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Flüsse, besonders an der Mündung des Flüsschens Domanik, Zufl. der Uchta, gewinnt, messen bis 3' im Quadrat, aber die Schichten sind nicht leicht dicker als 6" und dazwischen liegen andere, die in ganz dünne Blätter zerfallen. Etwas dickere Schichten sind zwar auch eingeschoben, doch das sind fast reine Kieselschiefer, die am Stahl Feuer geben und in kleine kantige Fragmente zerklüftet scheinen. Die grösste Schwierigkeit bei der technischen Benutzung ist die Politur, die sich indess entweder durch einen Steinlack, oder nach Versuchen, die der Oberst v. Pott zu veranlassen die Güte gehabt hat, auch der nackten Steinfläche durch vorsichtige Behandlung sehr wohl geben lässt. Da aber diese Behandlung den Anwohnern des Fl. Wymm, die sich mit dem Domanik, besonders im Dorfe Turje, beschäftigen, nicht bekannt ist und sie den Tischplatten, Schachbrettern, Linealen u. s. w., nur durch Bohnen einen schlechten und vergänglichen Glanz zu verleihen wissen, so ist das Material selbst wenig geschätzt und ist zuweilen zu geringen Preisen auf dem Trödelmarkt in Petersburg zu kaufen. Nach solchen Stücken hatte der Secretär unserer Gesellschaft F. v. Wörth eine mineralogische und Löthrohr-Untersuchung des Fossils gemacht, deren Ergebnisse wir hier mittheilen:

„Der Domanik ist im Querbruche feinkörnig, derb oder von „klein-muschligem Bruche, im letzteren Falle hat er einen Wachs„glanz, gewöhnlich ist er schimmernd oder matt. Seine Farbe „ist bräunlich bis sammetschwarz. Die Härte steht ungefähr „zwischen Kalkspath und Gyps; von Flussspath wird er leicht „geritzt. Beim Schaben oder Ritzen giebt er einen kaffeebrau

!

er

„nen, glänzenden Strich.

Werden zwei Stücke an einander „gerieben, so bekommt man ein braunes Pulver und es ent„wickelt sich ein bituminöser Geruch. Auf Papier hinterlässt „er keinen Strich. — Sein specifisches Gewicht ist = 1,654 *).

Zur Lichtflamme gebracht entzündet sich sogleich „und brennt mit hellglänzender Flamme unter Rauchentwickelung, verbreitet dabei einen unangenehmen bituminösen „Geruch und wird an der Oberfläche graulichweiss, im Innern „aber schwärzer.

„Vor dem Löthrohr verhält er sich wie folgt: 1) In der „Platinzange, sowohl in der inneren als in der äusseren Flamme, „brennt er anfangs unter starkem Rauchen mit hellglänzender, „weisser Flamme, und schwitzt röthlichbraunes Erdpech aus, das „sich an den Spitzen der Zange absetzt. Ist das Erdpech ver„flüchtigt, so wird er gräulichweiss und entzündet sich nicht „mehr, schmilzt aber leicht zu einem grünlichgrauen Email. „2) Auf Kohle schmilzt er, ebenfalls nach Verflüchtigung des „Erdpechs zu einer grünlichgrauen, blasigen, emailartigen Schlacke. „3) Mit Boraxglas schmilzt er schwer aber ruhig zu einer kla„ren grünlichen Glasperle. 4) Mit Phosphorsalz löst er sich „langsam und schwer auf, und giebt, wann die Probe noch „heiss ist, eine von Eisen gefärbte grünliche Perle, die bei „völliger Abkühlung wasserhell wird. 5) Mit Phosphorsalz „und einem Zusatz von Soda löset er sich ebenfalls sehr schwer

*) „Unser geehrtes Mitglied, Herr Akademiker v. Lenz, übernahm es mit ,,einer znverlässigen hydrostatischen Wage das specifische Gewicht zu prüfen.“

„auf, und giebt eine ähnliche Perle, mit Hinterlassung eines „Kieselkalkkittes. 6) Mit Soda auf Kohle schmilzt er sehr „leicht unter starkem Aufbrausen zu einer dunkel-olivengrünen „beinahe schwarzen, durchscheinenden Perle. – 7) Mit Salpe„ter auf Kohle schmilzt er unter starkem schäumen sehr leicht, „nachdem der Salpeter aber verpufft ist, hinterlässt er eine „schwarze, undurchsichtige, glänzende Glasperle. 8) Mit „geglühtem Flusspath und einem gehörigen Zusatz von Gyps „schmilzt er zu einer hellbraunen Perle, die nach dem Glühen „unförmlich wird. - 9) Im Glaskolben auf der Spirituslampe „geglüht giebt er unter starken weissen Rauchdämpfen und un„angenehmem brenzlichem Geruch Wasser, das auf Fernambuck„papier nicht wirkt; nach fortgesetztem Glühen aber entbindet „sich eine grosse Menge Erdöl, von schwärzlichbrauner Farbe, „das sich an den Wänden der Glasröhre in grossen Tropfen „ansetzt.

Concentrirte Säuren verursachen wegen des Kalkgehaltes meist ein geringes Aufschäumen, greifen aber das Gefüge des Gesteins nicht merklich an.

Die chemische Zusammensetzung hat Klapproth bereits ermittelt, (s. Mém. de la Soc. des Nat. de Moscou vol. III. 1812), doch lässt sich keine grosse Constanz in den quantitativen Verhältnissen eines solchen Gebildes erwarten. Auch Herr Chodnew hat einige Versuche damit auf meine Veranlassung gemacht, und darnach lässt sich für den typischen Domanik folgendes sagen: Beim Ausglühen verliert er gegen 48 Procent, die hauptsächlich aus Bergöl bestehen, der Rückstand ist hauptsächlich

Kieselerde mit an 10 Procent Kalkerde und halb so viel Thon

erde, dabei Spuren von Eisen, Mangan und Schwefel.

Schliesslich machen wir aufmerksam, dass es nicht wenig schwierig ist zu einem etymologischen Verständniss des Wortes Domanik zu gelangen. So heisst es an Stelle und Ort, nicht Domanite, wie Bornuvogolof schreibt. Sürjanisch ist das Wort nicht. Eine Conjectur lieferte mir v. Grewe, Forstmeister in Ustsyssolsk, der es von dem Russischen Dom, Haus, und Anika, Taufname des ersten, berühmten Strogonoff, der von den Wytschegda-Gegenden Besitz nahm, herleitete. Der jüngst verstorbene Kenner Slavischer Sprachen, Prof. Preis, meinte jedoch, dass diese Herleitung nicht dem Geiste der Sprache angemessen wäre und glaubte, dass man richtiger den Namen von der Wur. zel Dym, Rauch, herleiten müsste. (Dymnik = Rauchgeber wäre russisch, und nach dem Einschalten eines Vocales zwischen zwei Consonnanten, nach dem Erfordernisse der finnischen Sürjanen-Sprache, (Dymanik).

VI.

ÜBER DIE RUSSISCHEN

SPHAERONITEN,

EINGELEITET

DURCH EINIGE BETRACHTUNGEN

ÜBER DIE

A R M E DER CYSTIDE EN

von

Dr. Alex. V. Volborth.

Die Sphaeroniten bilden eine besondere Abtheilung unter den sogenannten armlosen Crinoideen, welche neuerer Zeit mit dem Namen der Cystideen belegt worden sind. Wenn ich auch mit der von Herrn v. Buch aufgestellten Charakteristik der Cystideen nicht einverstanden bin, so ist doch jedenfalls der neue Name dem alten vorzuziehen, insofern er den Begriff der Armlosigkeit nicht implicirt 1). Herr v. Buch läugnet indessen apo

1) Ich muss die mehr als strenge Beurtheilung meiner früheren paläontologischen Versuche in dem Monatsbericht der Berliner Akademie, März 1844, so

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