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Ueber Actinometra Bennetti und eine neue Comatula

Art (Antedon Dübenii).

Von

Wilhelm Bölsche

in Göttingen.
(Hierzu Taf. IV. Fig. a. b.)

Actinometra Bennetti Müller sp. 79 Arme bei gewöhnlich vierfacher Theilung der Kelchradien; der erste Kelchradius theilt sich in 16, der zweite in 15, der dritte in 18, der vierte und fünfte in 15 Arme (Taf. IV. Fig. a). Der Durchmesser des Centralknopfes beträgt 12 Mm., seine Höhe 4 Mm.; die cirrenlose flach ausgehöhlte Mitte besitzt einen Durchmesser von 6 Mm. Etwa 50 Cirren mit 30 Gliedern. Die Basis der Ranken besitzt einen kreisrunden Querschnitt ; nach dem Ende zu erhalten sie einen elliptischen Querschnitt. In dem mittleren Theile der ausgewachsenen Cirren sind die Glieder nicht höher als breit. Das Endglied besitzt ausser dem Haken noch an der Innenseite einen kleinen stumpfen Fortsatz. Von den Radialia sind aussen nur 2 sichtbar. Auf das Radiale axillare folgen bis zur nächsten Theilung 4 Glieder, von denen das vierte wieder axillar ist. Ebenso befinden sich zwischen den Axillar-Gliedern je zweier folgenden Theilungen immer 3 Glieder. Stets bildet das dritte Brachiale mit dem darüber folgenden Axillare bra

Arme wird wieder das erste Syzygium von dem dritten und vierten Gliede gebildet. Dann folgen 17–31 Glieder bis zum nächsten Syzygium. Von hier an liegen zwischen den folgenden Syzygien 3-7 Glieder. (Die Zahl 3 herrscht bei weitem vor.) Die Glieder der Arme sind niedrig. Bei näherer Betrachtung mit der Loupe findet man, dass ihre Oberfläche mit kleinen Längsrippen bedeckt ist, die nach dem aboralen Rande hin verlaufen und hier in frei hervorragenden Stachelchen endigen. Die Pinnulae nebmen von der ersten bis zur sechsten rasch an Grösse ab.

Während der Armtheilungen befindet sich die Pinnula immer am zweiten Gliede über dem Axillare. An der Innenseite des folgenden Hypozygale ist keine Pinnula vorhanden. Die Endglieder der ersten 5—7 Pinnulae besitzen auf ihrer Innenseite ziemlich hoch hervorragende fein längsgefurchte Querwülste, die der meisten anderen Pinnulae zwei oder mehrere Reihen von kleinen nach einwärts gebogenen Dörnchen. Die Arme sind bis zur zweiten oder dritten Theilung durch die Haut der Scheibe verbunden. Auf letzterer befinden sich einige zerstreut stehende, kurze, stumpfe Knochen- Tuberkeln. Die Mitte der Scheibe nimmt die lange Afterröhre ein. Der Mund liegt in der Nähe der Peripherie. Von ihm verlaufen die Rinnen in unsymmetrischer Vertheilung zu den Armen. Farbe braun. Scheiben-Durchmesser 28 Mm.; Durchmesser des Exemplars 28 Cm.

Fundort: Schiffer-Inseln; gesammelt von Dr. Gräffe.

Göttinger Museum.

Diese Species wurde zuerst von Johannes Müller ?) als Comatula Bennetti beschrieben. Zu derselben Gattung ist sie auch von Dujardin und Hupé ?) gestellt. Die von ihnen gegebene Beschreibung ist unvollständig. Durch die gütige Vermittelung des Herrn Professor Keferstein wurde ich in den Stand gesetzt, von Herrn Herklots, Conservator am Reichs - Museum zu Leyden, durch Vergleichung meiner Beschreibung mit dem Original-Exemplare von J. Müller die Richtigkeit der Bestimmung des vorliegenden Exemplars feststellen zu lassen.

1) Monatsber. d. Berl. Acad. 1841. p. 187. Wiegmanns Arch. 1841. p. 146.

2) Hist. nat. d. zooph. échin. (Suite à Buffon.) 1862. p. 208.

92 Bölsche: Ueb. Actinometra Bennetti u. eine neue Comatula-Art.

Anted on Dübenci n. sp. (Fig. b.) 10 Arme. Breite des pentagonalen Centralknopfes 21/2 Mm., Höhe 1 Mm. Gegen 40 Ranken mit 12—14, in mehreren Wirteln angeordneten Gliedern, die cirrenlose ganz ebene Mitte ungefähr 1 Mm. breit. Die Glieder in der Mitte der Ranken höher als breit, von der Seite etwas zusammengedrückt. Aussen nur 2 Radialia sichtbar; alle 3 Radialia sind durch elastische Interarticularsubstanz verbunden. Das zweite (a) Radiale ist sehr niedrig, das Radiale axillare (b) dreieckig. Zwischen je 2 Radialia secunda liegt noch in der Mitte ein kleines Knochenplättchen (c). Das erste Syzygium (d) wird vom dritten und vierten Gliede gebildet; dann liegen 1–4 Glieder zwischen den Syzygien. Die Pinnulae nehmen von der ersten bis zur dritten an Grösse ab. Die erste, die sich am zweiten Gliede über dem Radiale axillare befindet, ist fast noch einmal so lang, als die zweite und besitzt gegen 24 Glieder. Die zweite Pinnula hat ebenso, wie die folgenden 12–14 Glieder, die viel höher als breit sind. Die ganze Oberfläche der Arm- und Pinnulae-Glieder ist mit ciner grossen Menge von feinen Längsrippen bedeckt, die am aboralen Rande in feinen Spitzchen endigen. Arme sind bis zum zweiten Brachiale durch die Haut der Scheibe verbunden. Mund central; After excentrisch. Farbe braun. Grösse des Exemplars gegen 90 mm.; Scheiben-Durchmesser 7 Mm.

Fundort: Rio-Janeiro. Göttinger Museum.
Göttingen, 28. Juli 1865.

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Zuerst das Perlziesel Spermophilus guttatus T. Was ich von diesen Thierchen selbst gesehen habe, will ich getreulich berichten. Das erste Exemplar sahe ich anfangs November 1850 in Poturzyca bei Sokal am Flusse Bug in Galizien in der Gefangenschaft, ich nahm es zu mir, trug es in den Taschen herum und nahm es mit auf Reisen, manchmal schlief es ein oder zwei Tage hindurch, starb am 26. Dec. wahrscheinlich an den bitteren Mandeln des Weibnachts-Kuchens. Man tröstete mich, dass ich zum Frühjahre deren genug haben könnte ; der Schnee ging weg, ich besah mir die Röhren in welchen sie wohnten; der Schnepfenstrich und der April gingen zu Ende, und obschon ich alle Tage in's Feld ging, hatte ich noch kein Susel gesehen. Endlich in den ersten Maitagen, wahrscheinlich am dritten, denn ich hatte keine Flinte mit, und muss wohl ein Sonntag gewesen sein, waren wie mit einem Zauberschlage die Susli auf der Oberwelt erschienen. Ende Juni trieb ich welche mit Wasser aus ihren Röhren, bekam dabei vier junge halbwüchsige, machte zwei Dutzend Bälge, die zwölf Jahre unbeachtet im Kasten blieben, bis ich sie vor zwei Jahren mit nach Berlin nahm. Ein andermal habe ich Perlziesel gesehen in Podolien vor Kamieniec-podolski in den Feldern, 29. Mai 1858, hinter Kamieniec po, aber keine mehr, auch nicht im nördlichen Bessarabien. Dort sah ich ein Sp. citillus, welches mir und dem Hunde entschlüpfte. Einen zweiten citillus bemerkte ich in Podolien am Ufer des Dniesters dort, wo derselbe das Flüsschen Ladawa aufnimmt, drei Meilen vor Mohilew, am 4. Juni 1858, er schlüpfte in einen Steinhaufen, und als ich die Steine auseinander warf, fing ihn der Hund. Hatte ich während meines fünfjährigen Aufenhalts in Poturzyca versäumt, mich mit den Perizieseln bekannt zu machen, so wollte ich es im vergangenen Jahre wieder einbringen, und fuhr nach Poturzyca, Eigenthum des Herrn Grafen W. Dzieduszycki, wo ich am 1. October ankam. Leider zu spät, die Susli schliefen schon. Mit Aufmerksamkeit untersuchte ich die Röhren um einen Winteraufenthalt zu entdecken, fand aber nichts, als an wenigen Orten ausgeworfenen Lehm und Kreidemergel. In einem Kleefelde liess ich graben, die Röhre lief schräg, (und das sind seltene Fälle, gewöhnlich sind sie fallrecht), machte eine halbe Schnecken windung und in einer Tiefe von drei Fuss kam ich in eine Kammer, mehr als einen Kubikfuss Raum enthaltend, und ganz ausgefüllt mit Strohsplittern und Heu, auch einigen Kleeblättern und Kleeblüthen; behutsam wurde alles hinweggeräumt und auf dem Boden der Kammer zeigten sich zwei Röhren, die sich nach unten senkten und zwei Fuss tiefer zu einer zweiten eben so grossen Kammer führten, nur halb mit Stroh und Heu ausgefüllt, und wieder liefen zwei Röhren aus, horinzontal und in entgegengesetzten Richtungen; ich verfolgte sie, die eine war drei, die andere vier Fuss lang, und am Ende in jeder Röhre sass eine Kröte, Bufo viridis, variabilis. Dieser Bau war sicher zu einem Winterquartier hergerichtet worden, Stroh, Heu, Kleeblätter waren ganz trocken und unlängst eingetragen. Am anderen Tage licss ich einen zweiten Bau ausgraben, vier Fuss tief fand ich eine Kammer wie die gestrigen, ohne Nebengänge, aber ganz ausgefüllt mit Heu und Stroh, und drin sassen drei Kröten. Die folgenden Tage arbeitete ich weiter, durchstach an zwei Stellen einen Damm, dessen Inneres ein Labyrinth von Gängen und Röhren

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