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Göttingen,
Druck der Dieterichschen Univ.-Buchdruckerei.

W. Fr. Kaestner.

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von der Königl. Gesellschaft der schaften und der G. A. Universität zu

Göttingen.

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Vierter Bericht über das zoologisch200 tomische Institut in Göttingen im

· Jahre 1867. .

Das Studium der Naturgeschichte ist auf unserer Universität schon bald nach ihrer Gründung in Aufnahme gekommen und früh 'bereits wurde ihrem Unterrichte zur Illustration ein Museum eingerichtet. »Göttingen ist, sagt Blumenbach *), soviel ich weiss die erste deutsche Universität, auf welcher schon seit den vierziger Jahren die ganze Naturgeschichte als eigene Wissenschaft in einem besonderen Collegio gelehrt worden. - Vorher ward sie gewöhnlich mit ins Collegium der Physik gezwängt, von welcher sie doch schon Aristoteles so weislich abgesondert hatte. Und da Folgendes in den letztern Jahrzehnden bei dem allgemeinen Eifer, womit sie betrieben und fast zuin allgemeinsten Lieblingsstudium erhoben ward, auch der ausgedehnte und wichtige Einfluss immer mehr einleuchtete, den sie auf so viele andere Fächer menschlicher

*) Einige Nachrichten vom akademischen Museum in Göttingen in den Annalen der Braunschweig-Lüneburgischen Churlande herausgegeben von Jacobi und Kraut. 1. Jahrgang, 3tes Stück. Hannover 1787. 8. p. 84. 85.

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Kenntnisse hat, so suchte die für die Aufnahme unserer Universität so unermündet thätige Kgl. Landesregierung ein akademisches Museum als ein bleibendes Archiv der Natur zum Behuf der Geschichte derselben anzulegen und benutzte daher die von Herrn Hofrath Büttner angebotene Gelegenheit, der sein ansehnliches Naturaliencabinet zu dieser Absicht überliess (1773). Eine Privatsammlung an welcher aber von dem Vorfahren des Herrn Hofraths wenigstens schon seit dem Anfang dieses Jahrhunderts, folglich schon zu einer Zeit gesammelt worden war, da die Menge der nachherigen Sammler noch keine solche Theuerung wie jetzt, unter die Cabinetsstücke gebracht hatte; und die zumal durch den bekannten Eifer und die Kenntnisse ihres letzten Besitzers einen Reichthum von instructiven Stücken aller Art erhalten hat, der sie grade zu einer akademischen Sammlung, wo nichts zur Parade, sondern alles zum Nutzen abzwecken soll, so ganz vorzüglich brauchbar machte.«

Blumenbach aber, durch den die Naturgeschichte in Göttingen zu hoher Blüthe gelangte, erkannte doch sofort, dass der wissenschaftliche Kern der Zoologie nicht in der blossen äusseren Thierbeschreibung, sondern in der Kenntniss des anatomischen Baues derselben liegt und wie er daher bei der Sammlung »hauptsächlich auf das Rücksicht nahm, was zur Aufklärung der eigentlichen Naturgeschichte der Thiere (zum Unterschied von der blossen Naturbeschreibung) und der Physiologie des menschlichen Körpers dient«, so sammelte er auch zuerst in Deutschland die zootomischen Kenntnisse zu einem System der Anatomia comparata, hielt bereits 1777 regelmässige Vorlesungen über einzelne Theile dieser neuen Wissenschaft (wie Osteologia comparata, Zootomie der Hausthiere) und behandelte seit 1785 in dieser alljährlichen Vorlesung die ganze

vergleichende Anatomie, wie er sie später (1805) in seinem Handbuche dem grösseren Publikum darstellte.

Wenn nun auch in Göttingen die vergleichende Anatomie als Wissenschaft theilsweis, als akademischer Lehrgegenstand ganz, geschaffen wurde und Blumenbach von Anfang an in ihr nach J. J. Rousseau's Ausdruck, »die lebendige Seele der ganzen Naturgeschichte der Thiere« erkannte, so blieb hier die ihr bestimmte Sammlung im Laufe der Zeiten und durch ungünstige stände, die in früheren Berichten theilsweis schon erwähnt sind, so ganz hinter den billig zu stellenden Anforderungen zurück, dass zur Zeit die Göttinger Sammlung in ihrem zootomischen Theile von den ähnlichen Sammlungen aller übrigen Universitäten des Preussischen Staates (vielleich mit Ausnahme von Kiel) im hohen Grade über troffen wird.

Das sehr ungünstige Verhältniss wird weiter unten bei Besprechung des osteologischen Catalogs überraschend hervortreten und obwobl jedem Kenner bekannt genug, würde es sich noch klarer nachweisen lassen, wenn nicht die Museen mit Mittheilungen über ihre Reichthümer, wie Einrichtungen so durchaus sparsam wären.

Je grösser aber so zu sagen das historische Recht Göttingens auf eine ausgezeichnete zoologische Sammlung und besonders ihrer zootomischen Theile, ist und je geringer der Gehalt des zoologisch-zootomischen Instituts in Wirklichkeit gerade in letzterer Beziehung sich zeigt, um so mehr darf man hoffen, dass die hohe Gerechtigkeit und tiefe Einsicht der Königlichen Regierung durch ausserordentliche Bewilligungen die Möglichkeit gewährt unsere vergleichend-anatomische Sammlung in nicht zu langer Zeit auf den erforderlichen und wünschenswerthen Standpunkt zu heben.

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