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Nach Garciadiego's Angabe (Medical Record) lassen sich kleine Ergüsse in der Peritonealhöhle leicht durch den ins Rectum eingeführ. ten Finger diagnosticiren. Der Pat, wird zu diesem Zwecke auf dem Rücken gelagert, so dass Rumpf und Kopf auf einer im Winkel von 45° erhöhten schiefen Ebene liegen. Hierdurch sammelt sich die Flüssig. keit in dem Peritonealsack unmittelbar vor dem Rectum an, wo die Fluctuation dem eingeführten Finger leicht erkennbar ist. Bestätigt wird die Diagnose, wenn beim Wenden des Patienten auf die Seite, während der Exploration, die Fluctuation verschwindet. (The Philadelphia Polyclinic, February 17th, 1894.)

Eingesandt. Deutsche Vierteljahrsschrift für öffentliche Gesundheitspflege, 26. Band, 2. Heft.

The Tariff and Administrative Custom Acts of 1890 and the Bill H. R. 4,864.

Transactions of the American Dermatological Association, 17th Annual Meeting, 1893.

The Farmer, April, 1894.

Berliner Klinik, Heft 70. Ueber die sogenannte pathologische Netzhautermüdung von Dr. H. SALOMONSOHN, Berlin.

Bibliothek der gesammten medicinischen Wissenschaften für prak. tische Aerzte und Specialärzte, Lieferung 28–30.

Büchertisch. The Refractionist, a Journal of Practical Ophthalmology ist der Titel einer neuen in Boston erscheinenden medicinischen Monatsschrift, deren Zweck durch den Namen gegeben. Unser Herr Referent für Augenheilkunde wird seiner Zeit darauf zurückkommen.

Personalien.

VERZOGEN:
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An die Leser. Geschäftliche Zuschriften, Geldsendungen, Bestellungen u. 8. W., sind zu richten an: “Medical Monthly Publishing Co.,"17-27 Vandewater Street, New York.

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New Yorker Medicinische Monatsschrift.

Dr. E. Bachmann, Dr. J. Brettauer, Dr. A. F. Buechler. Dr. A. Caillé,

Organ für praktische Aerzte in Amerika

herausgegeben von
Dr. F. Foerster,

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Dr. G. Seeligmann,
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Dr. A. Seibert,
Dr. L. Heitzmann, Dr. C. A. von Ramdohr, Dr. G. Troje.

Redigirt von
Dr. OTTO G. T. KILIANI.

Bd. VI.

New York, 15. Juni 1894.

No. 6.

ORIGINALARBEITEN.

Ueber Fracturenbehandlung mit baldiger Functionsfähigkeit des verletzten Gliedes. (Mit Patientenvorstellung.)

Von

Dr. OTTO G. T. KILIANI, Docent der Chirurgie an der N. Y. Post-Graduate Medical School and Hospital,

Chirurg am Deutschen Dispensary. Die Lehre von den Fracturen und deren Behandlung schien bis vor Kurzem der älteren Chirurgie anzugehören. Die seit langem herkömmlichen und als richtig erkannten Kunstregeln wurden allgemein angenommen und eine weitere Entwickelung dieses Theiles der Chirurgie war kaum zu erwarten. Wie Sie jedoch wissen, hat sich in den letzten Jahren und besonders seit 1891, eine ausserordentliche Umwälzung in der Therapie der Fracturen, besonders der unteren Extremitäten · vollzogen.

Ich bin keineswegs in der Lage, Ihnen heute Abend irgend etwas Originelles zu bieten oder den jüngsten Fortschritten in dieser Richtung etwas Neues hinzuzufügen. Wenn ich es trotzdem unternehme, Ihre Aufmerksamkeit für dieses Thema auf einige Minuten in Anspruch zu nehmen, so geschieht es nur, weil ich, wie ich glaube mit Recht, annehme, dass der praktische Arzt sich hierfür interessirt, sodass es vielleicht nicht ganz ungerechtfertigt erscheint, Sie mit den wenigen Fällen von Fracturen bekannt zu machen, die ich in der letzten Zeit nach der neueren Methode behandelt habe, um so Ihre Aufmerksamkeit auf dieselbe im Allgemeinen zu lenken, und zur eventuellen Weiterverbreitung derselben ein wenig beizutragen.

• Obwohl es mir hauptsächlich auf Besprechung der ambulanten Be. handlung der Fracturen der unteren Extremität ankommt, möchte ich

doch auch gerne zwei Arten von Knochenbrüchen der oberen Extremi. tät hereinnehmen, die durch ihre Häufigkeit eine gewisse Rolle spielen, nämlich die Radiusfracturen und die intra und para-articulären Fracturen des Elbogengelenks.

Es möchte im höchsten Grade überflüssig erscheinen, nur ein Wort über die allbekannte Behandlung der Radiusfracturen zu verlieren, eine Ansicht die jedoch einigermassen der Modificirung bedarf, wenn ich Ihnen sage, dass ich in den letzten zwei Jahren nicht weniger wie 18 Radiusfracturen zur Behandlung bekam, von denen 4 nicht diagnosticirt waren, und von den übrigen 14 war keine einzige reponirt oder in der reponirten Stellung durch den Verband erhalten,

Es kann mir nicht einfallen, auf die differentialdiagnostischen Merkmale von Distortion des Handgelenks einerseits und typischer Radius. fractur andererseits eingehen zu wollen, und auch betreffs der Therapie wollen sie mir nur ein Wort gestatten über die Reposition und über die Schiene, welche die einmal richtig gelagerten Fragmente auch in dieser Stellung erhält.

Die Reposition geschieht sicher in der altbekannten, leider aber nicht allgemein geübten, Weise durch Extension, Flexion, ulnare Adduction in Pronationsstellung. Bei erwachsenen, muskelkräftigen Individuen soll dieselbe immer in Narkose geschehen. (Demonstration.)

Die beste und einfachste Radiusschiene ist zweifellos die SCHEDE'sche. Dieselbe ist aus Hartgummi, nach Gipsabgüssen am Lebenden hergestellt, und bat in Deutschland ziemlich allgemeine Verbreitung gefunden.* Sie erfüllt durch ihre Form den Zweck vollständig, die reponirte Fractur in der richtigen Stellung zu erhalten; nur muss dieselbe auch wirklich reponirt sein. Ein sehr einfaches und zuverlässiges Criterium hierfür ist, dass es nach der Einrichtung ohne jede Anwendung von Gewalt gelingen muss, die Hand in der richtigen Stellung zu erhalten. Stellt sich die Dislocation leicht wieder her, so war die Fractur nicht reponirt.

Der einzige Nachtheil der SCHEDE'schen Schiene ist, dass sie nur für Erwachsene hergestellt wird, wie dies in der Natur der Sache liegt. Für Kinder tritt deshalb der Gypsverband in seine Rechte. Ich lege denselben, wie alle Gypsverbände, auf die nackte, nur leicht eingeölte Haut an, womöglich unmittelbar nach der Verletzung. Die früher so gefürchtete Schwellung, mit ihren eventuellen schlimmen Folgen, Gangrän, ischämischer Muskellähmung u. 8. W. tritt hierbei, entgegen der ziemlich allgemeinen Anschauung, bei geeigneter Ueberwachung nicht ein, wenn der Verband richtig angelegt ist. Es ist wohl eigentlich überflüssig zu bemerken, dass zu derartigen Verbänden ausserordentlich rasch trocknende, richtig hergestellte Gypsbinden nothwendig sind. Es ist deshalb entschieden anzurathen, die Gypsbinden selbst zu machen, und sie, unmittelbar vor Gebrauch, wegen der ausgesprochenen hygroscopischen Eigenschaften des Gypses, zu backen, da die käuflichen Gypsbinden, weil zu fest gerollt, absolut unbrauchbar sind.

* Dieselbe ist auf meine Veranlassung auch in New York bei Richard Kny, 17 Park Place, zum Preise von $1.50 zu beziehen.

Der Hauptpunkt bei jedem Verband für Radiusfractur, ob Schiene, ob Gypsverband, ist, dass derselbe nicht über die metacarpo-phalangealgelenke reicht, da die Steifigkeiten der Finger, welche aus Verbänden bis zu den Fingerspitzen resultiren, häufig, besonders bei alten Leuten, schlimmer sind, als die Folgen der ursprünglichen Verletzung. Den Patienten sind nach Anlegen des kurzen Verbandes Klavierspielende Bewegungen sofort aufs Energischste anzuempfehlen.

Die besonders hier zu Lande fast ausschliesslich geübte Art, die, nebenbei bemerkt, auch von Stimson in seinem "Treatise on Fractures" empfohlen ist, Radiusfracturen mittelst einer dorsalen und palmarep gepolsterten Holzschiene zu lagern, die mittelst Heftpflasterstreifen gesichert werden, ist entschieden als verfehlt zu erachten, wegen der mangelnden Flexion und ulnaren Adduction, ein theoretisches Bedenken, von dessen Richtigkeit ich mich öfters als mir lieb, praktisch überzeugen konnte. Dazu kommt, dass die derartig verbundene Hand, durch Tragen in der Schlinge, entschieden in radiale Adduction gedrängt wird.

Kein Gyps oder Schienenverband für Fracturen soll länger als höchstens acht Tage liegen, worauf dann, vor eventuellem Anlegen eines neuen, vorsichtige aber energische Massage und unter Umständen passive Bewegungen des verletzen Gliedes zu erfolgen haben.

Zum Beweise, was die eben kurz skizzirte Behandlungsmethode leistet, erlaube ich mir, Ihnen diesen Knaben vorzustellen, der vor 15 Tagen sich den Radius brach, und am 11. Tage, und auch heute, wie Sie sehen, eine vollständig gebrauchsfähige Hand hatte. (Demonstration). Soviel über Radiusfracturen.

Bei der Vielfältigkeit der Fracturen der das Elbogengelenk con. stituirenden Knochen, lassen Sie mich, bitte, den Sammelnamen Elbogengelenksfracturen gebrauchen, ohne auf die verschiedenen Arten der Verletzungen einzugehen.

Das wesentliche Moment bei denselben ist, dass die im Moment der Fractur und nachher auftretende Blutung, die bei nicht Gelenkfracturen in das Periost und die umgebende Musculatur erfolgt, hier in das Gelenk sich ergiesst. Wie gering die Resorptionsfähigkeit der Gelenkkapselserosa ist, wissen wir von den Knie- und andren Gelenkspunktionen für Hämarthros, wobei oft nach vier Wochen noch das bekannte theerartige Blut entleert wird. Bei hochgradigem Erguss im Elbogengelenk im Gefolge von Fracturen, ist deshalb auch Punktion entschieden anzurathen, wenn wir uns auch darüber klar sind, dass die Fractur hierdurch zu einer complicirten wird, eine Complication die praktisch heute keine mehr ist. Von diesen extremen Fällen abgesehen, leistet die Martin'sche Gummibindeneinwickelung des Gelenkes, die mit der Schienenanlegung verbunden wird, ganz vorzügliche Dienste. Dieselbe ist schon von Oberst in Volkmann's klinischen 'Vorträgen (No. 311) empfohlen worden. Geschieht dieselbe nämlich nicht, so giebt das schliesslich geronnene Blut Veranlassung zu Fibrin. niederschlägen und Adhäsionen, welche für die spätere Funktionsfähigkeit des Gelenkes von fundamentaler Bedeutung sind.

Zur Anwendung dieser Gummibindeneinwickelung eignet sich die 1. c. beschriebene Oberst'sche Schiene sehr wohl. Der die beiden Schienentheile verbindende Eisenstab verhindert die directe Com. pression der grossen Gefässe, (Demonstration der Schiene), doch lässt sich dieselbe auch bei andren Verbänden, wie Pappschienenverband, u. 8. w. gut anwenden.

Am einfachsten sind entschieden die Hartgummischienen, die in jedem beliebigen Winkel gebogen werden können, durch Eintauchen in heisses Wasser. Auch die Gummibindencompression lässt sich damit verbinden, wenn man für die Innenfläche des Armes nicht eine zu breite Schiene verwendet. (Demonstration.)

In welcher Stellung das Gelenk zu verbinden sei, darüber sind die Ansichten getheilt. Ich habe in letzter Zeit zweimal das Gelenk in völlig gestreckter Stellung verbunden, beidesmal mit gutem Erfolg. Es scheint, als ob die Adaptirung der Fragmente leichter und sicherer gelingt, was ja auch theoretisch einleuchtet. Ich möchte jedoch hier. über noch kein definitives Urtheil fällen; immerhin ist die damit verbundene nicht geringe Unbequemlichkeit für den Patienten in Betracht zu ziehen.

Ein zweiter Hauptpunkt ist das frühzeitige Bewegen des verletzten Gelenkes. Bei richtiger Assistenz kann man schon nach acht Tagen mit den passiven Bewegungen beginnen, verbunden mit Massage. Spätestens soll dies nach 14 Tagen geschehen. Ich habe in den letzten zwei Jahren 12 Elbogenfracturen in dieser Weise behandelt mit uniform guten Resultaten, bis auf einen Fall, der eine schwere Splitterfractur war, hervorgerufen durch Fall nach Salto vom Riesenschwung vom Reck aus, wobei Patient mit ausgestreckten Füssen zu sitzen kam und die ganze Gewalt des Falles durch den perpendiculär gehaltenen rechten Arm mit dorsal flectirter Hand aufgefangen wurde. Immerhin kann Patient seinen Hemdennackenknopf einknöpfen, das Criterium für eine gutgeheilte Elbogenfractur. Patient hat nach 8 Tagen geschrieben, und nach 3 Wochen eine Handtasche mit Belastung bis zu 15 Pfund getragen. Zu der consequenten Durchführung der Massage und passiven Bewegungen gehört allerdings eine gewisse Ueberwindung und Ausdauer von Seiten des Arztes und insbesondere des Patienten, da dieselben meistens enorm schmerzhaft sind. Der eben angeführte Pat. z. B., Mr. E., ist wochenlang täglich in meinem Sprechzimmer bei den Manipulationen prompt in Ohnmacht gefallen. Doch kann dies nach meiner Erfahrung als Ausnahmefall bezeichnet werden. Es ist hierbei zu bedenken, dass, was nicht in den ersten sechs Wochen an Beweglichkeit erreicht wird, später überhaupt nicht mehr erreicht werden kann, ausser der geringen Beweglichkeitszunahme, welche

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