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Boraxglas wird der grönländische leicht und in grosser Menge zu einem klaren Glase aufgelöst, das bei der Abkühlung milchweiss wird.“ Wird aber dem Boraxglase eine geringere Quantität beigemengt, so bleibt die Perle auch nach der Abkühlung wasserhell.

Hat man eine verhältnissmässig grössere Quantität des Minerals dem Boraxglase zugesetzt, wodurch die Perle beim Erkalten undurchsichtig und schneeweiss wird, so ist es nöthig von neuem Boraxglas hinzuzusetzen, bis man bemerkt, dass beim Erkalten im glasigen Flusse des Boraxes, sich undurchsichtige schneeweisse, kubische, dem Flussspathe vollkommen ähnliche Krystalle bilden. Diese Erscheinung geht schon bei der geringsten Abkühlung und augenblicklich schnell vor sich, und die Krystalle scheinen, aus dem erstarrenden Flusse von unten heraufsteigend, sich plötzlich zu bilden. Eben diese Erscheinung zeigt auch der grönländische.

Bei den vielfachen Untersuchungen der Mineralien, welche ich Gelegenheit hatte zu unternehmen, kenne ich nur zwei, die im Innern des glasigen Flusses Krystalle bilden, nämlich der Chiolith von Miask und ein zweites, welches als eine klein – nierenförmige, gelblichweisse Rinde, auf dem Zinnsteine, welcher von Beryllkrystallen und Wolfram begleitet, im Granit am Onon in Nertschinsk vorkömmt. Dieses Mineral verhält sich im Boraxglase ähnlich dem Vorhergehenden, nur mit dem Unterschiede, dass anstatt der kübischen Krystalle, langgestreckte Oktaëder von milchweisser Farbe sich bilden, welche zum Theil durchscheinend

sind, und in der wasserhellen Perle des Boraxes gleichsam herumschwimmen.

Dieses letzte Mineral theilte ich vor einiger Zeit unserem Mitgliede Herrn Nils von Nordenskjöld mit, um dasselbe einer chemischen Analyse zu unterwerfen.

Mit Phosphorsalz schmilzt der Chiolith sehr leicht, nur mit dem Unterschiede, dass bei geringem Zusatze die Perle beim Erkalten wasserhell bleibt, woher man einen grösseren Zusatz vom Mineral beimengen muss, um der Perle eine milchweisse Farbe zu ertheilen. „Mit Phosphorsalz verhält sich der grönländische eben so wie mit Boraxglas.“

Mit Soda schmilzt der Miaskische anfänglich zu einem klaren Glase, dass auf der Kohle bei der Abkühlung sich ausbreitet, oder zu einer milchweissen, rindenartigen Masse zerfliesst. „Der grönländische schmilzt mit Soda zu einem klaren Glase, das bei der Abkühlung sich ausbreitet und milchweiss wird.“

Der Chiolith mit Boraxglas in gehöriger Menge geschmolzen und dann die glühende Perle mit Salpeter berührt, bläht sich diese letztere unter Schäumen auf, und wird nach dem Erkalten rosenroth ins violette spielend. „Der Kryolith hat gleiches Verhalten, nur erscheint die Färbung schwächer.“

Mit Gyps schmilzt der Chiolith anfänglich zu einer matten, milchweissen Perle, welche bei weiterem Glühen einfällt, und dann zu einem, zum Theil glänzenden, schlackigen Email verändert wird.

Mit Flussspath schmilzt er schwer unter Brausen und Aufschäumen zu einer weissen, zum Theil emailartig glänzenden

Schlacke. Der Grönländische verhält sich zum Flussspath ebenso wie der aus Miask, und nur mit dem Unterschiede, dass das Brausen und Aufschäumen erst nach längerem Schmelzen erfolgen.

Mit Salpeter geschmolzen, zerfliessen beide vollkommen und augenblicklich, indem sich die Kohle nach dem Erkalten mit einer dünnen weissen Rinde bedeckt, welche an den Kanten zum Theil schmelzbar ist.

Auf Platinblech schmilzt der miaskische mit Soda leicht

zu einer weissen unförmlichen Masse; das Platin wird rund um die Probe mit leichtem bräunlichem, schwach ins grünliche fallendem Anfluge bedeckt.

Im unbedeckten Platintiegel, auf der Spirituslampe geglüht, zerknistert er anfänglich und ist fast unveränderlich, zeigt aber bei längerem Glühen eine angehende Schmelzung, indem sich am Boden des Tiegels eine schwache Kruste dieses Minerals ansetzt, welche nur mit einem Messer von demselben abgelöst werden kann. Im verdeckten Tiegel entsteht die Schmelzung schon nach zwei Minuten; und in fünf Minuten zerfliesst er vollkommen zu einer schneeweissen, gleichförmigen, undurchsichtigen Masse. Dieses Verhalten unterscheidet ihn vom Kryolith sehr charakteristisch. Der Kryolith fliesst weder im verdeckten noch im offenen Tiegel; ich hatte ihn etwas länger als 30 Minuten der Glühehitze auf der Spirituslampe ausgesetzt, und konnte ihn nicht zum Schmelzen bringen.

In der Kolbe auf der Spirituslampe erhitzt, decrepitirt der Chiolith wie der Kryolith anfänglich, verändert sich aber übrigens nicht. Nach fortgesetztem Glühen setzt sich im Innern der

Röhre ein leichter rauch- oder wolkenartiger Beschlag an, welcher sowohl um die Probe selbst, als auch in verschiedener Entfernung von derselben, sichtbar wird, und setzt Flusssäure an.

In einer offenen Röhre angeblasen, und die Flamme in die Röhre geleitet, greifen beide Mineralien das Glas stark an, und die Feuchtigkeit, die sich in der Röhre sammelt, reagirt, wie Fluorwasserstoffsäure. Lackmuspapier wird davon schön geröthet.

In einem Agatmörser zu einem feinen Pulver zerrieben, dann auf ein Uhrglas geschüttet, und mit einigen Tropfen concentrirter Schwefelsäure begossen, unter einer Spirituslampe gebracht und erwärmt, entstehen bei beiden Blasen, und es steigen weisse Dämpfe auf, die einen stechend - sauren Geruch entwickeln. Angefeuchtetes Lackmuspapier über diese Dämpfe gehalten, wird stark geröthet; nach fortgesetztem Erwärmen verdampft die Schwefelsäure und hinterlässt das Mineral als weissen Rückstand. Wird dieser nun vom Glase abgewaschen, so sieht man wie das ganze Uhrglas stark von der Flusssäure angegriffen oder gleichsam gebeitzt ist. Sowohl die innere als auch die äussere Fläche des Glases verliert ihren Glanz, wird matt, und bekömmt sogar Grübchen.

Mit Schwefel-, Salpeter- und Salzsäure brauset das Minaral nicht auf. In der erhitzten Schwefelsäure ist es aber unter Entwickelung flusssaurer Dämpfe löslich.

B. Untersuchung von A. Chodnew.

Auf den Wunsch des Hrn. von Wörth, von dem ich den Chiolith aus Miask erhielt, unterwarf ich ihn einer chemischen Analyse. Da aber die Resultate, welche ich bei dieser Untersuchung erhielt, mit denjenigen des Hrn. Hermann angegebenen nicht übereinstimmen (*), so halte ich es nicht für überflüssig, dieselben hier näher auseinander zu setzen.

Die beiden Mineralien verlieren etwas am Gewicht beim Glühen: das russische Fossil verliert dabei 0,86% und der Kryolith von Grönland 0,2%. Beide lösen sich zum Theil selbst in verdünnten Säuren auf. Doch wird die vollständige Zersetzung blos durch concentrirte Schwefelsäure ausgeführt. Es entwickelt sich dabei Fluorwasserstoffsäure und die zurückgebliebene weisse Masse löst sich beim Kochen im Wasser auf.

Natürlicherweise habe ich die letztere Methode angewandt, um die Zusammensetzung des russischen Minerals kennen zu lernen.

Die vorausgehende qualitative Probe hat mir gezeigt, dass ich nicht blos mit Aluminium, Natrium und Fluor zu thun hatte, sondern dass man auch die Anwesenheit des Kaliums, des Magnesiums, des Mangans (Spuren) und des Ittriums (oder vielleicht dem ähnlichen) in dem Mineral nachweisen könnte. Freilich ist

*) Erdmann's Journal XXXVII, 188; und Bull. scientif. de l'Acad. des Scien. de St. Pétersbourg.

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