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tion giebt es, wenigstens im Bereich der von mir fixirten hierländischen Formationssysteme, kein sicheres Aequivalent. Sollten aber auch spätere Entdeckungen dazu führen, so möchte man wenigstens jetzt schon zu behaupten Grund haben, dass der Fund keinesweges dem schlesisch- polnischen Bleierz- und Galmeigebirge gleichen wird.

Erst mit der Juraformation treten zwischen beiden Terrains mehr markirte Züge der Aehnlichkeit hervor, sobald insbesondere gewisse Lagerungs- und Extensionsverhältnisse davon ins Auge gefasst werden. Gewissermassen bringen diese letztern, nicht blos Vorkommnisse dieser Formation von hier und dort, sondern auch noch alle die Erzeugnisse, welche ihnen gefolgt sind, in einen engeren Verwandschaftskreis zusammen. Bekannt ist es von dem russischen Jura, wie er in seinen räumlichen Verhältnissen einen doppelt und mehrfach grösseren Spielraum, als wie alle ihm vorangehende Bildungen einnimmt. In seiner Verbreitung übergreift er meist die letztern, verbindet die Formationsverbände, indem er sich als eine gemeinschaftliche Decke darüber weglegt und bildet so, wie ich in meiner Eingangs angezeigten Abhandlung wohl mit Recht gesagt, einen grossen geognostischen Haupthorizont. Grade dasselbe ist es, was sich durch die vorgängigen Betrachtungen auch von dem polnischen Jura in so auffälliger Weise herausgestellt hat, sobald vorzüglich die obere Gruppe desselben in Berüksichtigung gezogen wird. Es ist dies eine Erscheinung, die sich auch überhaupt in allen Juraländern kund geben dürfte. Und damit steht in der Regel das andere beachtungswerthe Verhältniss in Verbindung, nämlich dass dem oberen

Jura gewöhnlich die Kreide eben so als ein Trabant folgt, als wie letztere wieder so häufig der Molassenformation als Grundlage dient. Es ist gewissermassen, als wenn eine innere Nothwendigkeit das im Allgemeinen so häufig gemeinsame Auftreten dieser Bildung in der Erdrinde bedingte.

Ich habe mich am anderen Orte darüber ausgesprochen, wie wenig naturgemäss es sein dürfte, die Reihe der Formationen im geologischen System wieder in mehrere obere Abtheilungen zu spalten; denn was man auch für classificatorische Gründe dafür aussinnen möchte, so lassen sich dieselben doch nur auf einzelne zoologische Merkmaale zurückführen, die aber, wie schon vielfältige Erfahrungen bewiesen haben, oft nur heute gültig sind und morgen schon durch neue Entdeckungen oder vielmehr nur Fünde, wieder ihren speciellen Werth verlieren. Sobald nicht mehrseitige Verhältnisse aus der Gesammtnatur der Formationen entnommen, als Kriterien für Formationsgruppen aufgestellt werden können, haben solche den Nachtheil, dass sie für die geognostische Terminologie nur unnützer Ballast sind.

Wäre inzwischen irgend eine obere Abtheilung in der Reihe der Formationen zulässig, so möchte sich solche auch nur am gegründetsten zwischen der Trias und allem was ihr im Alter vorgeht, und dem Jura mit allem was ihm folgt, fixiren lassen. Nur dafür liessen sich, ausser den eben zuvor berührten beachtenswerthen Verhältnissen, noch mehrfache andere Motiven auffinden, während wenn der Abschnitt zwischen der Formatio des Todtliegenden und der Trias gemacht, enge Bande zerrissen werden. In Betracht der beigefügten Karte.

Schliesslich

habe ich noch die Bemerkung vorbehalten, dass ich bei dem Vorhandensein der geognostischen Karte von Polen und den angrenzenden Ländern von Puch, auch nur eine Karte beigefügt habe, welche die Formationssysteme in ähnlicher Art angedeutet giebt, als wic die, welche ich früher von Russland geliefert habe. Indem nach dieser Methode, sogleich der Bestand eines jeden Systems augenfällig wird, dürfte die Karte wenigstens ungefähr, die beiden graphischen Darstellungsweise in ein Ganzes vereinigen und etwa auch, wenigstens einigermassen, der in neuester Zeit angeregten recht zweckmässigen Idee entsprechen, geognostische Karten zu liefern, worauf nicht blos, wie zeither, die Oberflächenformation allein, sondern die Verbreitung einer jeden Formation, woraus ein Landstrich besteht, möglicherweise und separat angegeben sein möchte. Und was sodann ferner die gleichfalls beigefügten Generaldurchschnittrisse betrifft, so bin ich hierin von der gewöhnlichen Methode, die bei Anfertigung solcher Risse befolgt, in mehrfacher Hinsicht abgewichen. Ohne dem konnte es bei der Tendenz mit der gegenwärtigen Arbeit nur darauf abgesehen sein, die Verschiedenartigkeit in der Zusammensetzung, wodurch ein grosses Terrain in mehrere kleinere sich absondert, anschaulich zu machen, aber sobald ausserdem mit einem Liniendurchschnitt nicht ein natürliches Gebirgsprofil, sondern nur ein Gemählde dargestellt wird, was zugleich durch geognostische Combination ergänzt werden muss, so dürfte ein solcher Durchschnitt, gegen jeden anderen zurückstehen, bei welchem mit der Combination noch weiter und so weit gegangen wird, dass stalt darauf nur die denkbaren Gebirgsstruc

turverhältnisse nach einer Linie, dieselben summarisch von dem ganzen Bezirke zur Darstellung gebracht oder auf einer verticalen Fläche concentrirt gedacht werden. Auf diese Art vermag sodann ein solcher Durchschnittsriss, mehrere combinirte Liniendurchschnitte zu ersetzen, und so ist denn auch mit dem Durchschnitte, welcher das Terrain des Sudetischen und des Sandomierer Systems zur Anschauung bringt, von jenem Gesichtspunkte ausgehend, verfahren worden. Die nicht gleichen Masstäbe für Höhen- und Längendimensionen, lassen darin allerdings die Schichtenneigung und das gegenseitige Eingreifen verschiedener Gesteine, unter stärkeren Winkeln als in der Wirklichkeit erscheinen, aber durch die Beifügung der wahren Winkelwerthe wird der Uebelstand wieder geringer als wie der, von durchgängig nach gleichen Massstäben bearbeiteten Durchschnittsrissen, die mitunter durch ihre übermässig lange Ausdehnung, höchst monotone Bilder abgeben, worauf das Auge, nachdem es bogenlange buntfarbige Streifen verfolgt, erst oft zu Ende an die Stelle gelangt, wo Das zu sehen ist, worauf es vorzüglich ankömmt. Auch habe ich es vorgezogen, innerhalb des Raumes, der jeder Gebirgsbildung angewiesen, lieber sogleich den Namen derselben einzuschreiben, statt dafür Farben und Zeichen zu gebrauchen, weil dadurch das Bild, obwohl weniger effectvoll, doch dem Beschauer die Mühe und Störung erspart, bald rechts bald links, bald nach unten bald nach oben auf die erklärende Farbenoder Zeichentabelle zu sehen.

II.

NOTIZ

über Russische Confervenfilze.

von

Dr. S. Kutorga.

In den Verhandlungen der Gesellschaft für das Jahr 1842, habe ich meine mikroskopischen Untersuchungen eines Confervenfilzes aus dem Gouvernement von Pskow mitgetheilt, und denselben fossiler Confervenfilz benannt, weil man ihn in einer bedeutenden Tiefe unter der Dammerde, und als eine gegen Arschine dicke Schicht, angetroffen hat. Die Hauptmasse desselben bildete die Conferva crispata, zwischen welcher sich seltener C. capillaris, noch seltener C. punctalis und äusserst selten C. vesicata, so wie auch Infusorien-Panzer von 6 verschiedenen Arten, und Schale von Monoculus cornutus Jurine, vorfanden.

Diese Confervenablagerung ist nun entschieden Gegenstand der Geognosie und Paläontologie geworden, und da es mit manchen Conservenanhäufungen eben dasselbe geschehen ist, und ohne Zweifel auch heut zu Tage fortwährend geschieht, indem die Conserven in die Zusammensetzung unserer Torfe hereingehen, so halte ich es nicht für überflüssig hier meine Beobachtungen von zwei anderen Confervenfilzen mitzutheilen, die aus zwei

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