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Virchow lässt eine Betrachtung über die prähistorische thaler Fund, Bonn 1888. Aus der neolithischen Zeit Periode folgen. Von Alters her betrachtete man Troja sind wenig menschliche Ueberreste vorhanden. Die als die Stelle, von der alle europäische Cultur her. Schädel von Lengyel in Südungarn sind arisch, nicht gekommen sei. Die Auswanderung der Trojaner brachte mongolisch. Ob es Germanen oder Kelten waren, sie zuerst nach Italien und von dort in ferne Länder. will er nicht entscheiden. Er meint, dass das Wissen Diese Vorstellung hat sich bis in's Mittelalter erhalten. des Menschen von seiner Herkunft für die ganze AufNoch sitzen in Mitteleuropa die Nachkommen von drei fassung der menschlichen Entwickelung von grösster grossen Völkern neben einander: Kelten, Germanen Bedeutung sei, auch für das Staatsleben und das und Slaven. Die Funde im gallischen Alesia und in gesellschaftliche Leben der Gegenwart. La Tène am Neuenburger See sind identisch. La Tène Oberpräsident v. Gossler vergleicht das Jahr war eine gallische Niederlassung. Jetzt sind auch 1880, in dem der Congress in Berlin tagte, mit 1891 La Tène-Funde in Noricum bekannt, wo v. Hochstetter und bezeugt die mächtigen Fortschritte der Gesellsie leugnete. Sie sind auch im Weichselgebiet bei schaft. Neue Museen sind entstanden und neue MeGraudenz und Kulm gefunden. Wunderbar ist, wie thoden, die Funde zu conserviren, auch sind prämit der Tène-Zeit auf einmal die volle Eisenzeit da historische Karten entstanden. Durch die Ausdehnung ist. Wo sind die Gothen hergekommen, deren erstes anthropologischer Studien sehen sich andere Disciplinen Erscheinen noch mit der Tène-Zeit zusammenhängt? in ihrem Besitzstande bedroht. In der letzten Zeit Hallstatt gehört noch mehr der Bronzezeit an, als ist es ausgesprochen worden, dass die Wissenschaft La Tène. Waren die Hallstätter und die Leute der in ihren Schlüssen die grösste Vorsicht üben soll, die Bronzezeit Germanen? Virchow warnt vor voreiligen menschliche Forschungskraft reicht nur bis zu einem Schlüssen. Ein Hinderniss der Untersuchung der gewissen Punkt, die letzte Wahrheit kann auf dem Bronzezeit ist der Leichenbrand. Thier- und Pflanzen. Wege der sogenannten exacten Forschung nicht ernamen sollen beweisen, dass die Arier nicht aus Asien reicht werden; es ist die Einbildungskraft, welche die gekommen, sondern in Mitteleuropa entstanden seien. Kluft überspringt. Die grösste aller Fragen, welche Aber welche Thatsachen besitzen wir aus dieser Ur- die Anthropologie beschäftigt, ist die, wo und wie zeit? Sind die Wohnplätze der Steinzeit zu Tolkeroit der Mensch in die äussere Erscheinung getreten ist. gleichzeitig mit den dänischen Kjökkenmöddinger? Wir können nicht leugnen, dass auf diesem Gebiete, Virchow bezweifelt es. Nach Fraas und v. Hölder nicht ohne Verschulden der Wissenschaft selbst, Misssoll der Schädel von Cannstatt kein hohes Alter in verständnisse eingetreten sind, Ueberspannungen und Anspruch nehmen können. Der Neanderthaler soll Uebertreibungen. Zwei Thatsachen aber sind gewonnen: unter Umständen gefunden sein, welche die genaue Die Wissenschaft besitzt in sich selbst die Kraft, ihre geologische Bestimmung seiner Lage ausschliessen. Er Wege zu erkennen, und keine religiöse Ueberzeugung meint, weil das Gesicht feble, sei der Phantasie ein braucht sich vor dem Streben nach Wahrheit zu fürchten. ungemessener Spielraum gelassen. Im Museum von Diese zwei Sätze sind unbestritten, sie berechtigen aber Danzig soll ein Schädeldach aus Gross-Morin aus einem nicht zu den voraufgehenden Worten, in denen der Grabe der Steinzeit vorhanden sein, welches sich dem Mann, dem die Angelegenheiten der Wissenschaft so Neanderthaler an die Seite stellt, wegen seiner grossen lange in Preussen anvertraut waren, sein Missfallen den Stirnböhlen, seines langgestreckten Hinterhauptes, und Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung gegenüber welches gleichfalls den Vorzug hat, dass kein Gesicht zu erkennen giebt, die er masslose Ueberspannungen da ist und keine Basis cranii. Franzosen und Eng- nennt, weil sie zu seinen vorgefassten Meinungen nicht länder hätten den Neanderthaler mit den Australiern passen. Wie konnte Gossler der Vertheidiger Darwins zusammengestellt und geschlossen, dass zu der Zeit im preussischen Abgeordnetenhause sein ? Auf den Ort dieses Schädels Europa von Australiern bewohnt ge- der Versammlung eingehend sagte er: Sie betreten wesen sei. Der Berichterstatter bemerkt hierzu, dass die fabelreiche Bernsteinküste und es ist ein wunderdie Herren Fraas und v. Hölder Beweise für ein bares Schauspiel, dass dieses unscheinbare Baumharz jüngeres Alter des Cannstatter Schädels durchaus ein Mittel geworden ist, um die Fackel der Cultur nicht erbracht haben und dass der Neanderthaler in durch die ganze damals bekannte Weit zu tragen. seiner geologischen Lagerung auf das Genaueste be- ' Auch kommen Sie in Berührung mit dem deutschen stimmt ist. Huxley hat diesen Schädel zwar den Orden, der die Aufgabe hatte, die Ungläubigen für Australiern verglichen, hat aber nicht behauptet, dass das Christenthum zu gewinnen. Er bat die Prähistorie Europa von Australiern bewohnt gewesen sei. Der Be- hier im Lande vernichtet, die tausend Jahre weiter richterstatter verweist auf seine Schrift: Der Neander- in die Gegenwart herabreichte, als in den Gebieten Deutschlands, die unter römische Herrschaft gekommen schrieben worden sind. Sie waren bei Danzig gefunden. waren. Hier sassen die alten Preussen, Litthauer, 1722 wurde ein grösserer Fund bei Steegen gemacht. Letten und Kuren, und später die Slaven. Manche Bayer schrieb in demselben Jahre über römische Probleme sind hier noch durch die Archäologie und Münzfunde in Preussen und deutete die Münzfunde Sprachforschung zu lösen.

schon als Zeugnisse des alten Bernsteinhandels. In Der Landesdirector der Provinz Westpreussen Herr Königsberg sammelte Lilienthal. Reusch schrieb 1724 Jäckel versichert, dass der Provinzialausschuss die über preussische Grabhügel und Urnen. Die naturBestrebungen der Gesellschaft zu fördern bemüht sei, forschende Gesellschaft gründete auch eine ethnolound weist auf die durch Herrn Dr. Lissauer verfasste gische Sammlung, inden die Begleiter Cooks, Banks Festschrift hin, welche von Seiten der Provinz der und Solander, ihr Waffen und Geräthe von den Versammlung zur Begrüssung dargeboten werde. Südsee-Inseln zum Geschenke machten. Erst 1850

Oberbürgermeister Baumbach sagt, dass in der beginnt ein neuer Aufschwung in der Erforschung des Handelsstadt Danzig auch für Kunst und Wissenschaft Landes durch Förstemann, der das erste Museum für Verständniss vorhanden sei, und erinnert an die be- vaterländische Alterthümer hierselbst begründete. Die rühmten Worte des Sophokles, die er dem Chor in Bestrebungen gewannen erst einen gemeinsamen Mittelder Antigone V. 332 in den Mund legt. Die Arbeiten punkt, als 1872 sich im Schoosse der naturforschenden der Gesellschaft zeichneten sich nicht nur durch strenge Gesellschaft ein anthropologischer Localverein gebildet Wissenschaftlichkeit aus, sondern seien auch bestrebt batte. Es fehlte an den nöthigen Mitteln, bis die im besten Sinne des Wortes populär zu sein. Er neue Provinzialverwaltung, zumal ihr Vorsitzender, hofft, dass die Anthropologen nicht nur an den prä- Herr v. Winter, dieselben bereitstellte. Die Sammhistorischen Gesichtsurnen, sondern auch an den jetzigen lungen kamen nun unter die Leitung des MuseumsMenschenkindern Gefallen finden mögen.

directors Prof. Conwentz. Die ältesten Zeichen des Der Director der seit 148 Jahren bestehenden Menschen reichen hier bis in die jüngere Steinzeit, naturforschenden Gesellschaft Prof. Bail liebt hervor, das ist bis tief in das zweite Jahrtausend vor Christus. dass in Danzig auch ohne Universität oder ein ähnliches Hierher gehören die Küchenabfälle bei Tolkemit am Institut alle Zweige der Naturforschung gefördert frischen Haff; sie enthalten Steingeräthe und Gefässworden seien. Die genannte Gesellschaft hat ihre scherben mit Schnurornament. Häufig sind die Funde umfangreichen Sammlungen dem Provinzial-Museum von Bernsteinschmucksachen, welche mit Feuerstein übergeben, dessen Interesse von dem früheren Ober- bearbeitet sind. Gegen Ende der Steinzeit tritt schon bürgermeister v. Winter kräftigst gefördert wurde. der Leichenbrand auf. Gegen Ende des zweiten Jahr

Für den westpreussischen Geschichtsverein sprach hunderts vor Christus delinte sich der Bernsteinhandel, Geheimrath Dr. Kruse, er bezeichnet als Aufgabe der sich von der Nordsee aus schon früher entwickelt der Anthropologie, die Entwickelung des Menschen hatte, immer mehr nach Osten aus und zog auch geschlechts durch alle Zonen und Zeiten zu erforschen unseren Strand in sein Gebiet. Da finden wir auch Jenes alte Lied des Sophokles: „Vieles Gewaltige die Werkzeuge der Bronzezeit, welche in der Festgiebt es, doch nichts ist gewaltiger als der Mensch“ schrift beschrieben sind. Es zeigen sich Anfänge einer sei ein rechtes Bundeslied der Anthropologen, es sei selbstständigen Metallindustrie. Es gab drei alte ein Umriss von dem weiten Forschungsgebiet dieser Handelswege, einen durch Pommern und Mecklenburg Wissenschaft. Die Geschichte dieses Landes, das der bis zur Elbe und weiter, einen durch Posen, die deutsche Orden cultivirt bat, spiegele die Entwickelung Lausitz und Sachsen zum Rhein, endlich einen die der Menschheit in einem ganz eigenartigen Bilde, Weichsel entlang nach dem Donaugebiet und Ungarn. Wenn man aber den Blick aus der Vergangenheit Der letztere wurde später der wichtigste. Im jüngsten zurücklenke zur Gegenwart, so habe das Kaiserthum Abschnitt der Bronzezeit werden Steinkistengräber der Hohenzollern den Vergleich mit jenen Zeiten nicht ohne Aufschüttung allgemeine Sitte. Ihre grosse Zahl zu scheuen.

erweckt die Vorstellung, dass das Land dicht bevölkert Der Geschäftsführer Dr. Lissauer beklagt den war. Die Keramik dieser Zeit hat sich in den GesichtsTod des unvergesslichen Freundes Tischler, für den urnen ein Denkmal gesetzt, die nirgends in solcher er eingetreten sei, nachdem Danzig für Königsberg Fülle gefunden werden, zumal in den Kreisen Putzig, gewählt worden sei. Der Reichthum des Bodens an Neustadt und Danzig, deren Strand am ausgiebigsten Veberresten vorgeschichtlicher Cultur habe frühe für den Bernsteinfund sein mochte. Erst in der nuu schon das Interesse geweckt. Die ältesten Funde sind folgenden La Tène-Periode wird das Eisen in grosser kufische Münzen, die schon 1592 von K. Schütz be. Menge eingeführt, wie die Gräberfelder von Oliva und Rondsen zeigen. Das Provinzial-Museum enthält auch Jentzsch einen Ueberblick über die Geologie Westglänzende Ueberreste aus der Zeit des Handels mit preussens gegeben, spricht Montelius über die den römischen Provinzen, das ist vom 1. bis 4. Jahr. Chronologie der jüngeren Steinzeit in Skandinavien. hundert nach Christus. Mit dem Ende des 4. Jahr- Schon 1874 erklärte er die freistehenden Dolmen ohne hunderts versiegen die Funde. Zur Zeit der Völker- Gang für die ältesten Grabdenkmale der Steinzeit, wanderung scheint die ganze alte Bevölkerung aus- jünger seien die Ganggräber, noch jünger die Steingewandert zu sein. Vereinzelte oströmische Münzen kisten, die noch in den Hügeln der ältesten Bronzereichen bis zum Jahre 641. Im 5. Jahrhundert ent- zeit vorkommen. Da die Dolmen schon Alterthümer wickelt sich ein Verkehr mit den Arabern, welche von speciell skandinavischem Typus enthalten, können ihren Handel vom Kaspischen Meere die Wolga hinauf sie nicht in den Anfang der Steinzeit gesetzt werden. bis in die Gegend des heutigen Kasan ausdehnten, um Ihnen entsprechen die Feuersteinäxte mit spitz ovalem dort mit den Warägern oder den Normannen ihre Querschnitt; die Aexte mit Schmalseiten sind jünger. Waaren gegen die Producte des Nordens auszutauschen. Auch liegen in den ältesten Dolmen Bernsteinperlen Diese Zeit ist durch schöne Funde in unserer Provinz von jüngeren Formen. Erst später werden die Kisten vertreten. Der Handel mit dem Orient wird dann mit Erde bedeckt. Gleichzeitig sind unterirdische am Ende des 10. Jahrhunderts allmählich von dem Gräber ohne Kisten. Die skandinavischen Gräberformen mit den deutschen Reichsstädten, mit England und kommen auch im westlichen Europa vor. SkandinaDänemark abgelöst, wie man aus Münzfunden schliessen vische Thongefässe mit Zickzacklinien verziert und kann. Dieser Zeit gehören die slavischen Reihengräber Rhomben, die sich mit den Spitzen berühren und mit den Schläsenringen und die vielen Burgwälle an. abwechselnd glatt und mit Strichen geziert sind, Mit dem Anfange unseres Jahrtausends beginnt die kommen auch in Südeuropa, ja auf Cypern vor. Es historische Forschung mit ihren geschriebenen Quellen. muss ein Verkehr stattgefunden haben. Auch die

Herr Professor Ranke beginnt seinen wissen- becherförmigen mit horizontalen Ornamentstreifen verschaftlichen Jahresbericht mit dem Ausdruck des tiefen sehenen Thongefässe sind in allen europäischen Ländern Schmerzes über das Hinscheiden von Schliemann und von Sicilien bis England und Ungarn zu finden. In Tischler. Er giebt sodann eine Uebersicht über die Skandinavien und Norddeutschland kommen sie in wissenschaftlichen Arbeiten des letzten Jahres, die er Gräbern der letzten Periode der Steinzeit vor. Schweeintheilt in Beiträge zur prähistorischen Archäologie, dische und dänische Kupferäxte von 99% Kupfer zur Kenntniss der alteren Metallperioden, der römischen stimmen mit den ungarischen ganz überein. MonPeriode Deutschlands, der Periode der Völkerwanderung, telius glaubt, dass die hohe Cultur der Steinzeit in zur Volks- und Landeskunde, zur Ethnologie, Kranio- Skandinavien wie die der Bronzezeit nur durch den logie, Entwickelungsgeschichte, Zoologie und prähisto- Einfluss der Culturländer des Mittelmeers zu erklären rischen Botanik. Auf allen Gebieten herrscht eine sei. Montelius glaubt, dass der Bernsteinschmuck kaum übersehbare Thätigkeit.

sich in späteren Gräbern deshalb vermindert, weil Herr Weissmann erstattet den Rechenschafts- man früher den Werth desselben nicht erkannt habe. bericht. Die Zahl der Mitglieder betrug 1739, die Kleinschmidt meint, dass man den Todten früher Einnahmen 15 294.46 Mk., die Ausgaben 14 529.88, deshalb mehr Beigaben ins Grab gelegt habe, weil Bestand der Kasse ist 764.58 Mk.

das Erbrecht noch nicht entwickelt war und der In der zweiten Sitzung am 4. August macht Begriff des Familieneigenthums sich erst später ausDr. Lissauer Mittheilung eines Briefes des Herrn gebildet habe. Virchow macht auf andere BeobachFörstermann, worin dieser zu Grabungen auf der vor tungen aufmerksam, die auf einen Verkehr in der der Weichselmündung liegenden Halbinsel Hela auf- Steinzeit deuteten. In einem megalithischen Grabe fordert, deren Name ihm mit der heidnisch-germanischen auf dem linken Weichselufer wurde ein ornamentirtes Bestattung der Todten auf Inseln zusammenzuhängen Falzbein aus Knochen gefunden, das mit denen zweier scheint. Virchow ladet zu dem am 1.-6. October Schweizer Höhlen genau übereinstimmt. Virchow 1892 in Spanien tagenden internationalen Amerika- macht in Bezug auf die Thongefässe die Bemerkung, nisten-Congresse ein, welches Land wegen der 400- dass es Orte gebe, wo sich gewisse Muster der Verjährigen Jubel feier der Entdeckung Amerikas gewählt zierung durch Jahrhunderte bis in unsere Zeit erhalten worden sei, auch legt er Einladungen zur Naturforscher- haben; die neolithischen Gefässe mit erhabenen Leisten, versammlung in Halle, sowie zu dem vom 13.–20. die mit Fingereindrücken besetzt sind, kommen schon August 1892 in Moskau stattfindenden internationalen in einer älteren Periode vor. Im Orient hat sich das prähistorischen Congresse vor. Nachdem Professor Wellenornament in allen Perioden bis jetzt erhalten.

Die 5. Abhandlung von Band 57 der Nova Acta: Hans Pohlig: Dentition und Kranologie des Elephas

antiquus Falc. mit Beiträgen über Elephas primigenius Blum. und Elephas meridionalis Nesti. Zweiter Abschnitt. 2514 Bogen Text mit 7 Doppeltafeln und 47 in den Text eingedruckten Zinko

graphieen. (Preis 20 Rmk.) ist erschienen und durch die Buchhandlung von Wilh. Engelmann in Leipzig zu beziehen.

Im Kaukasus und in Aegypten sind noch gegenwärtig Dinge im Gebrauch, die an Fundstücke unserer alten Gräber erinnern. Aus der gleichen Form kann man nicht mit Sicherheit die Gleichzeitigkeit der Herstellung folgern. Flinders Petrie hat gezeigt, dass die gemuschelten Feuersteingeräthe unserer neolithischen Zeit der ganzen ägyptischen Cultur angehören und noch in Gräbern der 20. Dynastie gefunden werden. Vielleicht sind sie in späthistorischer Zeit hier noch gefertigt worden. Herr Helm berichtet über die Analyse westpreussischer Bronzen und ihren Antimongehalt. Diesen sieht er nicht als eine zufällige Beimischung an. Er fand darin 0,82 bis 3,87 % Antimon. Einige der von ihm untersuchten Bronzen waren ein Gemisch von 6-8 Metallen. Er glaubt, dass man bei Beginn der Bronzezeit mit allen möglichen Zusätzen zu Kupfererzen experimentirte, um die leichter schmelzbare und goldig glänzende Bronze zu erhalten. Virchow bemerkt dazu, dass Antimon und Kupfer in der Natur nicht in der Mischung vorkommen, die in einigen Bronzen der alten Zeit nachgewiesen sei. Der Berichterstatter erinnert daran, dass die nach der Zusammensetzung alter Bronzen gefertigte Stahlbronze des Freiherrn v. Uchatius aus 89,5 % K., 5,9 Z., 2,6 Antimon und 2,1 Nickel besteht (Anthrop. V. in Constanz 1877, S. 153).

(Schluss folgt.)

IV. Liste von Bücherspenden für die Universitätsbibliothek von Toronto.

(Auf Wunsch mitgetheilt.

Spende Sr. Majestät des Deutschen

Kaisers, Königs von Preussen, ca. 500 Bde.

Naturwissenschaftliche Wanderversamm

lungen. Der IV. internationale Congress der Gesellschaften vom „Rothen Kreuz“ wird am 21. April in Rom eröffnet werden.

Die französische Gesellschaft für Dermatologie und Syphilis wird ihre nächste Jahresversammlung am 21. – 23. April in Paris abhalten.

Die französische Gesellschaft für Ophthalmologie wird am 2. Mai 1892 in Paris tagen.

Der schweizerische Aerztetag findet am 28. Mai in Genf statt.

Die XVII. Wanderversammlung der südwestdeutscben Neurologen und Irrenärzte wird am 28. und 29. Mai in Baden-Baden abgehalten werden.

Am 7.–14. August wird in Brüssel der internationale Congress für Kriminal-Anthropologie tagen.

Der IV. internationale Congress gegen den Missbrauch alkoholischer Getränke wird am 8. September 1892 im Haag stattfinden.

Die 18. Versammlung des Deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege wird vom 8.-11. September 1892, unmittelbar vor der am 12. September beginnenden Naturforscherversammlung, in Würzburg abgehalten werden.

A. Sammelstelle des Herrn F. A. Brock

haus in Leipzig, Berlin und Wien. G. J. Göschen, Stuttgart ...... 2 Bde. Verein für Erdkunde, Leipzig . . . . 21 Realschule, Kassel . . . . . . . . Prof. Dr. Wilhelm Joest, Berlin . . . . 3 Westfälischer Provinzialverein für Wissen

schaft, Münster i. W. . . . . . . Prof. Dr. Rudolf Blasius, Braunschweig , 83 Verein für öffentliche Gesundheitspflege im .

Herzogthum Braunschweig, Braunschweig 6, Verein für Naturwissenschaft, Braunschweig.

II. Sendung . . . . . . . . . 1 Oberlehrer Dr. Petzold, Braunschweig .. 1 m Frau Julia Salis Schwabe, London, .. Akademie der Wissenschaften Krakau . . 2 , Physikalischer Verein, Frankfurt a. M. . 38 , John Landauer, Braunschweig. III. Sendung 6 ,

214 Bde. B. Sammelstelle der Herren R. Fried.

länder & Sohn, Berlin.
Deutsche Chemische Gesellschaft, Berlin . 36 Bde.
Physikalisch - Oekonomische Gesellschaft,
Königsberg · · · ·

.
·
. . 24

60 Bde. Zusammen . .... 774 Bde. Uebertrag von Liste III. 7201 ,

Im Ganzen 7975 Bde. Namens des deutschen Comités

J. Landauer (Braunschweig).

lon

Abgeschlossen den 30. April 1892.

Druck von E. Blochmann und Soho in Dresden.

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AMTLICHES ORGAN

DER KAISERLICHEN LEOPOLDINO-CAROLINISCHEN DEUTSCHEN AKADEMIE

DER NATURFORSCHER HERAUSGEGEBEN UNTER MITWIRKUNG DER SEKTIONSVORSTÄNDE VON DEM PRÄSIDENTEN

Dr. C. H. Knoblauch.

Halle a. S. (Paradeplatz Nr. 7.)

Heft XXVIII. - Nr. 9—10.

Mai 1892.

Inhalt: Amtliche Mittheilungen: Wahl eines Vorstandsmitgliedes der Fachsektion (3) für Chemie. — Veränderungen

im Personalbestande der Akademie. – Beiträge zur Kasse der Akademie. – Ferdinand v. Krauss. Nekrolog. – Sonstige Mittheilungen: Eingegangene Schriften. - H. Scha affhausen: Die XXII. allgemeine Versammlung der deutschen Anthropologischen Gesellschaft zu Danzig vom 3. bis 5. August 1891. (Schluss.) – Preisausschreiben. – Die 3. Abhandlung von Band 58 der Nova Acta. — v. Reinach-Stiftung.

Amtliche Mittheilungen.

Wahl eines Vorstandsmitgliedes der Fachsektion (3) für Chemie.

Durch den Tod des Herrn Geheimen Regierungsraths Professor Dr. A. W. v. Hofmann in Berlin ist in der Fachsektion für Chemie die Neuwahl eines Vorstandsmitgliedes nothwendig geworden. Ich ersuche alle dieser Fachsektion angehörigen stimmberechtigten Mitglieder ergebenst, Vorschläge zur Wahl des betreffenden Vorstandsmitgliedes bis 10. Juli 1892 an das Präsidium gelangen zu lassen, worauf die Zusendung von Stimmzetteln erfolgen wird. Halle a. S. (Paradeplatz Nr. 7), den 31. Mai 1892.

Dr. H. Knoblauch.

Verånderungen im Personalbestande der Akademie.

Am 2. Mai 1892 zu Buenos Ayres: Herr Dr. Carl Hermann Conrad Burmeister, Director des Museums in

Buenos Ayres. Aufgenommen den 3. August 1833; cogn. Baker II. Am 4. Mai 1892 zu Stettin: Herr Dr. Carl August Dohrn, Präsident des Entomologischen Vereins in

Stettin. Aufgenommen den 16. Februar 1882. Am 5. Mai 1892 zu Berlin: Herr Geheimer Regierungsrath Dr. August Wilhelm v. Hofmann, Professor

der Chemie und Director des chemischen Laboratoriums an der Universität in Berlin. Aufgenommen

den 25. November 1873. Mitglied des Vorstandes der Fachsektion für Chemie seit 19. Juli 1875. Am 7. Mai 1892 zu Bozen: Herr Dr. Josef Karl Andreas Dellacher, Professor der Histologie und Embryologie an der medicinischen Facultät der Universität in Innsbruck. Aufgenommen den 2. August 1886.

Dr. H. Knoblauch.
Leop. XXVIII.

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