reagiren ungemein verschieden auf dieses Gift; mittelgrosse ertragen wohl meistens eine Gabe von 10-60 Centigramm, doch haben wir schon öfters kräftigen Hunden 1 Gramm und mehr gegeben, um dann bei Operationen eine gute Narcose mit Chloroform zu erzielen. Es ist diese grosse Toleranz der Hunde dem

Morphin gegenüber eine altbekannte Thatsache, und insofern wären A.'s Versuche nicht gerade nothwendig gewesen.

Dr. ANDREWS ging in seinen Experimenten so weit, das Kaliumpermanganat subcutan zu verabreichen. Nun, sogar Dr. MOOR scheint auf eine solche Idee nicht gekommen zu sein. Was soll denn das Antidot subcutan wirken ? Höchstens dann dürfte es von Nutzen sein, wenn es direct an die gleiche Stelle gebracht würde, wie wenige Minuten vorher das Morphin. Wer sich darüber klar ist, dass Kaliumpermanganat nur in Folge seiner Oxydationswirkung unter Umständen ein Antidot für Morphin genannt werden kann, der wird ihm so übernatürliche Kräfte nicht zutrauen !

Noch einmal heben wir hervor: so wichtige Veröffentlichungen wie diejenige von MOOR sein möchte, sollten auf solider Basis aufgebaut und nicht so leichtfertig in der Tagespresse ausposaunt werden; denn wer leidet unter derlei Vorkommnissen, wie sie Herr Moor heraufbeschworen? - Das Ansehen unseres ganzen ärztlichen Standes wird dadurch geschädigt. Und dass sogar die speziellen Collegen des Herrn MOOR, die Herren Aerzte vom Deutschen West-Side Dispensary, ihn in einem Briefe an das New York Medical Journal verleugnen, beweist nur noch mehr, wie vorsichtig man solchen Publikationen gegenüber sein muss. Der Brief lautet in deutscher Uebersetzung: An den Herausgeber des New York Medical Journal.

In einer besonderen Zusammenkunft des Medical Board des Westside German Dispensary am 17. Februar 1894 wurde beschlossen, dass der Präsident beauftragt werde, dem New York Medical Journal und Medical Record mitzutheilen, dass der Medicinische Verwaltungsausschuss (Medical Board) des genannten Dispensarys alle Kenntniss, Mitschuld und Verantwortlichkeit an den Artikeln ablehnt, welche neulich in der Tagespresse erschienen betreffend Vorkommnisse im genannten Dispensary.

(Gez.) FERD. C. VALENTINE, President of the Medical Board of the

West-side German Dispensary.

Ein ergötzliches Artikelchen benannt “ Eclectics as Life Insurance Examiners” ist uns von dem Herrn Verfasser I. K. SCUDDER, M, D., Cincinnati, zugegangen. Derselbe bat sämmtliche Lebensversicherungsgesellschaften der Vereinigten Staaten auf Ehre und Gewissen gefragt, ob sie auch Eclectiker als “insurance examiners ” anstellen, in einem solchen Tone, dass ein Geschäftsführer einer Versicherungsgesellschaft in einem Antwortschreiben, das der Verfasser merkwürdigerweise selbst veröffentlicht, den Herrn Doktor darauf aufmerksam macht, dass sein Brief eigentlich ein Drohbrief gewesen sei. Den Schluss bildet die Veröffentlichung eines Beschlusses, auf Antrag von Dr. SCUDDER, der National Eclectic Medical Association, dass sie „gegen die ungerechte Discriminirung gewisser Lebensversicherungsgesellschaften gegen die Anstellung von Eclectikern als untersuchende Aerzte kräftig protestiren, und sich gegenseitig verpflichten, bei keiner derartigen Gesellschaft sich zu versichern, und dass jeder Arzt alle ehrenhaften Mittel anwenden wird, um seine Freunde und Bekannten von der Versicherung bei solchen Gesellschaften abzuhalten, wenn derartige Einschränkungen nicht aufgehoben werden."

Die Herren sind sich augenscheinlich nicht klar darüber, dass ein derartiges Vorgeben nichts mehr und nichts weniger als Boycott ist, und sie auf eventuelle Klagestellung hin in recht unangenehmen Con. flict mit dem Gesetz kommen können, eine Thatsache, an welche der unmittelbar darunter gedruckte Brief des Herrn SCUDDER, indem er ausdrücklich versichert“ we shall not boycott" durchaus nichts ändert. Die Sache der Herrn von der eclectischen Schule muss ziemlich übel stehen, wenn sie zu solchen Hilfsmitteln greifen müssen, um sich die heissersehnte Anerkennung zu verschaffen. Es heisst eben hier wie. der: „Deine Sache muss übel stehen, O Freund, denn Du wirst grob.“

REFERATE.

Augenheilkunde.-Referirt von Dr. E. FRIDENBERG.

1. Can Loss of the Eyes by Ophthalmia Neonatorum Always be Pre

vented ? By B. Alexander Randall, M. D., Philadelphia, Pa. (Transactions of the American Ophthalmological Society, 1893, Vol. VI., Part III., page 568.)

Ein äusserst schwächliches Kind anscheinend gesunder Eltern, des. sen Mutter jedoch durch Erbrechen u. s. w. während der Schwangerschaft stark herunter gekommen war, litt bei und nach der Geburt an Gelbsucht, allgemeiner Hautabschuppung, blutigmukösem Ausfluss aus Anus und Vulva und Erbrechen gallenfarbigen Schleimes. Obwohl bei der Mutter Leukorrhoe fehlte und die Augen wiederholt mit Borlösung gereinigt worden, entwickelte sich am 4ten Tage eine Augenblenorrhoë, welche trotz gewissenhafter, ja aufopfernder Behandlung durch den Verfasser, an dessen Kompetenz nicht zu zweifeln ist, zu Hornhautschwund mit beiderseitiger vollständiger Blindheit führte. R. glaubt, dass die behandelnden Aerzte – er selbst wurde erst am 10ten Tage hinzugezogen - kein Vorwurf treffen kann und legt Protest ein gegen einen im Century Magazine, Dec. 1892, erschienenen “ Open letter" von Dr. Swan M, Burnett. Der Brief beginnt wie folgt:

„Laut Volkszählung vom Jahre 1880 gab es zur Zeit in den Verei. nigten Staaten 50,000 Blinde. Mindestens 15,000 hiervon sind blind geworden in Folge einer gewissen Entzündung, welche die Augen Neugeborener befällt. Statistische Erhebungen rechfertigen die Behaup. tung, dass nicht ein einziger dieser 15,000 Individuen blind geworden wäre, wenn passende Behandlung frühzeitig eingeleitet worden wäre.“

(Im Allgemeinen gestattet die Ophthalmia Neonatorum bei frühzeitiger Behandlung und widerstand-fähigem Kranken eine günstige Prognose. Der Ausbruch der Krankheit kann in der Mehrzahl der Fälle, wie zur Genüge aus den Berichten der verschiedensten Kliniken und Gebäranstalten erhellt, durch die Prophylaxis nach Crédé -- sorgfältige Reinigung der Augen und Einträuflung eines Tropfens einer zweiprozentigen Höllensteinlösung — verhindert werden. Trotzdem ist R.'s Protest wohlberechtigt. Sehr schwere Fälle dieser, wie jeder Krankheit, trotzen oft der sorgsamsten Behandlung und bei schwächlichen Kindern kann man von therapeutischen Massnahmen überhaupt wenig erwarten. Die Behauptung, Jedem der an Ophthalmia Neonatorum Erblindeten hätte das Augenlicht erhalten werden können, ist absurd. In einer für Laien bestimmten, vielgelesenen Monats. schrift kann dieselbe, da sie allgemein anerkannte Thatsachen zu enthalten vorgiebt, viel Unheil anrichten und manchem unschuldigen Augenarzte einen bösen Prozess auf den Hals laden. Als Entschuldigung für BURNETT dürfte angeführt werden, dass seine und anderer Ophthalmologen langjährige Bemühungen, für an den Augen lei. dende Neugeborene gesetzlich Fachbehandlung zu erwirken, nur in

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