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intensiver geschwärzt, als auf nördlicherem Boden. Der bei den Tintenfischen so auffiilligen BeherrEs ist doch wohl zu vermuthen, dass hier die Con- schung des Farbenwechsels durch das Nervensystem stitution eine ähnliche Festigung gegen die Hitze lässt sich das Dunklerwerden einheimischer Amalien erführt, wie beim Neger, so wenig wir auch noch und anderer Nacktschnecken in Folge von Hunger oder Einblick haben in den ursächlichen Zusammenhang Kälte an die Seite stellen. bei beiden.

In neuerer Zeit werden die Pigmente vielfach "Wenn wir wirklich uns der erfreulichen Ueber

Tahr als Ausscheidungen aus dem Blute aufgefasst, als zeugung hingeben dürfen, dass die Abhängigkeit der

Abfallstoffe, die vom Organismus zu neuer Leistung Dunkelfärbung vom Blute als imerer und vom Klima

verwerthet und in ihn wieder eingefügt werden. als äusserer Ursache bei den besprochenen Pulmonaten

(Eisig.) klar liege, so giebt es doch Fälle, in denen umgekehrt

Die Anschauung passt noch besser, als auf die jeder Anhalt für die Beurtheilung fehlt. Unter den

Chromatophoren, auf die Farbdrüsen unserer Thiere. Vaginuliden ist die höchst eigenartige Gattung Atopos

Allerdings ist die Schwierigkeit hier noch grösser, da vielleicht die ursprünglichste. Von einer Beziehung

meistens nur einzellige Drüsen in Frage kommen, ihres Notaeums, das den ganzen Rücken bedeckt, zum

welche oberfliichlich zwischen das Epithel eingeschoben Fusse der übrigen kann nicht die Rede sein, das Notaeum ist der Mantel. Gleichwohl zieht in seiner

Ernährungsflüssigkeit, ist kaum zu bezweifeln, aber es ganzen Linge in mittlerer Höhe eine dunkle Binde

fehlt jeder Anhalt, ob das Serum oder unmittelbar die hin, so dass eine gewisse Aehnlichkeit mit der Stamm

zelligen Elemente dabei thätig sind. Die bunten binde unserer nackten Pleurommatophoren entsteht.

Farben der Chromatophoren bei Tintenfischen und Sehr auffallend ist eine über die ganze Fläche gehende

Flossenfüssern scheinen einen Uebergang zwischen feinere Kreuzstreifung. Aber jene Aehnlichkeit wird

beiden Pigmentträgern anzudeuten. noch erhöht dadurch, dass die weitere Ausfärbung

Von unserem Gesichtspunkte aus ist zu betonen, ebenso von der Binde als einer festen Grenzlinie be

dass auch die oberflächlichen Farbdrüsen unter dem stimmt wird. Entweder die obere Hälfte wird wolkig

directen Einflusse der Umgebung, vor Allem der Temdunkel, oder die ganze untere, mit einem Stich ins

peratur, stehen, so dass auch hier die Bedeutung für Blaue, wobei die andere Hälfte ihre Kreuzstreifung

die Constitution durchsichtig wird. behält, oder die ganze Fläche dunkelt unter Ver

Unser Limax marimus ist in der ersten Jugend schwinden der Binde.

roth, in den südlichen Theilen seines A reals bleibt er

es vielfach; im Norden, zumal im Freien, wird das Hier haben wir eine so eigenthümliche Ueber

Roth durch den Winter ausgelöscht. Arion empiricorum einstimmung, dass man, unbeschadet jener Abhängig

wird in warmen Lagen so gut, wie bei Cultur im keit der Binde vom Blutlauf bei den Limaciden und

geheizten Zimmer, grell gelb. Viele unserer NacktArioniden, ein allgemeineres, tiefer liegendes Gesetz

schnecken, sowie die Vitrinen, haben an den südlichen vermuthen möchte.

Grenzen ihrer Verbreitungsbezirke mehr oder weniger Andererseits darf nicht verschwiegen werden, dass Roth in ihrer Haut. Hierher gehört aber ebenso gut die Ableitung der Chromatophoren von den Lymph- das Vorwiegen bunter Gehäuse bei Land- und Seezellen durchaus zwar für die Schnecken, bez. die schnecken, sowie Muscheln, in den Tropen, das sich Lungenschnecken, wahrscheinlich gemacht werden kann, auf die Farbdrüsen des Mantels gründet. dass aber sicherlich bei den Weichthieren im All- Es scheint, dass wir es hier lediglich mit übergemeinen sehr wechselnde Verhältnisse bestehen, welche füssigen Ausscheidungsproducten des durch die Wärme zum mindesten auf eine seit alter Zeit in andere erhöhten Stoffwechsels zu thun haben, ohne dass die Richtung abgelenkte Ausbildung hindeuten; so zum Abfälle von weiterer Bedeutung wären (also mehr mindesten muss die Einrichtung des Farben wechsels oder weniger ohne Naturauslese). Gelegentlich aber bei Cephalopoden und Pteropoden beurtheilt werden. wird auch von den bunten Stoffen Gebrauch gemacht, Bei den ersteren ist die Differenzirung so weit ge- theils in Farbenanpassung an die Umgebung (braune gangen, dass die Farbzellen rings von radiüren Muskeln Scyllaeen im Sargassomeer, blaue Glaucus pelagisch, begleitet werden. Und neuerdings hat die embryo- viele Dorididen u. A.), theils in entgegengesetzter logische Untersuchung erwiesen, dass sie dem Ecto- Richtung, wenn die Ausscheidung durch Geruch oder derm entstammen und sich zuerst in trichterförmigen Geschmack ekelerregend wird, bei rothen Arion empiriEinsenkungen, die sich dann schliessen, in das sub- corum, Eledone, Aplysia u. A. Dabei können wir cutane Gewebe hinabdrängen.

wenigstens an unseren terrestrischen Nacktschnecken

inwiefern das Blut unmittelbar die Eindrücke des Klimas aufnimmt und darauf reagirt, und zwar theils das Serum, theils die Leucocyten, ob die letzteren nicht geradezu zu Chromatophoren werden und dadurch eine positive Aufgabe erhalten.

beobachten, wie die bunten Stoffe, die zunächst zwischen dem Epithel liegen bleiben als reine Farbmittel, durch südliche Wärme geradezu nach aussen entleert werden als Drüsensecrete (grosse Limaces u. A.).

Diese Ausscheidungen und ihre klimatische Steigerung (wiederum ein Pendant zu dem Negergeruch) beschränken sich aber bei Weitem nicht blos auf die einzelligen Farbdrüsen - afrikanische Urocycliden sondern dicke weissliche Massen auf dem ganzen Rücken ab — ), vielmehr beeinflussen sie äussere und innere Drüsen in stärkstem Maasse. Von unseren Nacktschnecken stammen die Arioniden mit ihrer Schwanzdrüse vom warmen Südwesten unseres Erdtheils. Die grosse Drüse ist lediglich eine Folge des Klimas, in dem die Gattung gezeitigt wurde. Viel tiefere, förmliche Taschen und Säcke werden aber solche Schwanzdrüsen lediglich bei tropischen Formen, namentlich Zonitiden. Und damit geht es Hand in Hand, dass bei denselben auch die Niere einen weit complicirteren Bau, mit stark lamellösem rückläufigen Ureterschenkel besitzt, als bei irgend einer palaearktischen Schnecke. Sind wohl bei anderen Thiergruppen auch nur annähernd so starke Beeinflussungen ihrer Oekonomie und damit ihres inneren Baues vom Klima bekaunt: Dass die Wärme die Verbreitung der Thiere in hohem Maasse regelt, weiss Jeder; aber zum Studium des unmittelbaren Einflusses auf die Constitution dürften sich am besten die Weichthiere eignen, die vermuthlich in Zukunft noch weit mehr als bisher zu experimentellen Aufschlüssen dienen werden.

Es liesse sich noch vieles anführen, was in den Kreis unserer Betrachtungen gehört, namentlich in Beziehung auf die Ausscheidungen. Die Schwefelsäure im Speichel vieler Vorderkiemer und ihr Gebrauch zum Verkleinern des Kalkes ihrer Beutethiere ist in neuerer Zeit mehrfach behandelt; aber auch der Hautschleim von Tethys reagirt sauer, er riecht nach Citronen. Dass viele kleine nackte Hinterkiemer Schutz- bez. Ekelstoffe absondern, die sie den Fischen erfreulicherweise verächtlich machen, ist neulich von englischer Seite gezeigt worden. Aber bei diesen Dingen, die ein reiches Erntefeld für die Zukunft in Aussicht stellen, sind wir über die ersten Tastversuche noch nicht hinaus. Auf jeden Fall scheinen die Weichthiere berufen, über die Constitution, über die Beeinflussung des gesammten Haushaltes durch die physikalischen Bedingungen der Aussenwelt noch viel Licht zu verbreiten. Zunächst sollte hier nur ohne Heranziehung neuer Thatsachen das Problem angeregt werden, ob es nicht möglich wäre, zu entscheiden,

Abgeschlossen den 31. August 1892.

Naturwissenschaftliche Wanderversamm

lungen. Der V. allgemeine deutsche Bergmannstag findet vom 4.-8. September in Breslau statt.

Am 5. September tritt in Wien der II. internationale dermatologische Congress zusammen.

Der preussische Medicinalbeamten - Verein hält seine Hauptversammlung am 5. und 6. September d. J. in Berlin im Langenbeckhause ab.

Der III. internationale Congress für Dermatologie und Syphilidologie findet vom 5.-10. September d. J. in Wien statt. Präsident: Professor M. Kaposi. Generalsecretär: Dr. Riehl.

Der internationale botanische Congress findet vom 5.-11. September d. J. in Genua statt.

Der erste internationale Congress für Gynäkologie und Geburtshülfe wird unter dem Präsidium des Professor's Kufferath am 13. September in Brüssel eröffnet werden und bis zum 18. September dauern.

Der intercoloniale australische Congress für Medicin wird vom 26.-30. September d. J. in Sydney tagen.

Im September d. J. wird in Paris ein ethnologischer Congress verbunden mit einer Ausstellung abgehalten werden.

Die 9. Sitzung des internationalen Amerikanischen Congresses wird vom 1.-6. October d. J. im Kloster Santa-Maria de la Rábida bei Huelva in Spanien tagen.

Der X. österreichische Aerztevereinstag findet am 7. und 8. October in Wien statt.

Der internationale Congress für prähistorische Archäologie und Anthropologie, welcher dieses Jahr in Moskau abgehalten wurde, soll im Jahre 1893 in Konstantinopel oder Athen stattfinden.

Die 4. Abhandlung von Band 58 der Nova Acta: C. Freih. von Gumppenberg : Systema Geometrarum

zonae tenperatioris septentrionalis. Systematische Bearbeitung der Spanner der nördlichen gemässigten Zone. Fünfter Theil. 17 2 Bogen Text.

(Preis 5 Rmk.) ist erschienen und durch die Buchhandlung von Wilh. Engelmann in Leipzig zu beziehen.

Druck von E. Blochmann & Sohn in Dresden.

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AMTLICHES ORGAN

DER KAISERLICHEN LEOPOLDINO-CAROLINISCHEN DEUTSCHEN AKADEMIE

DER NATURFORSCHER HERAUSGEGEBEN UNTER MITWIRKUNG DER SEKTIONSVORSTÄNDE VON DEM PRÄSIDENTEN

Dr. C. H. Knoblauch.

Halle a. S. (Paradeplatz Nr. 7.)

Heft XXVIII. — Nr. 17–18.

September 1892.

Inhalt: Amtliche Mittheilungen: Adjunktenwahl im 8. Kreise. — Veränderungen im Personalbestande der Aka

demie. - Beiträge zur Kasse der Akademie. - Wilhelm Weber. Nekrolog. – Sonstige Mittheilungen: Eingegangene Schriften. – Ferrini, Rinaldo: Ein Beitrag zur Bewegungstheorie der Gase. – Biographische Mittheilungen. – Naturwissenschaftliche Wanderversammlungen. – Die 5. Abhandlung von Band 58 der Nova Acta.

Amtliche Mittheilungen.

Wahl eines Adjunkten für den 8. Kreis (Westfalen, Waldeck, Lippe und Hessen-Cassel).

Durch den Tod des Herrn Geheimen Regierungsratlıs Professor Dr. Richard Greeff in Marburg ist die Neuwahl eines Adjunkten für den 8. Kreis nothwendig geworden. Ich ersuche alle diesem Kreise angehörigen Mitglieder ergebenst, Vorschläge zur Wahl des betreffenden Adjunkten bis 10. November 1892 an das Präsidium gelangen zu lassen, worauf die Zusendung von Stimmzetteln erfolgen wird. Halle a. S. (Paradeplatz Nr. 7), den 30. September 1892.

Dr. H. Knoblauch.

Veränderungen im Personalbestande der Akademie.

Neu aufgenommene Mitglieder: Nr. 2960. Am 26. September 1892: Herr Dr. Johann Georg Friedrich Ludwig von Ammon, königlicher

Oberbergamtsassessor bei der geognostischen Abtheilung des königlichen Oberbergamts und Privatdocent an der königlichen technischen Hochschule in München. – Zweiter Adjunktenkreis. –

Fachsektion (4) für Mineralogie und Geologie. Nr. 2961. Am 26. September 1892: Herr Dr. Karl Gustav Adolf Compter, Director der grossherzoglichen

W. und L. Zimmermanns Realschule in Apolda. – Zwölfter Adjunktenkreis. — Fachsektion (4)

für Mineralogie und Geologie. Nr. 2962. Am 26. September 1892: Herr Dr. Hippolyt Julius Haas, Professor der Geologie und Paläonto

logie an der Universität, Custos am mineralogischen Institut in Kiel. – Zehnter Adjunktenkreis. –

Fachsektion (4) für Mineralogie und Geologie. Nr. 2963. Am 26. September 1892: Herr Dr. Carl Friedrich Wilhelm Hess, Professor für Zoologie und

Botanik an der königlichen technischen Hochschule, Professor für Botanik an der königlichen
thierärztlichen Hochschule in Hannover. – Neunter Adjunktenkreis. – Fachsektion (5) für

Botanik, sowie (6) für Zoologie und Anatomie.
Leop. XXVIII.

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Nr. 2964. Am 26. September 1892: Herr Geheimer Oberforstrath Dr. Johann Friedrich Judeich, Director

der Forstakademie in Tharandt. – Dreizehnter Adjunktenkreis. — Fachsektion (6) für Zoologie

und Anatomie. Nr. 2965. Am 26. September 1892: Herr Dr. Friedrich Ludwig Heinrich Konrad Keilhack, königlicher

Landesgeolog in Berlin. — Fünfzehnter Adjunktenkreis. — Fachsektion (4) für Mineralogie und

Geologie. Nr. 2966. Am 26. September 1892: Herr Professor Dr. Bernhard Adalbert Emil Koehne, Oberlehrer am

Falk-Realgymnasium in Berlin. — Fünfzehnter Adjunktenkreis. — Fachsektion (5) für Botanik. Nr. 2967. Am 26. September 1892: Herr Dr. Joseph Kriechbaumer, I. Adjunkt an der zoologisch-zooto

mischen Sammlung des Staates in München. — Zweiter Adjunktenkreis. — Fachsektion (6) für

Zoologie und Anatonie. Nr. 2968. Am 26. September 1892: Herr Professor Dr. Ernst Loew, Oberlehrer am königlichen Real

gymnasium in Berlin. – Fünfzehnter Adjunktenkreis. — Fachsektion (5) für Botanik. Nr. 2969. Am 26. September 1892: Herr Dr. Hans Molisch, Professor der Botanik an der technischen

Hochschule, Custos an der botanischen Abtheilung des steiermärkischen Landesmuseums in Graz. —

Erster Adjunktenkreis. — Fachsektion (5) für Botanik. Nr. 2970. Am 26. September 1892: Herr Dr. Johann Carl Ferdinand Rosenberger, Oberlehrer an der

Musterschule (Realgymnasium) in Frankfurt a. M. – Sechster Adjunktenkreis. - Fachsektion (2)

für Physik und Meteorologie. Nr. 2971. Am 26. September 1892: Herr Dr. Hugo Hermann Schauinsland, Director der städtischen

Sammlungen für Naturgeschichte und Ethnographie in Bremen. — Neunter Adjunktenkreis. –

Fachsektion (6) für Zoologie und Anatomie. Nr. 2972. Am 26. September 1892: Herr Dr. Johannes Kuno Walther, Professor der Geologie und

Paläontologie an der Universität in Jena. – Zwölfter Adjunktenkreis. — Fachsektion (4) für

Mineralogie und Geologie. Nr. 2973. Am 26. September 1892: Herr Dr. Julius Wortmann, Dirigent der pflanzenphysiologischen

Versuchsstation der königlich preussischen Lehranstalt für Obst- und Weinbau in Geisenheim am

Rhein. — Sechster Adjunktenkreis. — Fachsektion (5) für Botanik. Nr. 2974. Am 26. September 1892: Herr Dr. Friedrich Heinrich August Zschokke, Professor der Zoologie

und vergleichenden Anatomie an der Universität in Basel. – Auswärtiges Mitglied. – Fachsektion (6) für Zoologie und Anatomie.

Gestorbene Mitglieder: Am 30. August 1892 in Marburg: Herr Geheimer Regierungsrath Dr. Richard Greeff, Professor der Zoologie

und vergleichenden Anatomie und Director des zoologisch-zootomischen Instituts an der Universität

in Marburg. Aufgenommen den 5. Februar 1877; Adjunkt seit 31. August 1881. Am 15. September 1892 in Wien: Herr Dr. Franz Romeo Seligmann, Professor der Geschichte der Medicin

an der Universität in Wien. Aufgenommen den 18. Juli 1863; cogn. Ali Abbas. Am 28. September 1892 in Altona: Herr Dr. Carl Moritz Gottsche, praktischer Arzt in Altona. Aufgenommen den 15. October 1841; cogn. Hedwig II.

Dr. H. Knoblauch.

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Beiträge zur Kasse der Akademie.
September 26. 1892. Von Hrn. Privatdocent Dr. L v. Ammon in München Eintrittsgeld und Ab-

lösung der Jahresbeiträge . . . . . . . . . . . . . 90 Director Dr.G. Compter in Apolda Eintrittsgeld u. Jahresbeitrag f. 1892 36 , Professor Dr. H. Haas in Kiel Eintrittsgeld u. Jahresbeitrag für 1892 36

Professor Dr. W. Hess in Hannover Eintrittsgeld . . . . . . » Professor 0. Hoppe in Clausthal Jahresbeitrag für 1892. ... 6 Geh. Oberforstrath Dr. F. Judeich in Tharandt Eintrittsgeld und

Ablösung der Jahresbeiträge . . . . . . . . . . . . 90 , Landesgeolog Dr. K. Keilhack in Berlin Eintrittsgeld und Jahresbeitrag für 1892 . . . . . . . . . . .

.

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September 26. 1892. Von Hrn Prof. Dr. E. Koehne in Berlin Eintrittsgeld u. Jahresbeitrag f. 1892

„ Dr. J. Kriechbaumer in München Eintrittsgeld u. Jahresbeitrag für 1892

Professor Dr. E. Loew in Berlin Eintrittsgeld u. Ablös. d. Jahresbeiträge
Professor Dr. H. Molisch in Graz Eintrittsgeld u. Jahresbeitrag für 1892
Oberlehrer Dr. F. Rosenberger in Frankfurt a. M. Eintrittsgeld und

Jahresbeitrag für 1892 . . . . . . . . . . . . .
,

Director Dr. H. Schauinsland in Bremen Eintrittsgeld und Jahres.

beitrag für 1892 . . . . . . . . . . . . . . . Director Dr. J. Schnauss in Jena Jahresbeitrag für 1892 ... Prof. Dr. J. Walther in Jena Eintrittsgeld u. Ablösung der Jahresbeiträge

Dr. J. Wortmann in Geisenheim a. Rh. Eintrittsgeld..... , Prof. Dr. F. Zschokke in Basel Eintrittsgeld u. Ablös. d. Jahresbeiträge

Dr. H. Knoblauch.

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Wilhelm Weber. *)

Von Eduard Riecke. Wilhelm Weber war geboren in Wittenberg am 24. October 1804 als Sohn des dortigen Professors der Theologie Michael Weber. Er war das fünfte unter 7 heranwachsenden Geschwistern. Seine Kindheit fiel in eine Zeit der tiefsten Demüthigung unseres Vaterlandes, er sah seine Heimathstadt in den Händen der Franzosen und erlebte ihre Belagerung durch das preussische Armeecorps des Generals v. Bülow. Die in die Stadt geschleuderten Kugeln entzündeten einen Brand, welchem auch das väterliche Haus zum Raube wurde; die Familie Weber füchtete nach dem benachbarten Orte Schmiedeberg, und dort drang der Donner der Geschütze von der Leipziger Schlacht zu dem Ohr des Knaben. Im Jahre 1815 wurde die Wittenberger Universität mit Halle vereinigt, und die Familie Weber siedelte nach dem letzteren über. Wilhelm Weber besuchte dort die Unterrichtsanstalten des Waisenhauses, später die Universität. Von einem Einfluss seiner Lehrer auf seine Entwickelung ist nichts bekannt; er selbst erwähnt, dass in Halle nur wenig Vorlesungen gehalten worden seien, welche für ihn von Bedeutung gewesen wären. Der Fall, dass in einem theologischen Hause drei Brüder dem Studium der Naturwissenschaften sich widmen, dürfte ein seltener sein, und die Frage liegt nahe, wie die naturwissenschaftlichen Neigungen in das Haus kamen, in welchem der Vater wesentlich theologisch-philologischen Interessen zugewandt war. Zunächst wird hier der Umstand anzuführen sein, dass die Weber'sche Familie in Wittenberg in dem Hause eines ihr befreundeten Professors der Naturlehre, Langguth, wohnte, dessen naturwissenschaftliche Sammlungen in der damaligen Zeit eine gewisse Berühmtheit besassen. Ausserdem aber wohnte in demselben Hause als ein Jugendfreund des Hausherrn Chladni, der Entdecker der Klangfiguren, der erste Erforscher der auf die Erde niedergefallenen meteorischen Massen. Dieser gehörte in Wittenberg zu dem vielfach angeregten Kreise, welchen namentlich die lebhafte und begabte Mutter an das Weber’sche Haus zu fesseln wusste. Wir dürfen wohl annehmen, dass Chladni, welcher auch in Halle ein gern gesehener Gast des Weber'schen Hauses blieb, die Lust zu physikalischen Versuchen zuerst bei dem älteren Bruder Ernst Heinrich erweckte. Dieser aber erkannte früh die ungewöhnliche Begabung des um 10 Jahre jüngeren Bruders Wilhelm und war, wie Weber selbst berichtet, bis zu der Promotion fast sein einziger Lehrer in dem Felde der Naturwissenschaften. Daher hat Wilhelm Weber für ihn sein ganzes Leben hindurch nicht nur die innige Liebe des Bruders, sondern auch eine Pietät empfunden, welche dem Lehrer und dem fast väterlichen Freunde galt. Während Wilhelms letzter Studienjahre beschäftigten sich die beiden Brüder mit Experimentaluntersuchungen, deren Ergebnisse in dem Werke „Die Wellenlehre auf Experimente gegründet“ veröffentlicht worden sind. Im Jahre 1826 erwarb sich Weber mit einer Dissertation Ueber die Wirksamkeit der Zungen in den Orgelpfeifen“ die Doctorwürde, im Jahre darauf habilitirte er sich in Halle mit einer Schrift „Ueber die Gesetze der Schwingungen zweier Körper, welche so mit einander verbunden sind, dass sie nur gleichzeitig und gleichmässig schwingen können“. Eine ausserordentliche Professur in Halle wurde ihm 1828 verliehen. Im Herbste dieses Jahres machte er sich zu Fusse von Halle auf den Weg, um die Naturforscherversammlung in Berlin zu besuchen; denn der erste

*) Rede gehalten in der öffentlichen Sitzung der K. Gesellschaft der Wissenschaften 5. December 1891. – Vergl. Leopoldina XXVII, 1891, p. 94, 110.

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