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Staaten Sr. Königlich Sardinischen Majestät mit der 1823 vollkominensten Sicherheit besuchen, ihren Handelsverkehr daselbst treiben, und alles Schutzes und Beistandes gewärtig sein.

Art. II. Die Unterthanen nnd Kaufleute beider contrahirenden Theile werden als Zollgebühren für die Ein- und Ausfuhr ihrer Waaren (mit Ausnahine der verbotenen und Kontrebande-Maaren) erlegen, und zwar die sardinischen Kaufleute drei Procent gleich den andern europäischen Handelsleulen, und die ottomannischen Kaufleule eben so viel, und es soll von beiden Seiten nichts über dieses stipulirte Quantum abgefordert werden.

Art. III. Den sardinischen Handelsleuten, ist auch, gleich den übrigen Europäern, erlaubt, von den Erzeugnissen der Türkei solche Waaren und Artikel zu nehmen und auszuführen, deren Ausfuhr nicht verboten ist, und deren das Land nicht selbst bedarf.

Art. IV. In den Theilen des otiumannischen Reichs, wo die sardinischen Unterthanen Handel treiben werden, und woselbst die Anwesenheit eines Consuls vder Vizeconsuls zur Besorgung ihrer Angelegenheiten und Interessen offenbar nothwendig sein wird, sollen Consuln und Vizeconsuln aufgestellt werden, welche aus den Unterthanen Sr. Sardinischen Majestät gewählt, und selben die erforderlichen Diplome und Decrete, mit den herkömmlichen Privilegien und Immunitäten, ausgefertigt werden sollen. Auf gleiche Weise steht es der hohen Pforte, wenn sie es für nothwendig erachtet, frei, in Sardinien Schach - Bender oder Consuln und Vizeconsuln aufzustellen, welche als solche auf gebührende Weise ausgezeichnet und denselben die üblichen Privilegien zugestanden werden sollen.

Art. V. Die Schach - Bender und Vizeconsuln, welche in den Seestädten von Sardinien residiren, werden die Consulats - Gebühren von den Waaren der ottoinanischen Kaufleute erheben, welche von Handelsschiffen der ottomannischen Pforte daselbst eingeführt und ausgeladen werden, und zwar nach dem festzustellenden Tarif, und die sardinischen Kaufleute werden den Consuln und Vizeconsuln ihrer

von

1823 Nation die gewöhnlichen Consulats - Gebühren

den Waaren entrichten, welche sie auf sardinischen Schiffen in die Häfen der Türkei einführen und ausladen werden.

Art. VI. Wenn die sardinischen Unterthanen Jerusalem, oder einen andern Ort des ottomannischen Reichs, es sei aus Andacht oder aus blosser Reiselust besuchen wollen, so werden sie zu diesem Behufe init einem kaiserlichen Ferman versehen werden, um frei und ungehindert reisen, und alles Beistandes und Schutzes gewärtig sein zu können.

ART. VII. Wenn ein sardinischer Unterthan in der Türkei mit Tode abgeht, so wird der an dein Orte, wo derselbe verstorben ist, reşidirende Consul Sr. Sardinischen Majestät sein nachgelassenes Vermögen einstweilen in Besitz nehmen, um es sodann seinen Erben zukommen zu lassen. Wenn sich kein Consul in dem Orte befindet, so wird ein Ortsrichler (Kadi) das Laventariuin über den Nachlass dein nächsten sardinischen Consul übersenden. Dasselbe Verfahren wird auch in Hinsicht der Unterthanen der hohen Pforte, welche in Sardinien mit Tode abgehen dürften, beobachtet werden.

Art. VIII. Diejenigen Streitigkeiten und Prozesse, welche sich unter 'sardinischen Unterthanen (in der Türkei) erkeben, sollen von den Gesandten und Consuln ihrer Nation untersucht und geschlichtet werden; diejenigen Streitigkeiten und Prozesse aber, welche sich zwischen sardinischen und Ottomannischen Unterthanen erheben, sollen nach den türkischen Gesetzen in Gegenwart eines sardinischen Dragomans, entschieden und geschlichtet werden. Jeder solcher Prozess, dessen Gegenstand über 4000 Aspern beträgt, soll nach Konstantinopel gewiesen, und dort nach den heiligen Gesetzen entschieden werden.

ART. IX. Die sardinischen Unterthanen, welche sich in ottomannische Länder begeben, und sich daselbst ruhig mit ihren Handelsangelegenheiten beschäftigen , sollen, wofern sie sich keiner Vergehungen schuldig machen, auf keinerlei Weise von den türkischen Behörden und Obrigkeiten belästiget wer

den. Wenn sich aber sardinische Unterthanen Ver- 1823 gehungen zu Schulden komunen lassen, so sollen sie, mit Beiziehung des bevollmächtigten Ministers oder Consuls ihrer Nation, auf die nämliche Art zur verdienten Strafe verurtheilt werden, wie in ähnlichen Fällen, gegen die übrigen Europäer verfahren wird.

ART. X. Wenn sich die Kriegsschiffe beider Mächte begegnen, so werden sie sich wechselseitig die nach dem Seegebrauch üblichen Zeichen der Freundschaft geben ; und wenn Kriegsschiffe einer der beiden Mächte Kauffartheischiffen der andern begegnen, so werden solche auf hölliclie und freundschaftliche Weise behandelt werden. Die Handelsa schiffe beider Theile werden sich bei der Ankunft in die Häfen und auf den Rheden der respectiven Staaten den bestehenden Verordnungen des Landes fügen.

Aar. XI. In dem Fall, wenn ein sardinischer Unterthan zu dem Islapismus übertritt, so soll er in Gegenwart des sardinischen Dragomans vernommen werden, und wenn sich ergiebt, dass er unbestreitbare Schulden bat, so soll die Liquidation derselben nach den heiligen Gesetzen bewerkstelligt werden.

Art. XII. Die Consuln und Vizeconsuln von Sardinien in den ottomannischen Staaten, so wie überhaupt alle sardinischen Unterthanen, welche in Handelsangelegenheiten in die Türkei kommen, werden vom Charadsch, voin Badsch, und von allen andern Abgaben dieser Art befreit sein.

Art. XIII. Es wird stipulirt, dass die sardinischen Kauffartheischiffe, welche, um Handel zu treihen, nach der Türkei kommen, unter ihrer eigenen Flagge, und nicht unter der einer andern Macht segeln werden; die sardinische Flagge weder an Fahrzeuge anderer Mächte, noch an Schiffe von Raajas (nicht mahomedanischen Unterthanen der Pforte) gegeben werde, dass der bevollmächtigte Minister, so wie die Consuln und Vizeconsuln Sr. Sardinischen Majestät keine Patente an Unterthanen der hohen Porte ausfertigen, noch selbe offen oder insgeheim beschützen 'sollen, Grundsätze, von denen es nicht erlaubt ist abzuweichen.

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1823 ART. XIV. Denn bevollmächtigten Minisler, so

wie den Consoln Sr. Königl. Sardinischen Majestát, welche bestimmt sind, bei der hohen l'forte und in den ottomannischen Staaten zu residiren, werden alle diejenigen Privilegien, Rechte und Immunitäten zugestanden werden, welche die bestehende Freundschaft gebietet, und deren die Agenten der andern Mächte genielsen. In Erwiederung dessen, und nach deinselben Grundsatz werden den Consuln und Vizeconsuln der hohen Pforte, welche in Sardinien residiren werden, dieselben Privilegien, Rechte und Immunitaien bewilliget.

Art. XV. Nach erfolgter Unterzeichnung und Ratification des gegenwärtigen Freundschafts- und Handels - Tractats von beiden Theilen, soll derselbe auf keinerlei Weise verletzt, sondern pünctlich beobachtet werden. Gegenwärtige Acle wird sowohl von Seiten Sr. Majestät des Königs von Sardinien, als von Seite Sr. Majestät des Kaisers der Osmanen, nach dem bestehenden Gebrauch durch die beiderseilige Unterschrift feierlich bestätigt und ratificirt, und die Ratilicationen innerhalb vier Monalen, und wo möglich noch friiher, von dem Tage des Abschlusses gegenwärtiger Acte an gerechnet, zu Konstantinopel ausgewechselt werden, von welcher Acte die beiderseitigen Bevollmächtigten zwei gleichlautende Exemplare haben ausfertigen lassen, solche init ihrer eigen härdigen Unterschrift und mit ihrem Insiegel versehen, und gegenseitig ausgewechselt haben.

So geschehen zu Konstantinopel am 25sten des Monats October im Jahre 1823.

Unterz. STRANGFORD.

“Wir ausserordentlicher Botschafter und bevollmächtigter Minister Sr. Diajestät des Königs von Grossbritannien bei der hohen Pforle, und Bevollmächtigter Sr. Majestät des Königs von Sardinien zum Abschlusse eines Freundschafts- und HandelsVertrags zwischen Sr. Sardinischen Majestät und der hohen ottomanischen Pforte, bezeugen und erklären jedein, den es angeht, dass gegenwärtige Abschrist eine echte und genaue Abschrift des unterm 25len October des laufenden Jahrs zwischen Sr. Sardini- 1823 schen Majestät und der hohen ottomannischen Pforte abgeschlossenen Tractals sei, welcher aus einer Einleitung, fünfzehn Artikeln, und einem Schlusssatze besteht, und ain besagten Tage von Uns und den Ollomanischen bevollinächtigten Ministern unterfertigt, und von uns in zwei gleichlautenden Exemplarien gegenseitig ausgewechselt worden ist. Crkund dessen u. s. w.

Unterz. STRANGFORD."

(Die Auswechslung der Ratificationen gegenwärtigen Tractats in den respectiven Sprachen ist zu Konstantinopel von den Bevollmächtigten der beiden hohen contrahirenden Mächte ain 27sten des Monats April des Jahres 1824, welcher dem Ende des Schaahan des Jahrs der ledschira 1259 entspricht, auf feierliche Weise vollzogen worden.)

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86. Traité pour l'occupation des places de Barcelonne, Tarragone et Hostal

par les troupes françoises, conclu à Sarria le 1 Novembre 1823. (Le Journal de Francfort 1823. 25 Nov. No. 328.329.) Traié conclu pour l'occupation des places de Barcolonne, Tarragone et llostalrich, en consequence des bases éłablies dans la lettre de S. Exc. M. le inaréchal duc de Conegliano, comnandant en clref, à M. le général Espoz y Mina, en date du 22 Octobre; entre le lieutenant général counte Curial, commandant supérieur du blocus de Barcelonne, le lieutenant genéral baron Berge, commandant en chef l'artillerie du 4e corps, le maréchal de camp Després, chef de l'état - major général du 4e corps, d'une part; et M.

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