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ing the cause, and, if possible, of adopting some means to prevent the further spread of the disease.“ Dass viele Menschen Diplococcen im Munde haben war bekannt, ebenso dass dieselben im Meningealexsudat gefunden werden, und ebenso, dass arme Bergleute gedrängt und schmutzig bei einander wohnen, und dass Aborte in Cysternen und Brunnen gelegentlich überfliessen - nicht aber was die Epidemie von Lonaconing bedingte. Der Bericht der Verfasser ist sehr interessant, namentlich für den Pathologen, denn er bestätigt ihm Altbekanntes, der Hygieniker aber bleibt enttäuscht und der Epidemiologe ebenfalls, denn nach diesem Bericht machten die Verfasser keinerlei Versuche, der Massenverbreitung der KrankheitsUrsache nachzuforschen, obgleich sie desshalb ausgesandt waren. Ihr Auftrag bestand nicht darin zu bestätigen, dass der Diplococcus lanceolatus die wahrscheinlichste Ursache der Cerebroschinal-Meningitis war, sondern den Versuch zu machen, die Ursache zu ergründen, warum dieser Pilz in so beschriebener Gegend in solchen Massen in die Meningen der Einwohner Lonaconing's gelangte, um diese Massenwir. kung (Epidemie) hervorzurufen. Dieser Auftrag wurde, an der Hand des Berichtes der Verfasser und angesichts der modernen epidemiologisch-bacteriologischen Forschungen der Neuzeit, einfach ignorirt. Möglich, dass die Schuld dieser Unterlassung nicht bei den Verfassern liegt, die Thatsache aber ist nicht umzustossen.

TTAUER,

Gynaekologie.-J. BRETTAUER. 1. “Zur Behandlung der Gonorrhoe” von Dr. Rob. Asch. (Breslau.)

In Anbetracht der Hartnäckigkeit, mit welcher der Gonococcus allen unseren zu Gebote stehenden Behandlungsweisen Widerstand leistet, dürfte gewiss jeder Fortschritt auf diesem Gebiete willkommen und der Beachtung werth sein. Bekanntlich sind es hauptsäclich die Schleimhäute der Urethra und des Uterus, die gonorrhoisch erkrankt, eine längere Behandlung erheischen, deren Princip in der Vernichtung des Gonococcus bei gleichzeitiger Erhaltung der Schleimhaut besteht. Die Methode, die uns A. nach fast zweijähriger Beobachtung mittheilt, besteht in ihrem Wegen in der Art und Weise, wie das Medikament mit der erkrankten Schleimhaut in Kontakt gebracht wird. Angeregt durch Versuche von Chotzen bei der männlichen Gonorrhoe, versuchte A. die Endometritis gonorrhoica mittelst Injektionen von Medicamenten in Salbenform zu bekämpfen. Zwei- bis dreimal wöchentlich wird mittelst einer eigens dazu construirten Spritze, der Braun'schen ähnlich, eine geringe Menge von

Alumnol 7.5
Lanolini 100.0
Aquae dest.

Glycerin aa 25.0 eingesprizt. “Die Salbe wird durch Uteruscontractionen erst recht auf alle Theile der Schleimhaut verschmiert, und kann so, ohne zu reizen, ihre Wirkung dauernd entfalten."

Die Salbenbehandlung lässt sich bei Urethritis nicht gut durchführen, wesshalb A hier zu der alten Methode der Einspritzungen wässe. riger Lösungen zurückgekehrt ist; er verwendet hier 1-2%ige Lösungen von Alumnol, 6-8 mal täglich wiederholt. 2. „Ueber Vaginofixatio uteri.“ Von Dr. G. v. Knorre. (St. Petersb.

med. Wochensch., 1893, No. 44 )

Verf. berichtet über die Dauerresultate, die an der Kuostner'schen Klinik in Dorpat mit der Mackenrodt'schen Operation erlangt wurden, Dieselben sind durchaus unbefriedigend und sprechen gewiss nicht zu Gunsten der Operation. Von 29 Fällen werden 5 wegen zu kurzer Beobachtungsdauer ausgeschaltet; unter 24 Fällen sind nur 9 Lagecorrecturen zu verzeichnen, während in den übrigen 15 Fällen der Uterus meist schon binnen kurzer Zeit wieder retroflektirt war. Diese wenig erfreulichen Resultate verglichen mit den glänzenden Mackenrodt's, finden ihre Erklärung in der strengen Kritik, die bei Controlle der gewonnenen Lage geübt wurde.

Nach diesen Ergebnissen scheinen die Schlussfolgerungen die Verf. zieht wohl etwas zu milde; dieselbe sind folgende:

1. Indicirt ist die Operation bei allen Fällen mobiler Retroflexion, die durch ein Pessar nicht in normaler Lage zu erhalten sind.

2. Indicirt wäre dieselbe bei allen Fällen von mobiler Retroflexion, welche mit Dammdefekten, Lacerationsectropien, Cervixrissen etc. combinirt sind, wo also der Pessartherapie die Behandlung jener Com. plikationen vorausgehn müsste.

3. Indicirt wäre das Verfahren in allen Fällen mobiler Retroflexion, wo das Pessar dauernd getragen werden muss. Contraindicirt ist dasselbe bei allen frischen Fällen von mobiler Retroflexion Wo eine Heilung von einer Pessartherapie binnen Kurzem erwartet werden kann; bei allen fixirten Retroflexionen; bei Uterus Prolapsen. 3. „Abortion in the Earliest' Weeks--Its Treatment.“ By Charles H.

Bushong, M. D. (Virg. M. Month., Dec. 1893.)

In kurzer Einleitung betont Verfasser die Gefahren, die sowohl von der Uebersehung eines frühen Abortes, als auch von der ungenügen. den Behandlung eines solchen erwachsen können. Genaue Anamnese und gründliche Untersuchung werden in allen Fällen den Arzt in den Stand versetzen, entscheiden zu können ob es sich überhaupt um einen Abort handele und in welchem Stadium sich derselbe befinde. Beim drohenden Abort muss der Versuch gemacht werden, denselben aufzuhalten, und zwar durch absolute Ruhe, Opium und Chinin in grossen Dosen. (?) Bei jenen Fällen sowohl, bei denen die Verhütung nicht mehr möglich, als auch bei unvollständiger Entleerung des Uterus, ist die sofort einzuleitende Behandlung eine rein chirurgische. Verfasser beschreibt ausführlich die Art derselben und weicht nicht wesentlich von der allgemein üblichen Methode ab.

Im Grossen und Ganzen enthält der Aufsatz wenn auch nichts Besonderes, so doch gewiss einzelne werthvolle Anhaltspunkte für praktische Aerzte. Zu diesen möchte Referat allerdings nicht die Verabreichung von Ergot bei Blutung in Fällen, die noch zu verhüten sind, rechnen, noch auch den ausgedehnten Gebrauch des Chipins, dessen schwefelsaures Salz, nach Verfassers Angabe, das Ergotin in seiner geburtshülflichen Praxis verdrängt hat. 4. „Ligation of the Uterine Arteries for the Cure of a Fibro-Myomatous

Tumor of the Uterus“. By Hermann J. Boldt, M. D. (N. Y. Journal of Gyn. and Obst., Vol. IV., No. 2.)

Bei dem Referate über die Arbeit von GOTTSCHALK (N. Y. Med. Monatschr., 1893, No. V.) in der er, gestützt auf histologische Unter. suchungen, die Ligatur der Arteriae uterinae als zweckmässige Therapie der kleinen Uterusmyome empfiehlt, hat Ref. in einer etwas skeptischen Schlussbemerkung die Brauchbarkeit des Verfahrens ange. zweifelt. Seitdem haben sich jedoch die Erfahrungen gemehrt und die Resultate sind den Erwartungen entsprechend gute. B. theilt uns mit, dass schon vor Gottschalk ein amerikanischer Arzt, Dr. W. B. DORSETT, die Methode angerathen und ihm daher die Priorität gebührt. B. hat bei einem ca. hühnereigrossen Tumor der hintern Uteruswand die beiden Arterien, ohne sie zu isoliren, en masse unterbunden, und acht Monate nach der Operation keine Spur der Geschwulst mehr gefunden. Blutungen und Rückenschmerz haben aufgehört, die Men. struation ist normal. Dieser unzweifelhaft ausgezeichnete Erfolg, spornte zu weiteren Versuchen an. B. würde die Methode bei Tumoren die ca. 2–3 Querfinger über die Symphyse reichen noch probeweise ausführen.

5. What are the Indications for a Vaginal Examination ? By Edwin B.

Cragin, M. D. (Med. Rec. March 3, 1894.)

Es ist nicht die Absicht des Verfassers, in diesem kurzen Aufsatze die Bedingungen für eine vorzunehmende vaginale Untersuchung erschöpfend anzuführen, vielmehr macht er aufmerksam auf jene Fälle, in denen die Unterlassung einer solchen nachtheilige Folgen haben kann.

Verfasser ist im Grossen und Ganzen gegen die locale Untersuchung junger Mädchen. Abgesehen von illegitimer Schwangerschaft, sind es gewöhnlich angeborene Erkrankungen, resp. Entwickelungsfebler der Genitalien, sowie Fälle von schwerster Dysmenorrhoe, die eine vaginale Untersuchung in Narkose erheischen.

Verheirathete Frauen sollen bei eingetretener Schwangerschaft, und nicht erst bei beginnender Geburt untersucht werden. Vor Entlassung der Wöchnerin soll jedesmal untersucht, und wenn möglich 2-3 Monate später die Untersuchung wiederholt werden. Bei Menorrhagie und Metrorrhagie soll nicht erst durch Verabreichung interner Mittel, wie Hydrastis und Ergot, eine Blutstillung versucht, vielmehr sofort der locale Befund aufgenommen, und erst darnach gehandelt werden. Für Fälle von unregelmässigen Blutungen während des eintretenden Climakteriums macht Verfasser dringend aufmerksam, auf die so weitverbreitete und so unglückselige Ansicht dass atypische Blutungen ein Symptom des beginnenden Wechsels seien, und ermahnt den praktischen Arzt gerade hier sofort zu untersuchen, um eine eventuelle maligne Neubildung in ihrem Beginne zu erkennen, Nur dadurch liesse sich die Zahl der inoperablen Uteruscarcinome bedeutend verringern.

Chirurgie.-Referirt von Dr. Otto KILIANI. 1. The Surgery of the Ureters; a Clinical, Literary and Experimental

Research. By Weller Van Hook, A. B., M. D.. Prof. of Surgery, etc. (Journal of the American Medical Association, Dec. 1893.)

Eine klar geschriebene, fleissige, werthvolle Arbeit mit genauer Kenntniss der moderneren Litteratur über diesen Gegenstand und eigenen Experimenten über Vereinigung durchtrennter Ureteren und deren Implantation in die Blase, und in die Haut nach aussen, in die Vagina, Dünndarm und Rectum.

Seine Uretervereinigungsmethode bei completer querer Durchtren. nung besteht darin, dass das obere Ende, das vom Lumen aus nach oben { Zoll gespalten ist, in das unterbundene und darunter mit einem seitlichen Fensterschlitz versehene untere Ende eingenäht wird mittelst einer Matrazennaht-Fadenschlinge. Dieselbe ist von Kelly (Johns Hopkins) practisch erprobt mit completem Erfolg in einem Falle wo der Ureter bei einer Uterusmyomexstirpation durchschnitten und nach dieser Methode vereinigt wurde.

Bei completer querer Durchtrennung mit Substanzverlust schlägt er die Bildung eines Blasendivertikel's vor, indem ein extraperitonealer Lappen aus der vorderen Blasenwand nach oben geklappt und röhren. förmig zusammengenäht wird, um so das Ureterende zu erreichen, Hierauf Implantation.

Von seinen vielen Schlussfolgerungen, die in sehr übersichtlicher Weise angeordnet sind, heben wir noch folgende, als uns besonders wichtig erscheinende, hervor:

Längswunden des Ureters an irgend einem Punkt heilen, wenn nicht septische Processe schon bestehen, ohne Schwierigkeit unter Drainagebehandlung.

Bei aseptischen Operationslängswunden bei Laparotomien soll die Naht ausgeführt werden.

Kuester's Vereinigungsmethode und Rydygier's Ureteroplastik sind beide in geeigneten Fällen berechtigt.

Die Implantation der durchtrennten Ureterenden in eine ausge. schaltete Dünndarmschlinge nach Fenger und Bacon (unabhängig von einander) ist zu verwerfen.

Symphysiotomie ist bei allen diesen plastischen Operationen entschieden anzurathen.

Die Implantation eines oder beider Ureteren in das Rectum ist absolut zu verwerfen ;

Ebenso die Unterbindung des Ureters um Nierenatrophie herbei. zuführen;

Ebenso die Exstirpation einer gesunden Niere wegen Ureterverletzung oder Erkrankung, solange irgend eine andere Methode anwendbar ist.

2. Operative Surgery of the Gall-Tracts, with Original Report of Seven

teen Successful Cholecystenterostomies by Means of the Anastomosis Button. By John B. Murphy, M. D., Chicago, Ill. (Medical Record, 1894, No. 2 und 3.)

Eine hochbedeutende, sehr interessante Arbeit, die mit Fleiss und Litteraturkenntniss zusammengestellt ist und so noch wesentlich mehr bietet, als blos eine werthvolle Mittheilung aus der reichen Erfahrung des Verfassers.

In klarer, schöner Sprache bringt M. zunächst eine sehr hübsche topographisch anatomische Studie über die Gallenblase, die manche practische Punkte für den Operateur enthält, so z. B. über die gegenseitige Lage von Ductus hepaticus, Arteria hepatica und Vena hepatica, die in der angegebenen Reihenfolge untereinanderliegen, ein Moment, das die Unterscheidung von Ductus und Vene, die sich sonst so gleichen, sehr erleichtert. Oder über die Länge von Gallenblase, ductus cysticus und duct. choledochus zusammen, die 64-87 inch beträgt, was bei der Sondirung auf Verschlüsse sehr wesentlich ist zu wissen.

Hierauf behandelt M. die Physiologie der Gallenblase, die er auf Grund angestellter Experimente an Thieren, von denen er eines (Hund) anführt, ganz originell auffasst entgegen der sonstigen Annahme. Er verwirft Landois' Erklärung: Galle wird fortwährend abgesondert, ein Theil jedoch wird aufgestapelt in der Gallenblase und während der Verdauung reichlich entleert, und stellt dafür die Behauptung auf: Die Gallenblase ist der Controll oder Ventilapparat für die Spannung der circulirenden Galle (controller or governor“ - governor: excentri. scher Kugelregulator bei Dampfmaschinen, auch Regulator genannt). Sein Hauptbeweisgrund ist unter anderen, dass eine gesunde Gallen

blase noch nie bei Operationen oder Sectionen leer gefunden worden sei.

Für die ihrer Häufigkeit nach geordneten sechserlei verschiedenen pathologischen Zustände, nämlich : 1. Gallensteine in

a) der Gallenblase,
b) dem Ductus choledochus,
c) dem Ductus cysticus,
d) dem Ductus hepaticus,
e) im Divertikel,
f) mit ulcerativer Perforation in die Peritoneal.

höhle,
2. Cholecystitis, Empyem, Hydrops,
3. Pankreascarcinom,
4. Neubildung an den Ducti,
5. Carcinom der Gallenblase,

6. Verletzungen, bringt Verfasser dann die zehn verschiedenen Operationen am Gallensystem, nämlich

1. Punction der Gallenblase, die er absolut verwirft,

2. Incision der Gallenblase, ohne weitere operative Massnahme. Hierzu gehört die Drainage der Gallenblase mittelst Drainrohr oder der ,,Button tube drainage“ des Verfassers, wobei der weibliche Theil des allgemein bekannten Murphy button in eine lange Röhre ausgezogen ist. Bericht zweier hierher gehörigen Fälle. Heilung.

3. Einnähung der Gallenblase mit secundärer Incision (zweizeitige Cholecystostomie). Aufzählung aller bisher so operirter Fälle. Eine verlassene Operation, Riedel allein führt sie noch aus.

4.) Einzeitige Cholecystostomie. Einnähung der Gallenblase mit sofortiger Eröffnung. Verfasser hat zu den 120 Fällen, die COURVOISIER zusammengetragen, und den 12 von RIEDEL, noch 69 hinzugesammelt, was die Zahl auf 201 bringt. Auch er hält die Lawson Tait'schen Fälle für am unsichersten zur Verwendung in Statistiken, wegen der oberflächlichen und unwissenschaftlichen Art in der sie beschrieben. Mortalität 19 Prozent. Hier empfiehlt M, einzeitige Cholecystostomie mit Murphy button. Verfasser zieht übrigens der Cholecystostomie die Cholecystenterostomie entschieden vor, wenn deren Ausführung irgendwie möglich ist.

5.) Incision der Gallenblase, Entleerung, Einnähung, Extraperi. toneale Vernähung der Incision. Die Operation ist überhaupt nur viermal gemacht worden und ist verlassen.

6.) Cholecystendysis - ideale Cholecystotomie. 35 Fälle gesammelt mit 23 Prozent Mortalität. Todesursache kein einziges Mal Nachgeben der Naht, wie LANGENBUCH und Tait so sicher prophezeit. Die Operation ist nicht zu empfehlen.

7.) Cholecystenterostomie. Gallenblasendarmfistel - Gallenblasen. darmanastomosis. Wegen der ausserordentlichen technischen Schwierigkeit dieser Operation, in der alle Operateure übereinstimmen, empfiehlt Verfasser seinen ,,anastomosis button,“ der nach seiner Anschauung alle Indicationen erfüllt.

Technik der Operation.-Dreizölliger Hautschnitt, parallel der Medianlinie, 2 Zoll rechts davon am Rippenbogen anfangend ; Gallenblase und Duodenum werden in die Wunde gezogen. Ausstreichen des Duodenum, Anlegen von Darmklammern, Tabaksbeutelpaht um die zu machende Incision, welche zweidrittel des Knopfdurchmessers betragen soll. Dasselbe an der Gallenblase. Einführen der beiden Knopftheile, Zusammenführen der Naht, Entfernung der Klammern, Schliessung der Knopftheile mit den Fingern. Bei genügend ange

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