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längs dem Nordrande des russischen Kreide-Bassins, am Schlusse der Grünsandperiode, eine nur wenige Zoll dicke Ablagerung, vorherrschend aus phosphorsaurem Kalke, über eine Strecke von 800 Werst sich ausgebreitet hat; ein Verbreitungsverhältniss dass man nur mit dem des deutschen Kupferschiefers vergleichen kann. In den südlicheren Kreide-Gegenden, am Donetz, scheint diese Schicht zu fehlen.

A. KEYSERLING.

Chemische Untersuchung.

Gepulvert sieht das Fossil wie ein grober Sand aus; beim Glühen verliert es 2,82% an Gewicht und wird schwarz.

Das fein gepulverte, aber nicht geschlämmte Mineral, mit Salz- und Salpetersäure behandelt, giebt einen Rückstand von 40,98%, der das Aussehen eines feinen weissen Sandes hat.

Wird es, vor der Behandlung mit Säuren, mit Wasser geschlämmt, so beträgt der Rückstand nur noch 20,0% und man sieht daraus, dass man nicht das geschlämmte Pulver zur Analyse benutzen darf, wenn man eine richtige Vorstellung von der Zusammensetzung des Fossils erlangen will. Schwefel ,

als schwefelsaurer Baryt bestimmt, beträgt 1,12%; er ist wahrscheinlich als Schwefeleisen im Fossil vorhanden.

Ausserdem enthält das Mineral 23,98% kohlensauren Kalk.
Die übrigen, nicht quantitativ bestimmten 31,1%, bestanden

hauptsächlich aus phosphorsaurer Kalkerde, mit einem kleinen
Gehalte von Thonerde und Eisenoxyd.
Man hat also:

40,98 ungelöst.
2,82 Verlust.

1,12 Schwefel.
23,98 Kohlens. Kalk.
31,10 Phosphors. Kalk, Thonerde und Eisenoxyd.

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A. CHODNEW.

V.

UBER DEN DOMANIK,

von

Alexander Graf Keyserling.

Während die organische Welt unseres Planeten, durch einen langen Wechsel von Zeiten des Werdens und Vergehens, sich höher und höher entwickelte, und auf diese Weise eine Reihe von streng geschiedenen Phasen durchlief, schloss die Erde zwischen ihren sich stetig über einander fortbildenden Felsenblättern, gleich einem unermüdlichen Pflanzensammler, die weniger vergänglichen Reste aller Zeiten auf solche Weise ein, dass sie der fernsten Zukunft zur Untersuchung überliefert wurden. Die Schichten haben sich daher nach den eingeschlossenen Resten in chronologische, den Phasen entsprechende Systeme zusammen fassen lassen, deren Bedeutung grossartig geworden ist, seitdem die täglich erweiterten Untersuchungen zu erweisen scheinen, dass die Auseinanderfolge der Phasen auf dem ganzen Erdballe in demselben Sinne, und desshalb nach allgemeinen Ge

setzen erfolgte. Solche Systeme vereinigen Schichten, deren mineralogische Charaktere immer und deren Lagerungsverhältnisse oft sehr ungleichartig sind, die aber durch Uebereinstimmung der organischen Reste zu einem Ganzen verknüpft werden. Eine einfache Folge dieser Eintheilung ist, dass sobald es sich darum handelt eine Schichtengruppe als System zu erkennen, die organischen Reste, als die einzigen allgemein gültigen Charaktere, zunächst in Betracht kommen, während die normalen Lagerungsverhältnisse zur Anordnung der Systeme, und die mineralogischen Charaktere nur zur Unterscheidung von Regionen (Bassins) oder von localen Unterahtheilungen innerhalb der Systeme führen können. Dem gemäss haben wir unsere Mittheilungen über den Domanik-Schiefer mit einer Betrachtung seiner Goniatiten in den Verhandlungen des vorigen Jahres eröffnet, und schicken hier eine Liste aller seiner erkannten Versteinerungen den weiteren Erörterungen voraus.

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• 1. Tentaculites tenuis. Sow. in Murch. Sil. Syst. Usk, Engl Ober Silurisch.

tab. 5, fig. 33.

ornatus. id. ibid. tab. 12, fig. 25. Dudley, Engl. Ober Silurisch. 3. Spirifer indentatus. id. Geol. Trans. 2. ser. v. Petherwin, Engl. Gonialiten5, tab. 54, fig. 6.

Schichten. 4. Cardiola tenuistriata. Cardium t. Münst. in Goldf. Elbersreuth u. Prag, Deutschl. Petr. tab. 143, fig. 4. Orthoceraliten-Kalk Mün

sters. 5. concentrica. Orbicula c. Buch, Ammon. Adorf, Oberscheld, Deutschl.

pag. 49; Cardium pectun Gonialiten-Kalk.
culoïdes d'Arch. v. Vern.
Geol. Trans. 2. ser. vol.

5. tab. 30, fig. 12. 6. articulata. Münst. Beitr. H. 3, pag. 69, Gattendorf, Deutschl. Clytab. 9. fig. 1.

menienkalk. retrostriata. Venericard. v. Buch. Am- Adorf, Oberscheld, Enkeberg

mon. pag. 50. Cardium bei Brilon, Deutschl. No

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fig. 7.

Xuosus.

palmatum Goldf. tab. 143, vaja - Semlja. Goniatiten

Kalk. 8. Naticopsis Domani- Keys. Petschora Reise, pag. censis.

267, tab. 11. fig. 13. 9. Sigaretus (?) Uchtae. id. ib. pag. 268, tab. 11,

fig. 14. 10. Orthoceratites subfle- Münst. Beitr. H. 3, pag. 100, Elbersreuth. Deutschl. Or

tab. 19, fig. 9. tab. nost thoceratiten-Kalk.
B. fig. 9,

10.
11. Orthoceratites cari id. ibid. H. 3. pag. 100, Ibid.
natus.

tab. 19, fig. 8. tab. nost.

B, fig. 12. 12. Goniatites cinctus. Braun in Münst. Beitr. H. Schübelhammer, Deutschl.

5, pag. 127, tab. 12, fig. 7. Goniatiten-Kalk. 13. strangulatus. Keys. Verh. d. Miner. Ges.

1844. *14. retrorsus. Buch. Ammon. pag. 49. Beyr. Oberscheld, Adorf, Brilon,

Beitr. pag. 30, tab. 1, Deutschl. Goniatilen-Kalk.

fig. 10. 15. acutus. Münst. Beitr. H. 3, tab. 16, Elbersreuth, Deutschl. Gofig. 11.

niatiten-Kalk. 16. bisulcatus. Keys. Verh. d. Miner. Ges.

1844. *17.

Uchtensis. Idein ibid. *18.

Ammon. id. ib. Petschora Reise.

Anmerk. Die mit einem * bezeichneten finden sich in den Kalknieren in solcher Menge, dass sie einen wesentlichen Bestandtheil des Gesteins ausmachen.

Die Gattung Cardiola scheint nach einigen Spuren der Structur des Schlosses, die man beobachten konnte, zu den Arcaceen zu gehören und die Gattung Pectunculus zu vertrelen; von Cardium ist sie völlig verschieden.

In Betreff der Goniatiten habe ich früher einen Irrthum begangen, wenn ich den Gon. Wurmii Röm. aufführte, denn der Typus desselben scheint einen abgegrenzten Rücken zu haben und würde daher wohl auf der Schale Schrammen, die in Gestalt von Züngelchen vorgezogen wären, eben so wie der G. Uchtensis und bisulcatus zeigen. Was ich früher für den G. Wurmii hielt ist gewiss nur die gewöhnliche ausgewachsene Form jener jugendlichen und eigenthümlichen Varietät, die ich Gon. Ammon genannt habe; und dieser Name muss daher für die Art beibehalten werden. Das wäre sogleich erkannt worden, wenn der Dorsallobus jener Jugend-Form nicht ganz einfach geschienen hätte; doch habe ich mich seitdem überzeugt, dass das ein Beobachtungsfehler ist, veranlasst durch die undurchsichtige Ausfüllung der Wohnkammer, an deren Grenze die Sutur beobachtet wurde.

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