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Placenta praevia complicirt, befürchtete sie dasselbe wieder. Unter. suchung ergab unpassirbare Vagina. Auf Fragen ergab sich, dass die letzte Entbindung mit der Zange geschehen. Die Stenose geschah durch einen Narbenwulst an der binteren Wand. Bei starkem Druck auf den Unterleib konnte man einen Tropfen Blut durchsickern sehen. Eine an diesem Platz eingeführte Sonde mit. nachfolgendem Dilatator (SIM's Uterin Dilatator) liess einen Haematokolpos erkennen in Folge von Stenosis durch Narben. Mit dem Uterin Dilatator konnte Raum gemacht werden, um das Blut abzulassen und zu irrigiren. Die Stenosis befand sich etwa in der Mitte der Vagina. Nach der Dilatation wurde der Narbenwulst eingeschnitten, einige Erhebungen abgetragen und durch das grössere Leonard Speculum dilatirt und mit Bismuthum subgallatum behandelt. Der Blutabgang kann nur durch die unwillkürliche Anwendung der Bauchpresse erklärt werden und das zweite Mal war die Accumulation schon so bedeutend, dass sie den Wiederstand des Narbenwulstes überkam. Heilung erfolgte ohne Zwischenfall.

EDITORIELLES.

Der internationale medicinische Congress in Rom ist zum Abschluss gekommen. Dass derselbe dort abgehalten wurde, ist um so gerechtfertigter, als die Italiener in den letzten Jahren entschieden in die vordersten Reihen der wissenschaftlichen Arbeiter getreten sind. Ihre hervorragenden Leistungen sowohl auf physiologischem und bakteriologisch-therapeutischem als auch chirurgischem Gebiete wären wohl schon früher zu allgemeiner Anerkennung gekommen, wäre nicht die Sprache bis zu einem gewissen Grade daran hinderlich gewesen. Es ist eine eigenthümliche, aber nicht zu leugnende Thatsache, dass nur eine verschwindend geringe Anzahl von Aerzten Italienisch liest, während Französisch und Englisch den deutschen Collegen doch meist geläufig genug ist, um die Litteratur verfolgen zu können. Trotz aller vorzüglich geleiteten Centralblätter, die die gesammte Litteratur in Auszügen bringen, müsste also der moderne Arzt Italienisch heute entschieden zu den Sprachen rechnen, die er sein eigen nennen kann. Denn das Zeitalter der Gelehrtensprache liegt doch wohl mit dem grauen Mittelalter begraben, wenn es auch an modernen Wiederbelebungs versuchen nicht gefehlt hat, die aber, wie auch so oft in der Praxis, erfolglos blieben. Russisch zu können (Russland ist das nächste Land für den internationalen Congress) verlangen jedoch sogar die Russen selber nicht von uns. Deshalb veröffentlichen sie auch ziemlich regelmässig ihre Arbeiten in deutschen medicinischen Blättern. Denn in einem russischen Archiv wären sie wohl zu gut und sicher verwahrt und vor jeder europäischen Neugierde sicher.

Auffallend ist wie wenig uns diesmal die Tagespresse über den römi. schen Congress auf dem Laufenden gehalten hat. Während wir sonst daran gewohnt sind, alles Medicinische in einer oft unerwünschten Weise in den Blättern breitgetreten zu sehen, kamen uns diesmal, ausser einigen Notizen über hervorragende Theilnehmer, nur äusserst magere Nachrichten zu. Vielleicht hångt es damit zusammen, dass die Brotheiligung von hier aus eine so sehr schwache war, und das internationale Interesse der Amerikaner ist ja bekanntlich nicht sehr heftig.

Eine der Mittheilungen, die uns zukam, war, dass die beiden italienischen Majestäten die Vertreter und Mitglieder des Congresses persönlich empfingen und bei Gelegenheit einer „Reception“ durch liebenswürdigen Verkehr mit denselben ihr Interesse am Congress bekundeten. War diese Höflichkeit auch von diesem „relativa recht demokratisch gesinnten und äusserst populären Königspaare zu erwarten, so bekundet es doch eine Hochschätzung des Standes, der sonst entschieden von den academischen Carrièren am wenigsten offentliches Ansehen und Stellung geniesst.

Der Architectural League hat kürzlich eine Discussion in einer seiner Versammlungen gehabt über hohe Gebäude. Einer der Sprecher, selbst ein ,,Cliffdwelling. Erbauer, sprach seine Ansicht dahin aus, dass die Frage hoher Bauten und deren Vorzüge und Nachtheile für die Bewohner derselben und die Stadt im allgemeinen ihre Lösung selbst finden werde und jedenfalls keiner gesetzlichen Einmischung bedarf. Dies mag vom architectonischen Standpunkte aus richtig sein. Vom hygienisch-medicinischen aus ist es sicher falsch, wie die Erfahrung lehrt. Bei der Lage New Yorks, die eine Ausdehnung ihres Gebietes nicht wie bei anderen Städten gestattet und bei dem daraus resultiren.

den hohen Werthe des Grundeigenthums ist es nur zu begreiflich, dass der beatus possidens den Grund verdoppelt und verdreifacht durch entsprechendes „himmelfegendes“ Aufbauen (das Grundeigenthum liegt eben dann nur in einer anderen Ebene), solange er nicht gesetzlich daran verhindert wird. Bei der enormen Macht, die die Gesundheitsbehörde hier hat, sollte es ein leichtes sein, die Interessen der Stadtbevölkerung in dieser Frage zu vertreten, eventuell die Ein. bringung eines entsprechenden Gesetzes anzuregen und dasselbe durchzusetzen. Das einzigo Hinderniss, das übermässig hohen Bauten bis jetzt in den Weg gelegt wird, entsteht durch die Versicherungsgesell. schaften, die jedes folgende höhere Stockwerk nur zu einer sehr viel höheren Prämie versichern. Trotzdem scheint sich das Geschäft noch zu rentiren.

Dient ein solcher Bau zu Wohnzwecken, so kommt demselben eine ganz allgemeine falsche Vorstellung, die auch vielfach unter Aerzten geläufig, zu Gute, nämlich, dass die Luft desto besser ist, je höher oben man wohnt, während es längst nachgewiesen ist und in jedem Schulbuch über Hygiene zu lesen ist, dass in jedem Gebäude Kellerluft circulirt, wogegen alles Ventiliren mittels Fensteröffnen etc. nahezu ir. relevant ist. So bekommt also der Bewohner des sechsten Stockes die von den Insassen der fünf unteren Stockwerke verbrauchte Luft zu athmen und so fort in arithmetischer Reihe!

Der einzige Vortheil des höheren Stockwerks, mehr Sonne zu bekommen, was bei der unglücklichen Anlage New York's von Nord nach Süd ja auch nur der Hälfte der Häuserfronten gegeben ist, fällt natürlich sofort weg, sobald genug hohe Häuser aufgeführt werden.

Betrachtet man die Schlotbauten hier oder gar in Chicago, so klingen die deutschen baupolizeilichen Gesetzesvorschläge, die jetzt für das ganze Reich angenommen werden sollen, fast wie Märchen.

Daselbst heisst 2 6:

„Die Höhe der Gebäude ist so zu bemessen, dass allen nothwendigen Fenstern von Wohnräumen das Licht von der dem Fenster entgegengesetzten Seite in einem Einfallswinkel von nicht über 45° zukommen kann. Die grösste zulässige Höhe ist 20 m.

2 10. Alle Wohnräume müssen in's Freie gehende Fenster im Verhältniss von mindestens 1 qm. Fensteröffnung auf 40 kbm. Rauminhalt erhalten,

216. ...... In jedem Gebäude, in welchem mehrere Familien wohnen......muss......auf jeden erwachsenen Bewohner mindestens 10 kbm., auf jedes Kind unter 10 Jahren mindestens 5 kbm. Wohnraum jederzeit nachgewiesen werden ....etc.

Jedenfalls wäre es hohe Zeit, dass auch hier das Verhältniss zwi. schen Höhe der Gebäude und Breite der Strasse gesetzlich geregelt würde. Bei der bekannten Langmüthigkeit unserer guten New Yorker ist dies jedoch kaum zu erwarten.

Der Aufruf der „American Association for the Spread of Knowledge upon the Extent and Existing Methods of Vivisection", den ja wohl alle unsere Herren Collegen auch erhalten haben, ist in der ganzen medicinischen Presse sehr wohlwollend besprochen worden. Wir hätten den Herren Redacteuren die Selbstausstellung eines solchen Ar. muthszeugnisses nicht zugetraut, dass sie sich mit dem Satze einverstanden erklären :

“Believing on good evidence, which we shall be happy to submit to you, that vivisection is often practiced in a needlessly cruel manner, convinced that many abuses exist which could be reformed without any loss to science, knowing that the young student passes through a

period of insensibility to the sight of suffering, a condition from which the mature physician is fortunately exempt, we solicit your co-operation in our efforts to save animals from useless torture.”

Wir haben uns an den Secretär, 58 W. 57th Str., zweimal mit der Bitte gewandt, uns gütigst die „good evidence which we shall be happy to submit to youzu übermitteln, haben aber keine Antwort erhalten.

Wahrscheinlich besteht die ganze Gesellschaft mit dem langathmigen Titel aus einem einzigen harmlosen „Crank,“ der hierdurch an der Verbesserung der Welt mitarbeiten will.

REFERATE.

Innere Medizin.-Referirt von DR. RICHARD STEIN. 1. A Statistical Record of Five Thousand Cases of Small-Pox. Wm.

Welch, M. D., Philadelphia. (N. Y. Medical Journal, March 17th,

1894.) Von Geimpften starben 16 Prozent; von Ungeimpften, 58 Prozent Von Leuten mit deutlicher Impfnarbe erkrankten 10 Prozent; mit undeutlicher Impfnarbe, 27 Prozent. Alles sprach für die Wichtigkeit der Impfung als Prophylaxe gegen Blattern. Unter Amerikanern, Irländern und Deutschen, zeigen letztere den leichtesten Verlauf, weil in Deutschland nur frische Kälbervaccine gebraucht wird, resp. von Arm zu Arm geimpft wird. 2. A Contribution to the Treatment of Pulmonary Tuberculosis, by

Koch's Tuberculin. Dr. C. von Ruck. (Internat. Med. Magazine, February, 1894.) Verf. hat 100 Patienten mit 6 bis 7 Tausend Einspritzungen behanhandelt. Er fängt mit 1/20 Milligramm an und setzt 1/10 mg. zu bis 1 mg. erreicht wird. v. R. behandelt nur ganz frische Fälle, hat seine Patienten unter persönlicher Aufsicht, und will dauernde Erfolge durch diese Behandlung gesehen haben. 3. The Climate of Western North Carolina, etc. (Pan-American Medical

Congress, Section Climatology. September 4th, 1893. C. v. Ruck, Asheville, N. C.)

Asheville liegt zwischen 2—3000 Fuss über dem Meeresspiegel; unterscheidet sich von Colorado und New Mexico indem weniger Ansprüche an das Herz gestellt werden. Der Temperaturwechsel ist in Asheville sehr gering; 49° F. ist der Durchschnitt im Winter. Auch ist die Luft nicht so trocken wie in Denver; der relative Feuchtigkeitsgehalt der Luft ist 65 Prozent in Asheville. Die Resultate der Behandlung der Phthisiker im Anfangsstadium sind permanent. 4. The Rocky Mountain Region, Especially New Mexico. Francis W.

Gallagher, M. D. (N. Y. Medical Record, March 10th, 1894.)

Verf. rühmt namentlich New Mexico, wegen seiner trockenen Luft; die Höhe ist von 3 bis 10,000 Fuss. Die Temperatur wechselt innerhalb angenehmer Grenzen. Die Extreme sind weder im Sommer noch im Winter übermässig. Der grosse Vortheil über Colorado ist der gemässigte Winter.

Krankheiten der Respirationsorgane.-Referirt von

Dr. J. W. GLEITSMANN. 1. Hysterical Aphonia. Von W. Scheppegrell. (Abdruck von Medical

News, Sept. 16, 1893.)

Mit dem auch von anderen Laryngologen adoptirten Namen der hysterischen Aphonie bezeichnet S. die von einer Lähmung der musculi cricoarytenoidei laterales resultirende Aphonie. Er wendet für constitu. tionelle Behandlung die bekannten Nervina, für locale die extralaryn. geale Faradisation an. Letztere lässt er mit einem schwachen Strom beginnen, ermuntert den Patienten mit möglichstem Kraftaufwand zu zählen, und verstärkt den Strom mit jeder Zahl, welche Methode ihm gute Dienste geleistet bat.

Von seinen 3 Krankengeschichten sind 2 interessant. In einem Fall war Patientin von 41 Jahren, 18 Jahre lang aphonisch und mehr. fach resultatlos behandelt worden. S. wendete 2 Monate lang einen schwachen galvanischen Strom endolaryngeal Vormittags, und den faradischen in der oben angegebenen Weise Nachmittags an. Am 24. Tage konnte Patientin zum ersten Mal einige Zahlen laut ausaussprechen, am 51. Tage von 1 bis 10 zählen, und wurde am 84. Tage geheilt entlassen,

Die andere Patientin, 22 Jahre alt, verlor ihre Stimme nach einem Anfall von Grippe, und bekam ungefähr einen Monat später eine Attacke von rapide zunehmender Dyspnoe, welche Tracheotomie erforderte. Die Canüle wurde am 10. Tage entfernt, 10 Wochen später kam eine 2. leichte Attacke von Dyspnoe und nachher konnte Patientin für einige Zeit wieder sprechen. 8 Monate später kam sie wegen eines neuen Anfalls von Dyspnoe in S.'s Behandlung und constatirte er Medianstellung der Stimmbänder, die er als funktionelle Paralyse der Abduktoren auffasst. Da aber eine derartige Paralyse, so viel dem Referenten bekannt, noch nie authentisch constatirt worden, und die Symptome sich ungezwungen aus einem Krampf der Abduktoren erklären lassen, so neigt sich derselbe der letzteren Erklärung hin. Innerlich verabreichte Mittel, centrale Galvanisation beseitigten die drohenden Erscheinungen, und die dann auftretende Aphonie behandelte S. in seiner üblichen Weise.

2. Non-Malignant Tumors of the Larynx. Von W. Scheppegrell.

(New Orleans Med. and Surg. Jour., Nov. 1893, Separatabdruck.)

Eine sehr gute und erschöpfende Darstellung des Gegenstandes in allen seinen Beziehungen mit guten macro- und microscopischen Ab. bildungen und Beschreibung von dem Autor beobachteten Fällen.

3. Pharyngo-Mycosis. Von H. M. Thomas. (Med. Record, Jan. 6, 1894.)

Nach Bemerkungen über Pathologie, Etiologie u. s. w., die nichts Neues enthalten, berichtet T. seinen eigenen Fall, in welchem die Krankheit die Gaumenmandeln und die Zungenbasis afficirte. Er heilte die Patientin mittelst wiederholter Application des galvanocaustischen Spitzbrenners und hält dies nach Analyse fast aller dagegen empfohlenen Mittel für die beste Methode, worin ihm Ref, nur beistimmen kann, dem es beschieden war, in den letzten paar Jahren eine unge. wöhnlich grosse Anzahl solcher Fälle – auch einmal den Larynx involvirend - zu sehen.

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