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gibt, durch Einreissen der Stichcanäle beim Anziehen des Fadens sich die Wunde am Uterus vergrössert, so dass ausgedehntere Verklebungen auf diese Weise erzielt werden, so wissen wir doch auch aus unserer Erfahrung in der Ventrofixatio uteri, dass man die Abrasio des Peritonealüberzugs der vorderen Uteruswand nicht gründlich genug machen kann, um eine grössere Fixationsstelle zu gewinnen, welche allein einen Dauererfolg garantirt. Kleine Brücken, wie sie sich nach dem Verfahren von Bauin blos bilden können, sind wohl stark genug um den Uterus momentan in situ zu halten, aber nie genug, um das Organ dauernd an der vordern Bauchwand zu verankern.

Baum führt in den aseptischen Uterus, nachdem ein Curettement ausgeführt worden, eine Canüle ein, welche in ihrem Lumen einen an beiden Enden mit einer Nadel versehenen Faden enthält. Diese beiden Nadeln stehen mit der Spitze nach oben und werden mittels eines Pistons durch die Canüle, durch die Uteruskörper und Bauchwand durchgeschoben. Die Nadeln werden entfernt, der Uterus wird an dem Zügel nach vorn gezogen und der Faden geknüpft. In einigen Fällen wurde der Faden nach einer Woche entfernt, in andern wurde derselbe zur Zeit der Operation in eine kleine Schnittwunde versenkt, um dauernd zu verbleiben.

3. Operative Treatment of Fibroid Tumors of the Uterus. By Frank

lin H. Martin. (Journal of Am. Med. Asss., August, 1894.)

Verfasser betrachtet die Behandlung der Uterusfibrome von 3 verschiedenen Gesichtspunkten :

1) Hysterectomie,
2) Castration,
3) Unterbindung der Ligamenta lata von der Scheide aus.

In Hysterectomie sieht MARTIN die einzig sichere Heilung des Uterusfibroms, bedauert, dass trotz der Entwickelung der Technik, die Mortalität selbst in den Händen von erfahrenen Operateuren immer noch eine hohe ist (wenigstens 5 Prozent). Bei der Operationsweise ist er an keine bestimmte Methode gebunden, sieht jedoch in der BYFORD'schen die meisten Vortheile vereinigt.

Die Castration hält er für eine sehr wenig befriedigende Operation, möchte sie blos auť solche Fälle beschränkt wissen, in welchen aus ein oder der anderen Ursache nach Eröffnung der Bauchhöhle die beabsich. tigte Hysterectomie nicht kann ausgeführt werden.

Er empfiehlt darauf zu achten, dass der Hauptstamm der Arteriaspermatica mit unterbunden wird.

Er hält es für rathsam, eine tiefe Ligatur in das breite Ligament zu legen, um durch dieselbe so viel als möglich den Blutzulauf von der Art. Uterina ausgehend abzuschneiden.

Die Unterbindung des Lig. latums von der Vagina aus wurde von MARTIN im December, 1892, zuerst beschrieben.

Er erstrebt durch eine seitliche Eröffnung des Scheidengewölbes die Basis des breiten Ligamentes frei zu legen, und durch eine möglichst hoch geführte Ligatur die Art. Uterina in ihren Hauptstämmen zu unterbinden. In geeigneten Fällen kann man sich auf einer Seite wenigstens so hoch hinaufarbeiten, dass die Arteria spermatica ebenfalls kann unterbunden werden. MARTIN glaubt, dass die günstige Einwirkung auf die Rückbildung des Organs nicht allein der verminderten Blutzufuhr, sondern auch der gestörten Innervation zuzuschrei. ben sei.

Innere Medizin.-Referirt von Dr. E. BACHMANN. 1. So-called Spontaneous Combustion or Increased Combustibility of

the Human Body, with Experiments. By A. Hava, M. D. (New Orleans Med. and Surg. Journal, April, 1894.)

Die vorliegende Arbeit, welche eigentlich mehr dem Gebiet der experimentellen Pathologie, als der internen Medicin angehört, sollte keinem gebildeten Arzt unbekannt bleiben. Sie ist das Ergebniss jahrelanger, mühsamer Forschung, und gediegener Beobachtung, durch welche es dem Verfasser gelungen ist, den Schleier zu lüften, welcher bisher die Fälle von sogen. „spontaneous combustion" umgab. Er bringt nicht nur eine streng wissenschaftliche Erklärung dieser, bisher räthselhaften Erscheinung, sondern beweist dieselbe auch durch das Thierexperiment. Zunächst legt er klar, dass abusus alcoholicus nicht die Ursache der sogen. Spontanverbrennung sein kann, da Alco. hol unverändert in den lebenden Geweben überhaupt nicht existiren kann. Verfasser begnügt sich nicht mit der Thatsache, dass in den Leichen notorischer Säufer, welche kurz vor ihrem Tode bis zu 32 Unzen Whiskey getrunken hatten, kein Alcohol nachzuweisen war, sondern beweist auch durch das Thierexperiment, dass es eine Eigen. schaft der lebenden Gewebe ist, den Alcohol in seine Componenten zu zerlegen.

Nachdem Verfasser die Haltlosigkeit der Alcoholtheorie durch zahlreiche Thierexperimente, deren interessante Einzelheiten hier nicht wiedergegeben werden können, nachgewiesen, erwähnt er ohne sich in Einzelheiten zu verlieren :

1. Dass, die an sogen. spontaneous combustion Gestorbenen, bei Lebzeiten sämmtlich eine auffallende Röthe und Schwellung des Gesichtes zeigten, an Schwindel litten, über Kältegefühl klagten, und Bronchialreiz vorhanden war.

2. Dass die Mehrzahl der Gestorbenen corpulent war, der ärmeren Klasse angehörte, in schlecht ventilirten Räumen wohnte, und sich mangelhafter Heizapparate oder Fusswärmer bediente, in welchen bei dem vorhandenen Kältegefühl, ein constantes Holzkohlenfeuer (sparsame Verbrennung!) unterhalten wurde.

3. Dass die Unglücksfälle sich meist im Winter ereigneten, die ein Augenzeuge vorhanden war, und dass die Opfer sich nie zu schützen suchten oder um Hilfe riefen, dass nicht Rauch, sondern der charakteristische Geruch verbrannten Fleisches zur Entdeckung des Unglücks führte.

4. Dass die entdeckte ,,bläulich flackernde" Flamme bei Lösch versuchen mit Wasser immer stärker aufloderte, sie nur den menschlichen Körper verkohlte, seine Umgebung aber unversehrt liess.

5. Dass alle Fälle tödtlich endeten.

Die sorgfältige Analyse und Beobachtung dieser allen Fällen gemeinsamen Gesichtspunkte bringt Verf. zu der Annahme, dass in allen Fällen von sogen, spontaneous combustion es sich um eine all. mählich fortschreitende Intoxication von Kohlenoxyd handelte, und dass alle Symptome, welche man bisher auf chronischen Alcoholismus zurückzuführen pflegte, sich ungezwungen einer chronischen Kohlen. oxydvergiftung anpassen lassen. Entweder kamen die vergifteten Individuen nach erfolgtem Tode oder in Folge der Schwindelanfälle schon vorher mit einer Flamme in irgend welche Berührung, und er. folgte so eine plötzliche Entzündung des an das Hämoglobin gebundenen Kohlenoxyds, welches in dieser Form sich in allen Körpergeweben vorfinden musste. Die intensive Hitze, welche die Verbrennung des Kohlenoxyds erzeugte, führte zur plötzlichen Verkohlung des Körpertheils, welcher unmittelbar mit der Flamme in Berührung kam, und verkohlte die Gewebe, so lange sie Kohlenoxydhaemoglobin enthielten. Die verkohlten Körpertheile spielten dann gewissermassen die Stelle eines Dochtes, welcher das geschmolzene Fett aufsaugte, und so der Kohlenoxydflamme neue Nahrung zuführte. Bei Löschversuchen mit Wasser bildete sich, wie überall, wo glühende Kohle mit Wasser in Berührung kommt, Kohlenoxyd, Hydrogen etc., wodurch die Flamme verstärkt wurde. Die Richtigkeit seiner Annahme beweist Verf. überzeugend durch die verschiedensten Thierexperimente, welche besser im Original einzusehen sind. Hier sei nur prwähnt, dass die kürzeste Zeit, nach welcher es gelang, bei Kaninchen diejenige Menge Kohlenoxydhaemoglobin zu erzeugen, welche zum Experiment nöthig war, 169 Tage betrug. 2. Malarial Cachexie etc. By N. L. Guice, M. D. (Virginia Medical

Monthly, July 1894.

Der Verfasser macht keinen Unterschied zwischen chronischer Malariacachexie und der larvirten Intermittens, Das Gebiet dieser hierzulande besonders beliebten Diagnose erfährt in Folge dessen eine recht ansehnliche Erweiterung, und kann man im Sinne des Autors schliesslich alle Krankheiten unter dieselbe rubriciren. Um so mehr befremdet die Bemerkung, dass nach des Verfassers Erfahrung chronische Malaria gewöhnlich vernachlässigt wird, was die Ursache der zahlreichen Todesfälle in Malariadistrikten sein soll. Etwas Neues oder Erwähnenswerthes in Bezug auf Behandlung bringt Verfasser nicht. 3. The Compensatory Changes in the Right Ventricle in Mitral Steno

sis, etc. By A. McPhedran, M. B. (International Medical Magazine. June 1894.

Casuistischer Beitrag eines Falles von Mitralstenose, welcher in so fern der Erwähnung werth scheint, als es trotz 15–20 jährigem Be. stehen desselben nur zu einer Hypertrophie des rechten Ventrikels kam, welche im Stande war, jede weitere Compensationsstörung zu verhüten. Patient ging an einer intercurrenten Lungenblutung zu Grunde, und bestätigte die Autopsie den Herzbefund. Verfasser ist der Ausicht, dass keine Art von Herzfehlern durch systematische Herzzymnastik so günstig beeinflusst werde, wie gerade die Mitral. stenose. Dass aber durch Fechten – selbst bei loser Bekleidung und in gut ventilirten Räumen - eine zweckmässige Herzgymnastik erreicht werden kann, wird wohl Jeder bezweifeln, der Herzkranke hat fechten sehen. 4. Exhibition of a Case of Akromegaly. By S. Solis-Cohen, M.{D. (The

American Therapist. June 1891.

Kurzer Bericht eines Falles von Akromegalie, in welchem durch Darreichung von getrocknetem Schilddrüsenextrakt entschiedene Bes. serung verschiedener Krankheitssymptome erreicht wurde.

kinderheilkunde.-Referirt von Dr. A. SEIBERT.

I. Das Heilse rum der Diphtherie. 1. Heubner, 0. Ueber die Anwendung des Heilserums bei der Diph.

therie. Vortrag gehalten auf dem 11. internationalen Congress zu

Rom. (Jahrbuch f. Kinderheilkunde, August, 1894.) 2. Aronson, Hans. Weitere Untersuchungen über Diphtherie und das

Diphtherie-Antitoxin. (Berl. Klin. Woch., 30. April u. 17. Mai 1894.) 3. Behring und Ehrlich. Zur Diphtherieimmunisirungs- und Heilungs

frage. (Deutsch. Med. Woch., 17. Mai 1894.) 4. Schubert, E. Ueber die mit dem Behring-Ehrlich'schen Diphtherie

heilserum gemachten Erfahrungen. (Deutsch. Med. Woch., 31. Mai

1894.) 5. Ueber die quantitative Bestimmung von Diphtherieantitoxin-Lösun

gen. Von Stabsarzt Prof. Behring und Sanitätsrath Dr. O. Boer.

(Deutsch. Med. Woch., 24. Mai 1894.) 6. Voswinckel, Eugen. Resultate der Heilserumstheorie bei Diph

therie. (Deutsch. Med. Woch., 31. Mai 1894.) 7. Canon. Zur Diphtheriebehandlung mit Heilserum. (Deutsch. Med.

Woch., 17. Mai 1894.) 8. Katz, Otto. Zur Antitoxinbehandlung der Diphtherie. (Berl. Klin.

Woch., 16. Juli 1894.) 9. Weibgen, Carl. Zur Diphtheriebehandlung. (Deutsch. Med. Woch.,

19. Juli 1894.) 10. Smirnow, G. A. (St. Petersburg). Ueber die Behandlung der Diph

therie mit Antitoxinen, die ohne Vermittelung des thierischen Or.

ganismus darstellbar sind. (Berl. Klin. Woch., 23. Juli 1894.) 11. Prof. Behring. Weitere Bemerkungen zur Diphtherieheilungsfrage.

(Deutsch. Med. Woch., 9. August 1894.) 12. Heubner, 0. Praktische Winke zur Behandlung der Diphtherie mit

Heilserum. (Deutsch. Med. Woch., 6. September 1894.)

Den ersten dieser 12 Artikel, welcher als Vortrag auf dem Con. gress in Rom schon im April d. J. verlesen wurde, fängt HEUBNER mit folgenden Worten an: „Es ist Ihnen bekannt, meine Herren, dass seit drei Jahren ein neuer therapeutischer Gedanke zur Bekämpfung einiger Infectionskrankheiten aufgetaucht ist. Derselbe stammt von BEHRING ...", und der erste Satz in seinem letzten Vortrag (Artikel 12) lautet: „In dem Augenblicke, wo die theoretisch hochbedeutsame Entdeckung von BEHRING sich anschickt, in die ärztliche Praxis überzugehen ..". Diese Citate genügen wohl, um die Frage nach dem Entdecker des Heilserum's der Diphtherie klar zu legen, denn HEUBNER nimmt als Professor der Kinderheilkunde in Berlin jetzt die hervorragendste Stelle unter seinen Fachgenossen in Deutschland ein und ist er wohl daher mit am besten im Stande, ein derartiges Urtheil abzugeben. Wer diesen Standpunkt annimmt, kann sich nun wohlgemuth über den zwischen ARONSON uod BEHRING entbrannten Streit hinwegsetzen, denn es ändert nichts an der Thatsache der Entdeckung, dass

ARONSON und BEHRING jetzt stärkeres Heilserum benutzen als früher. Leider aber konnte BEHRING (im 11. Artikel) mit Recht klagen, „dass in öffentlichen Blättern Herr ARONSON als Entdecker des Diphtherie. antitoxins gefeiert wird." Hätte BEHRING die New Yorker Zeitungen vom 26. August, 1894, gesehen, so würde er wohl mit noch grösserem Erstaunen gelesen haben, dass in einem angeblich von unserem Gesundheitsamt inspirirten Bericht nicht er und nicht ARONSON, sondern seiu Lehrer und Meister selbst, ROBERT Koch, als Entdecker des Heilserums gepriesen wurde. Wenn BEHRING sich damit tröstet (11. Artikel), „dass die Lügen der namenlosen Presse kurze Beine haben“, so mag er Recht haben, was aber ehrliche Aerzte nicht abhalten sollte, dem Eutdecker überall zu seinem geistigen Eigenthum zu verhelfen, un't namentlich eben von Berlin zurückgekehrte und mit Antitoxin überschäumende Mediciner, welche (wie erst vor wenig Tagen in einer wissenschaftlichen Versammlung in New York) in ihrem Bericht den Namen BEHRING nur so mal neben her erwähnen, dahin stellen wo sie hin gehören, nämlich vor die Wahrheit.

Es ist hier nicht die Absicht, über den grösseren Werth des einen oder anderen Antitoxins abzuurtheilen. Ist das ARONSON'sche Serum noch besser wie das BEHRING'sche und wird es dementsprechend noch billiger (wie ARONSON behauptet), so können wir Praktiker uns nur freuen. Die Lektüre der ARONSON'schen interessanten Arbeit (Artikel 2) kann jetzt nur bakteriologische Fachmänner in den Stand setzen, nachzuprüfen, ob seine Benauptung richtig ist. Wir praktischen Aerzte köunen erst dann ein Urtheil fällen, wenn wir mit beiden Mitteln sowohl Immunisirungs- und Heilversuche angestellt haben. Aus praktischen Rücksichten soll hier erwähnt werden, dass das ARONSON'. sche Immunisirungsserum bei den Vertretern der SCHERING'schen Werke, (Schering u. Glatz) seit April hier zu haben ist, und dass die Ver. treter von Meister, Lucius & Co.(Schulze-Berge & Koechl) bis heute (Oct. 10.) (las BEHRING'sche Serum noch nicht erhalten haben. Referent bält sich desshalb vorläufig an das ARONSON'sche Präparat, dem Ende Okto. ber (laut Privatmittheilung) auch das Heilserum folgen soll. Wer als vorsichtiger Therapeut die Auseinandersetzungen BEHRING's über das A Ronson'sche Antitoxin lesen will, der findet dieselben in den Artikeln 3 und 5 obiger Sammlung.

Zur besseren Uebersicht sind die Berichte aus 5 Berliner Kranken. häusern über das Heilserum zusammengestellt worden. Die Statistiken HEUBNER's (welche noch aus seiner Leipziger Thätigkeit stammen) sind hier nicht miteingeschlossen, weil er zum Theil noch mit schwachem nicht vollwerthigem Serum behandelte, ausserdem nur schwere Fälle injicirte (wegen Mangel an Serum) und weil eine Statistik aus derselben Stadt (Berlin) und zur selben Zeit (Frühjahr) zum Vergleich noch grösseren Werth hat.

Berichte über BEHRING's Heilserum: Im Elisabeth Krankenhaus (Berlin) wurden mit Serum beisandelt:

34 diphtheriekranke Kinder (20 tracheotomirt), geheilt 28, + 6. Mortalität 22.5 Prozent.

Im Krankenhaus am Urban in Berlin :

60 Kinder (20 trachevtomirt), geheilt 42, + 18. Mortalität 30 Prozent.

Im Krankenhaus Moabit in Berlin :

44 Kinder (13 tracheotomirt), geheilt 33, + 11. Mortalität 25 Prozent.

Im Krankenhaus Friedrichshain, Berlin :

65 Kinder (16 tracheotomirt), geheilt 47, + 18. Mortalität 28 Prozent.

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