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nach der österreichischen Occupation ist mit der Auf- erörtert noch besonders eingehend die Frage, ob eine schliessung begonnen worden. Die neuen Arbeiten Ueberhöhung zulässig sei oder nicht. Er selbst hält beziehen sich auf genaue Vermessungen des Landes eine geringe Veberhöhung für zulässig. und auf geologische Aufnahmen. Die letzteren haben Zum Schluss der Sitzung sprach Herr Bürgerzu einem ganz ansehnlichen Bergbau geführt. Auch schullehrer Poruba-Wien über: „Die Verwendung auf forstwirthschaftlichem und hydrographischem Ge- von Projectionsapparaten für den geographischen biete ist Vieles geleistet. Wegebau und Meliorationen Unterricht“. Mit dem Hinweis auf den Werth eines haben ebenfalls Fortschritte bedeutender Art erfahren. solchen Unterrichtsmittels verband der Redner eine Die Kenntniss der klimatischen Verhältnisse ist soweit Darstellung der Art und Weise, nach welcher der gediehen, dass der Zusammenhang zwischen Klima und Lehrer mit den Projectionsapparaten zu arbeiten habe, Bodengestaltung deutlich hat festgestellt werden und ging dabei auch auf die rein praktischen Fragen können. Endlich widmet man auch der Flora und der Beleuchtung u. 8. w. ein. Fauna Bosniens neuerdings erhöhte Aufmerksamkeit. An die drei Vorträge schloss sich eine lebhafte Statistische Aufnahmen unterrichten bereits vortrefflich Debatte an. Bestimmte Resolutionen wurden aber über die Bevölkerungsverbältnisse, deren geschichtliche nicht gefasst. Entwickelung zahlreiche volkskundliche Untersuchungen Für die Vormittagssitzung am Freitag den 3. April aufgeklärt haben. Im Lande selbst hat sich eine war die Erforschung der Binnenseen als BerathungsGesellschaft arbeitsamer Gelehrter gebildet, welche die gegenstand auf die Tagesordnung gesetzt. Der Vorbegonnene Arbeit mit Fleiss fortsetzen wird. sitzende Herr Professor Fischer - Marburg ertheilte

Nachdem hierauf Herr Professor Götz-München zunächst Herrn Professor Richter-Graz das Wort. seinen Vortrag: „Ueber die südserbischen Gebirge Derselbe sprach über: „Die Temperaturverhältnisse zwischen dem Lim und der Morawa“ wegen der vor- der österreichischen Alpenseen“. Redner hat seit geschrittenen Zeit zurückgezogen hatte, wurde die geraumer Zeit im Wörther See bei Klagenfurt Vormittagssitzung geschlossen.

Teniperaturbeobachtungen vorgenommen, die zu neuen In der Nachmittagssitzung, in welcher Professor interessanten Ergebnissen geführt haben. Die Aenderung Penck - Wien den Vorsitz führte, bildeten - die An- der Temperaturvertheilung im Wasser während des schauungsmittel im geographischen Unterricht den Jahres vollzieht sich in der Art, dass im Sommer oben Gegenstand der Verhandlung. Herr Prof. Umlauft. das wärmere und unten das kältere, im Winter umWien sprach über „Das geographische Schulcabinet“. gekehrt unten das wärmere und oben das kältere Redner bedauerte das geringe Interesse, das noch Wasser sich befindet. Mit Hülfe der bedeutend verimmer auf vielen Schulen für die Errichtung eines besserten lostrumente hat ferner eine bisher noch solchen Cabinets vorhanden sei, obwohl von Herrn unbekannte Thatsache festgestellt werden können. Im Dr. Schneider - Dresden und ihm wiederholt die Be- ' Sommer ist nämlich die Abnahme der Temperatur nach deutung desselben beleuchtet sei. Sodann schilderte. der Tiefe keine allmähliche, sondern etwa bei 84/4 m er die auf seiner Schule befindliche Sammlung und unter der Oberfläche eine plötzliche. Redner bezeichnet zeigte zugleich, in welcher Weise dieselbe im Unter die Stelle, innerhalb welcher sich der schnelle Ueberricht benutzt werde. Der Vortrag schliesst mit dem gang von warm zu kalt vollzieht, als Sprungschicht Antrage, dass eine Commission erwählt werden möge, der Temperatur. Die Ursache für diese eigenartige welche des Näheren sich mit diesem Gegenstande Erscheinung ist nicht in der directen Wirkung der beschäftigen und vor Allem ein Verzeichniss für die Sonnenstrahlen während des Sommers, noch in dem nothwendigsten Dinge aufstellen solle.

Einfluss des Wellenschlages zu suchen, es ist vielmehr In dem zweiten Vortrage behandelte Herr Prof. allein die nächtliche Abkühlung des Wassers, welche Klar-Sternberg das Thema: „Das Relief als Unter- in Verbindung mit Convectionsströmungen eine solche richtsbehelf". In dem geographischen Unterricht sei - Sprungschicht schafft. Bei der Untersuchung über vor Allem auf das Erwecken klarer Anschauungen das Verhältniss zwischen der Temperatur der Luft das Augenmerk zu richten. Dies wird erreicht durch und des Wassers zeigte es sich, dass die Temperatur die Anschauung der Gegenstände in der Natur selbst, des Wassers an der Oberfläche das ganze Jahr hinsodann aber auch durch gute Nachbildungen. Unter durch höher liegt, als die der Luft; im Winter ist letzteren sind die plastischen von besonderer Bedeutung auch die mittlere Temperatur der gesammten-Wasserund namentlich ist da das Relief im Unterricht fast masse höher. Ob ein klimatischer Gewinn für die unentbehrlich. Redner behandelt dann auf Grund Seeumgebung daraus entspringt, erscheint dem Redner eigener Erfahrungen die Art der Herstellung und noch zweifelhaft.

Herr Graf Zeppelin-Konstanz berichtete nun längerer Zeiträume sich wiederholen und sich überall über: „Die Erforschung des Bodensees“. Die fünf gleich sinnig vollziehen. Als Beispiele gelten Ostsee Uferstaaten des Bodensees haben sich zu einer gemein- und Schwarzes Meer. An dem Kanal ist aber der samen Erforschung des Sees vereinigt. Zunächst soll · Nachweis solcher Schwankungen ebenfalls gelungen, auf Grund zahlreicher Lothungen eine neue Karte und zwar werden dieselben durch die Seine bewirkt. geschaffen werden (Maassstab 1:50 000). Die bis- Aus diesen Wahrnehmungen kann man den Schluss herigen Tiefenmessungen haben schon manches wichtige ziehen, dass manche der vermeintlichen Hebungen und Resultat gebracht. Die grösste Tiefe von 252 m liegt Senkungen des Landes auf derartige Schwankungen westlich von der Linie Rorschach-Friedrichshafen. Der des Meeresspiegels zurückzuführen sind. Dass es aber Grund des Sees zeigt auf einer Fläche von 50 qkm gleichwohl auch Bewegungen des festen Landes geben im Gebiete der grössten Tiefe eine vollständig ebene muss, lehren die Pegelbeobachtungen an der Ostsee. Fläche. Interessant ist auch die Wahrnehmung, dass Hier waltet zwischen dem Verhalten des Wasserstandes der Rheinstrom auf dem Grunde des Sees in einer an der deutschen und dem an der schwedischen Küste Länge von 11 km von seiner Einmündung an eine eine grosse Verschiedenheit ob. Die schwedischen deutliche Stromfurche gebildet hat. Weiter werden Pegel zeigen neben Schwankungen, welche sich den chemische Analysen des Seewassers, sowie Unter- grossen klimatischen Perioden anpassen, noch eine suchungen des Bodensatzes vorgenommen. Auch dauernde Bewegung abwärts, die nur als eine Folge Messungen über das Eindringen des Lichtes gehören der Hebung des Landes aufgefasst werden kann, da in das Programm der Bodenseeforschung. Grossen die klimatischen und hydrostatischen Verhältnisse zur ErFleiss wird man ferner auf Temperaturbeobachtungen klärung nicht ausreichen. Damit ist ein deutlicher Beweis sowohl an der Oberfläche wie in der Tiefe verwenden. für das Vorhandensein tektonischer Hebungen erbracht. Als ein wichtiger Gegenstand der Forschung galten Zu ähnlichen Schlüssen kam Herr Dr. Siegerendlich die eigenartigen Schwankungen des Sees, am Wien in seinem Vortrage: „Niveauveränderungen an Genfer See „Seiches“ genannt. Dieselben sind vielleicht den skandinavischen Seen und Küsten.“ Redner hat die Ursache der erwähnten Ausebnung des Grundes. an den Seen Schwedens und Norwegens die Frage zu Die Erforschung des Bodensees hat aber erst begonnen; entscheiden versucht, ob einmal überhaupt sich perioRedner vermochte darum auf die Ergebnisse derselben dische Schwankungen in den Seespiegeln zeigen oder noch nicht näher einzugehen.

nicht, und weiter, ob aus den Bewegungen der Seen In der Besprechung, welche sich an die beiden vielleicht auf Niveauveränderungen in dem festen Vorträge anschloss, wurde vornehmlich die Art der Lande geschlossen werden kann. Während die erstere Aushebung von Grundproben erörtert.

Frage leicht bejaht werden konnte, stellten sich der Nach einer kurzen Pause begann Herr Professor Beantwortung der zweiten Frage grosse Hindernisse Brückner- Bern seinen Vortrag über „Schwankungen in den Weg. Es wurden nun eingehend die Punkte der Seen und Meere“. Jeder See zeigt im Laufe der erörtert, auf welche bei einer Untersuchung dieser Zeit Schwankungen, welche als das Resultat von Ab- Frage das Augenmerk zu richten sei, um zu sicheren Huss und Zufluss an Wasser sich ergeben. Zwischen Resultaten zu kommen. Obwohl Redner seine Unterabfliessenden und abflusslosen Seen zeigt sich in dieser suchungen noch nicht abgeschlossen hat, glaubt er Hinsicht ein grosser Unterschied. In ersteren bewirkt doch schon jetzt gegen Suess annehmen zu dürfen, ein starker Zufluss eine weit geringere Erhebung des dass Niveauveränderungen in Skandinavien vorhanden Wasserspiegels als in letzteren, wie die Verhältnisse sind, welche nur als Hebungen des Landes erklärt im Kaspischen Meere und im Bodensee, welche der werden können, Redner eingehend erörterte, lehren. Auch in der In der Nachmittagssitzung, der letzten der Tagung, Jahresperiode zeigen beide Seen verschiedenes Ver wurden zunächst geschäftliche Sachen erledigt. Prohalten. In den abflusslosen Seen verspätet sich das fessor v. Richthofen erstattete Bericht über die Ansteigen des Wassers in Folge starken Zuflusses Thätigkeit der Nachtigal - Denkmal- Commission. Der bedeutend. Es entstehen dadurch Deformirungen an Referent theilte mit, dass die Aufstellung der Nachtigalder Seeobei fläche, und zwar besonders in der Nähe Büste in Berlin in nächster Zeit erfolgen werde, dass der Flussmündungen. Diese Schiefstellungen des See- aber die Verhandlungen mit dem Denkmalausschuss spiegels werden zum Theil auch verursacht durch den in Stendal nicht das gewünschte Ergebniss gehabt Wind, durch Ungleichbeit des Luftdruckes und bei bätten und dieselben deshalb abgebrochen seien. Herr Salzseen durch Wechsel des Salzgehaltes. Redner zeigt Hauptmann Kolm gab darauf Rechnungslegung über nun, wie die Schwankungen der Binnenseen im Laufe die letzten zwei Jahre. Die nun vollzogene Wahl

zum ständigen Ausschuss ergab eine Wiederwahl der möglichst engen Verknüpfung beider Zweige der früheren Herren. Die nächste Versammlung wurde Geographie betonte. auf das Jahr 1893 angesetzt und als Versammlungsort Herr Prof. Steiner-Prag erhielt nunmehr das Stuttgart bestimmt. Endlich kam noch der von Prof. Wort zu seinem Vortrag: „Ueber Photogrammetrie". Kirchhoff - Halle im Auftrage der Centralcommission Der Werth der Verwendung der Photographie zu für deutsche Landeskunde gestellte Antrag auf Grün- topographischen Aufnahmen und Vermessungen liege dung einer Gesellschaft für deutsche Landeskunde zur darin, dass man Zeit erspare und dass man genaue, Annahme.

von Irrthümern freie Ergebnisse erhalte. An der Hand Nach Erledigung dieser geschäftlichen Angelegen- aufgestellter Apparate und Zeichnungen demonstrirte heit schritt man zum letzten Theil der Tagesordnung der Redner sodann eingehend die Art der Aufnahme, Herr Dr. Oberhummer- München sprach über: „Die sowie die Methode der Verarbeitung des Beobachtungskünftigen Aufgaben der historischen Geographie“. materiales. Redner wendete sich zunächst gegen die Ansichten Nachdem hiermit die Tagesordnung erledigt war, Prof. Gerlands in Strassburg, der aus der wissen- schloss der Vorsitzende Herr Ministerialrath Lorenz schaftlichen Geographie den Menschen ganz gebannt von Liburnau den IX. deutschen Geographentag wissen will. Die Geographie habe in hohem Grade in Wien. sich auch mit politisch- historischen Fragen zu be- Für den Vormittag des 4. April waren Beschäftigen. Leider sei in letzter Zeit das historische sichtigungen der naturhistorischen Museen und anderer Moment in der Forschung etwas zurückgetreten; wissenschaftlicher Institute vorgesehen; am Nachmittag Ritters Ideen seien vergessen. Denn auf dem Gebiete dagegen unternahmen die Theilnehmer des Geographender historischen Geographie ist seit ihm kein Fort- tages einen Ausflug zu dem Kahlenberg. schritt zu verzeichnen. An Stelle der sogenannten Am Sonntag den 5. April schlossen sich Einige politischen Geographie ist jetzt die Anthropogeographie der Geographen einer Excursion nach dem Semmering getreten, die in vorzüglicher Weise durch Prof. Ratzel an, während Andere der freundlichen Einladung der ausgebaut ist. Allein in dieser Anthropogeographie ungarischen Geographischen Gesellschaft nach Budaliegt besonders für jüngere Geographen eine Gefahr. pest folgten. Der Empfang, welcher diesen Herren in Dieselbe führt zu leicht auf rein geistige Speculationen Budapest bereitet wurde, war ein glänzender. An und vernachlässigt das Quellenstudium, welches für diesen Besuch der Hauptstadt Ungarns schloss sich unter diesen Zweig der Geographie unentbehrlich ist. Wie Leitung der Herren Bezirkshauptmann v. Sterneck in der Geschichte so muss auch hier eine kritische und Oberbergrath Stache eine achttägige Reise in Methode der Quellenbearbeitung befolgt werden. Selbst- das Karstgebiet an, auf welcher Fiume, Pola und Triest verständlich ist bei allgemeinen Arbeiten ein solches die Hauptstationen bildeten. In Folge des freundlichen Quellenstudium nicht zu verlangen, wohl aber bei allen Entgegenkommens der Behörden und privater Gesell. Specialuntersuchungen, was Redner an einigen Bei- schaften — der Societas Adriatica in Triest und der spielen erläutert. Jedenfalls sollte man der politischen Sektion Küstenland des d. und ö. Alpenvereins sei hier Geographie wieder mehr Aufmerksamkeit schenken. besonders gedacht – gestaltete sich diese Fahrt zu Dass es auf diesem Gebiete nichts Beständiges gebe, einer ausserordentlich interessanten und lehrreichen. sei kein Grund für ein völliges Abweisen desselben. Das historische Werden der Staaten muss auch von

Naturwissenschaftliche Wanderversammdem Geographen mit Interesse verfolgt werden. Ritters

lungen. Bedeutung bestehe gerade darin, dass er die historische Geographie so wesentlich gefördert hat. Dem heutigen

Vom 14.-19. September 1892 findet in Brüssel Geographen liege aber im Allgemeinen die alte Geo

der I. internationale Congress für Gynäkologie und graphie fern. Die Werke von Nissen und Partsch

Geburtshülfe statt. bilden eine Ausnahme. Zum Schluss gab der Redner

Die 4. Abhandlung von Band 57 der Nova Acta: noch eine genaue Definition der historischen Geographie, welche nach seiner Meinung gesondert bleiben müsse F. v. Dalwigk: Beiträge zur Theorie der Thetavon der physischen Geographie.

functionen von p Variablen. 51/2 Bogen Text. Gegen diese Ansicht wandte sich in der folgenden

(Preis 2 Rmk.) Besprechung des Vortrages Herr Prof. Richter- ist erschienen und durch die Buchhandlung von Graz, indem er gerade die Nothwendigkeit einer Wilh. Engelmann in Leipzig zu beziehen. Abgeschlossen den 29. Februar 1892.

Druck vou E. Blochmann und Sohn in Dresden.

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AMTLICHES ORGAN

DER KAISERLICHEN LEOPOLDINO-CAROLINISCHEN DEUTSCHEN AKADEMIE

DER NATURFORSCHER HERAUSGEGEBEN UNTER MITWIRKUNG DER SEKTIONSVORSTÄNDE VON DEM PRÄSIDENTEN

Dr. C. H. Knoblauch,

Halle a. S. (Paradeplatz Nr. 7.)

Heft XXVIII. - Nr. 5–6.

März 1892.

Inhalt: Amtliche Mittheilungen: Adjunktenwahl im 1. und 15. Kreise. – Wahl eines Vorstandsmitgliedes der

Fachsektion (4) für Mineralogie und Geologie. – Veränderung im Personalbestande der Akademie. - Beiträge
zur Kasse der Akademie. – Julius Wilhelm Ewald. Nekrolog. – Ferdinand Roemer. Nekrolog. (Fortsetzung.) -
Sonstige Mittheilungen: Eingegangene Schriften. – Biographische Mittheilungen. – Naturwissenschaftliche
Wanderversammlungen. – Die 2. Abhandlung von Band 58 der Nova Acta.

Amtliche Mittheilungen.

Adjunktenwahl im 1. und 15. Kreise. Nach Eingang der unterm 31. Januar 1892 erbetenen Vorschläge für die in Folge Hinscheidens der Herren Hofrath Professor Dr. Ernst Ritter von Brücke in Wien und Dr. Julius Ewald in Berlin nöthig gewordenen Neuwahlen je eines Adjunkten für den 1. und 15. Kreis sind unter dem 31. März d. J. an alle dem 1. resp. 15. Kreise angehörigen Mitglieder directe Wablaufforderungen und Stimmzettel versandt. Sollte ein Mitglied diese Sendung nicht erhalten haben, so bitte ich, eine Nachsendung vom Bureau der Akademie (Berggasse Nr. 1) zu verlangen. Sämmtliche Wahlberechtigte ersuche ich, ihre Stimmen baldmöglichst, spätestens bis zum 20. April 1892 an meine Adresse (Paradeplatz Nr. 7) einsenden zu wollen. Halle a. S. (Paradeplatz Nr. 7), den 31. März 1892.

Dr. H. Knoblauch.

Wahl eines Vorstandsmitgliedes der Fachsektion für Mineralogie und Geologie.

Nach Eingang der unterm 31. Januar 1892 erbetenen Vorschläge für die in Folge Hinscheidens des Herrn Geheimen Bergraths Professor Dr. Ferdinand Roemer in Breslau nöthig gewordenen Neuwahl eines Vorstandsmitgliedes der Fachsektion für Mineralogie und Geologie sind unter dem 31. März d. J. an alle dieser Sektion angehörigen stimmberechtigten Mitglieder directe Wahlaufforderungen und Stimmzettel versandt. Sollte ein Mitglied diese Sendung nicht erhalten haben, so bitte ich, eine Nachsendung vom Bureau der Akademie (Berggasse Nr. 1) zu verlangen. Sämmtliche Wahlberechtigte ersuche ich, ihre Stimmen baldmöglichst, spätestens bis zum 20. April 1892, an meine Adresse (Paradeplatz Nr. 7) einsenden zu wollen. Halle a. S. (Paradeplatz Nr. 7), den 31. März 1892.

Dr. H. Knoblauch.

Leop. XXVIII.

Verånderungen im Personalbestande der Akademie.

Neu aufgenommenes Mitglied: Nr. 2948. Am 11. März 1892: Herr Dr. Friedrich Rudolph Karl Ernst Koken, Professor der Mineralogie

und Geologie und Director des mineralogischen Instituts an der Universität in Königsberg. Fünfzehnter Adjunktenkreis. — Fachsektion (4) für Mineralogie und Geologie.

Dr. H. Knoblauch.

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30.

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Beiträge zur Kasse der Akademie.
März 3. 1892. Von Hrn. Dr. Deichmüller in Dresden Jahresbeitrag für 1892 . . . . .

, , Professor Dr. Gaule in Zürich desgl. für 1892 . . .

n Geh. Regierungsrath Professor Dr. Settegast in Berlin desgl. für 1892

Bergrath Paul in Wien desgl. für 1892. . . . . . . . . . . 6 01
Professor Dr. Henneberg in Darmstadt desgl. für 1892 . . . . .
Prof. Dr. Koken in Königsberg Eintrittsgeld und Jahresbeitrag für 1892

Prof. Dr. Oebbeke in Erlangen Jahresbeiträge für 1889, 1890, 1891 u. 1892 21.

Professor Dr. Eckhard in Giessen Jahresbeitrag für 1892 . . . . . 28.

Professor Dr. E. Lang in Wien desgl. für 1891 . . . . . . . .
Professor Dr. Bertkau in Bonn Ablösung der Jahresbeiträge . . . .

Hofrath Dr. Liebe in Gera Jahresbeitrag für 1892 (Nova Acta). ..
„ Professor Dr. Bauschinger in München Jahresbeitrag für 1892 ...
„9 Landesgeolog Dr. Loretz in Berlin desgl. für 1892 . . . . . . . 6

Dr. H. Knoblauch. Julius Wilhelm Ewald.*) Ein Akademiker im vollen Sinne des Wortes legte am 11. December 1891 sein Haupt zur ewigen Ruhe nieder, nachdem er auf drei Menschenalter hatte herabsehen können: Julius Wilhelm Ewald, der Nestor der deutschen Geologen. Ungestört durch die wechselvollen Ereignisse des neunzehnten Jahrhunderts, lebte er einzig seinen Studien und seiner Forschung. Geboren am 3. December 1811 in Berlin, in den Elementen unterwiesen auf dem alten Gymnasium zum grauen Kloster, war es ihm noch vergönnt, während seiner Studienzeit in Bonn und Berlin unter den Auspicien eines Alexander von Humboldt und Leopold von Buch in die Kenntniss der Gebiete der Geologie und Paläontologie eingeführt zu werden. Erst am 21. October 1837 gab er den Lernjahren den formellen Abschluss durch seine Promotion. Neben L. von Buch, mit welchem Ewald ausgedehnte Forschungsreisen in Deutschland und Frankreich unternahm, hat auch Chr. Ludwig Weiss auf ihn eingewirkt. Im Jahre 1848 gründete er im Verein mit seinem Freunde Beyrich und anderen Vertretern der Mineralogie und der ihr verwandten Wissenschaften die deutsche geologische Gesellschaft zu Berlin, deren Aufblühen in erster Linie auch seiner persönlichen Wirksamkeit als Mitglied des Vorstandes verdankt wurde. Im Geiste Leopold von Buch’s auf den von diesem gewiesenen Bahnen weiterschreitend, hatte Ewald die Genugthuung, seine hohe wissenschaftliche Tüchtigkeit in dem Maasse anerkannt zu sehen, dass er an Stelle seines Lehrers nach dessen Tode 1853 von der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin zum Mitgliede für das geologische Fach erwählt wurde. Am Leibniztage des folgenden Jahres hielt er dem Dabingeschiedenen die Gedächtnissrede. Aber wie er mit Forschungseifer und Gelehrsamkeit eine ausserordentliche Herzensgüte und Pietät verband, so begnügte er sich nicht mit jenem mehr äusserlichen Ausdruck seiner dankbaren Gesinnung. Nicht würdiger glaubte er – um mich der Worte zu bedienen, welche die Adresse der Berliner Akademie zur Feier seines fünfzigjährigen Doctorjubiläums im Jahre 1887 in den Sitzungsberichten (1887, II. S. 881) enthält - den Erwartungen, welche die Akademie bei seiner Wahl gehegt hatte, entsprechen zu können, als indem er es alsbald für eine Ehrenpflicht hielt, dem Andenken seines grossen Vorgängers dadurch ein Denkmal zu setzen, dass er den Plan einer Gesammtausgabe seiner mehr als ein halbes Jahrhundert umfassenden litterarischen Schöpfungen entwarf und die Leitung des schwierigen und umfangreichen Unternehmens in die Hand nahm. Kein anderer Gelehrter hätte, gleich ihm das ganze Gebiet geologischer und paläontologischer Forschungen beherrschend, mit gleicher Ausdauer und liebevoller Pietät, mit gleicher Selbstverleugnung das grosse Werk zu Ende geführt. Die vier Bände starke Ausgabe, welche Ewald in Gemeinschaft mit Roth, Eck und Dames fertigstellte, erschien in den Jahren 1867 bis 1884. Ewald's eigenes Erstlingswerk (1837) führte den Titel:

*) Vergl. Leopoldina XXVII, 1891, p. 195, 206.

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