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richtet, beim Affen nach vorn. Die Pars basilaris den Druck des grösseren menschlichen Gehirns bezieht. liegt beim Affen meist parallel zur Horizontalebene, Auch Huxley führt an, die Ebene des Hinterhauptbeim Menschen neigt sie sich um etwa 450 zur loches mache mit der Achse der Schädelbasis bei Horizontale. Wird der Sagittalbogen des Hirnschädels prognathen Schädeln einen kleineren Winkel. Wie kleiner, so bewegt sich das Stirnbein nach hinten und wichtig die Bestimmung der Ebene des Hinterhauptdie Hinterhauptsschuppe nach vorn. Durch eine Ver- loches ist, habe ich bei verschiedenen Gelegenheiten grösserung des Hirnschädels können wir uns den hervorgehoben, so in Regensburg Anthrop.-Vers. 1881, Affenschädel in den menschlichen umgewandelt denken. S. 101, und in Wien 1881, S. 168. Dass der kindliche Je jünger der Affe ist, um so menschlicher ist die Schädel der Anthropoiden menschenähnlicher ist, haben Schädelform, weil das Gehirn auch relativ menschlicher Owen, Osteol. of the Chimp. and Orang, London 1835, ist. Selbst bei ungeborenen Thieren kann die Schädel- und Prichard a. a. O., S. 338, hervorgehoben. Lucae form in hohem Grade menschenähnlich erscheinen. zeigte, dass Mensch und Affenschädel nach entgegenBei gewissen Hunderassen, z. B. dem Spitz, bleibt . gesetzter Richtung sich entwickeln. Nach dem Vorder Schädel auf der kindlichen Stufe, die Nähte bleiben trage Rankes erinnert Lissauer daran, dass er in länger offen und das Hirn kann sich deshalb mehr seiner Schrist: Ueber die sagittale Krümmung des entwickeln. Warum zieht Ranke aus seinen Unter- Schädels, dessen Entwickelungsgesetz nach strenger suchungen nicht den naheliegenden Schluss, dass der geometrischer Methode mittelst des Sectors für das menschliche Schädel durch das Wachsthum des Gehirns Gross hirn dargestellt habe. Er beklagt die geringen aus dem thierischen sich entwickelt hat, was er bisher Ergebnisse unserer Messungen nach der deutschen , stets bestreitet? Es ist erfreulich, dass seine Messungen Horizontale und bezeichnet es als die Aufgabe der längst bekannte Verhältvisse bestätigen, seine Er- Craniometrie, jeden Schädel durch geometrische Forklärung der menschlichen Schädelform ist aber un- meln innerhalb einer grösseren Gruppe zu charakterigenügend, weil er eine wichtige Ursache derselben, siren. Die Horizontale sagt niemals, wie sich die den aufrechten Gang, gar nicht beachtet. Schon verschiedenen Ebenen am Schädel zu ihr verhalten. Daubenton erkannte ihn (Mém. de l'Acad. des Sc. Weil sehr viele Schädel asymmetrisch sind, ist es Paris 1764) als die Ursache des mehr nach vorn schwer, eine Ebene aufzustellen, die für beide Hälften geschobenen Hinterhauptloches beim Menschen. Auch genau ist. Auch der Berichterstatter hat sich dahin sagt er schon, dass die Ebene desselben bei ihm mehr ausgesprochen, Anthrop.-Vers. Breslau 1884, S. 92, horizontal, bei den Thieren mehr vertikal stehe, dass kein Schädel in seinen zwei Hälften gleich geSömmering sagte 1784, dass das Hinterhauptloch bei baut ist. Seine Bedenken gegen das vereinbarte Messden Thieren und beim Neger mehr nach hinten liege. verfahren hat er schon 1875 bei der AnthropologenVirey war derselben Ansicht. R. Owen und Prichard versammlung in München, B. S. 58, in die Worte bestritten letztere, wie sie gegen jede im Bau des gefasst: „Warten wir es ab, welche neue Erkenntniss Menschen behauptete Affenähnlichkeit auftraten. Owen uns die neuen Messmethoden des Schädels bringen sagte, der vordere Rand des Hinterhauptloches liegt werden.“ Die Gleichartigkeit der Messungen wurde beim Weissen und beim Neger in der Mitte der Basis freilich für eine gewisse Reihe von Arbeiten erreicht, cranii, der vor und hinter dieser Stelle liegende Ab- was hoch anzuschlagen ist, aber die Eile und Hast, schnitt der Schädelbasis sind gleich, Prichard, Naturg. womit die Vereinbarung zu Stande kam, zeigte sich d. M. Leipzig. I. 1840. S. 341. Broca zeigte aber daran, dass an dem ursprünglichen Plane bald Ver(Bullet. de la Soc. d'Anthrop. 1862, p. 525), dass änderungen nöthig wurden. Die Reform der Craniodie von Prichard gegebenen Bilder gerade das Gegen- metrie begann mit Iherings Vorschlag (Ges. f. Ethnol. theil erwiesen, und bestätigte die Thatsache durch V. 1873, S. 134), als Horizontale die Linie von der genane Messung an 60 Europäern und eben so viel Mitte der äusseren Ohröffnung zum unteren Rande der Negerschädeln, dass bei diesen der hintere Abschnitt Orbita anzunehmen. Damit wurde die viel richtigere kleiner ist. Von der steileren, nach vorn aufgerichteten in Göttingen empfohlene Horizontale, die dem oberen Ebene des Hinterhauptloches beim Europäer gab dann Rande des Jochbogens entsprach, aufgegeben. Eine Ecker eine genaue Darstellung in seiner Schrift: Ueber kleine Verbesserung erhielt die Iheringsche Linie da. die Krümmung des Schädelrohrs, Braunschweig 1871. durch, dass man den Anfang der Linie in den oberen Auch Lucae schilderte den Unterschied der Ebene des Rand des Ohrlochs verlegte, wodurch das nach unten Hinterhauptloches bei Mensch und Affe (Anthrop.- gerichtete Profil des Schädels etwas gehoben wurde. Vers, in Stuttgart 1872). Beim ersteren findet eine Diese Horizontale wurde von der Conferenz in München stärkere Knickung der Schädelbasis statt, die er auf 1877 angenommen (vergl. Correspondenzbl. d. Anthrop. Ges. 1878, S. 59), wo mein Name irrthümlich unter Horizontale für parallel einer natürlichen Sehebene, den Beitretenden steht. Auch in Berlin wurde sie die es gar nicht gebe. Auch der Berichterstatter hat (Anthropol.-Vers. 1880, S. 104) festgehalten, ebenso gezeigt, dass Broca's natürliche Sehebene der Horizontalin Frankfurt (1882, S. 102 und Correspondenzbl. d. stellung des Schädels nicht immer entspricht. Auch Anthrop. Ges. 1883, Nr. 1). Ich habe mich wieder. Donders leugnete sie. Wenn aber Virchow sagt, die holt gegen diese Horizontale, auf der die meisten Stellung, ju der der Mensch den Kopf halte, sei nur europäischen Schädel nach vorn geneigt sind, aus- eine Sache der Gewohnheit, eine Näherin habe eine gesprochen, aber auch gegen die Annahme einer andere Haltung des Kopfes, als eine Frau, welche ihre Horizontale für alle Schädel (A.-V. in München 1875, Last auf dem Kopfe trägt, so ist er im Irrthum. Der S. 56, in Kiel 1878, S. 111; Archiv für Anthrop. Mensch kann allerdings dem Kopfe die verschiedenste XI. 1879, S. 178, und XII. S. 108; Anthrop.-Vers. Stellung geben, aber alle Menschen können den Kopfe in Frankfurt 1882, S. 124, in Wien 1889, S. 169). ein und dieselbe Stellung geben, wenn sie bei aufDie niederen Schädel haben eine andere Horizontale, rechter Körperhaltung geradeaus sehen. Ihering wie die der Culturrassen. Für jeden Schädel ist die glaubte, dass seine Horizontale, von der die FrankHorizontale ein seine Entwickelung bezeichnendes furter sich wenig unterscheidet, diesem Blick entMerkmal, auf das die Craniometrie nicht verzichten spreche, was aber nicht der Fall ist. Die Iheringsche soll. Garson hat (Journal of the Anthr. Inst. 1884, Horizontale ist die der Idioten. Es zeigt sich, dass p. 64) von den Maassen der Frankfurter Vereinbarung bei der Richtung des Blickes gerade nach vorn verfünfzehn verworfen, auch, wie der Berichterstatter, die schiedene Menschen und zumal verschiedene Rassen Beziehung der Schädellänge auf die Horizontale. To- eine Horizontale haben, die verschiedene Punkte am pinard und Flower haben mit allgemeinem Beifall die Schädel verbindet, was von dem Baue des Schädels Grenzen der Dolichocephalie und Brachycephalie auf abhängt. Virchow behauptet, die Franzosen trügen eine einfachere Weise festgestellt, die Mesocephalie den Kopf mehr nach hinten und hätten deshalb eine beginnt mit 75, die Brachycephalie mit 80. Die andere Sehebene. Er bittet, dass man sich vorläufig Frankfurter Verständigung ist noch mancher Ver- mit der Frankfurter Linie begnüge. Herr Mies zeigt besserung fähig. Von der Ebene des Hinterhauptloches einen Apparat von Schellong zur Messung des Profilspricht sie nicht. Auch Szombathy spricht über winkels und spricht dann über Bertillon's Verfahren Mängel des Frankfurter Messverfahrens. Verschiedene zur genauen Bestimmung und sicheren Wiedererkennung Anatomen hätten genügend dargethan, dass die Hori- von Personen. Er hat in der Strafanstalt von Moabit zontale für den Aufbau des Schädels keine maass- an einer grösseren Zahl von Personen entsprechende gebende Richtung bezeichne. Auch in der Krystallo- Messungen gemacht. Die wichtigsten Maasse, die von graphie würde die Achsenlänge der Krystalle, die Seiten der zu Untersuchenden keine Täuschung zunicht nach einem orthogonalen Achsensystem aufgebaut lassen, sind fünf: die Länge und Breite des Kopfes, sind, in jener Richtung gemessen, in welcher sie liegen. die Länge des linken Fusses, des Mittel- und kleinen Die durch die Medianebene halbirten Breitenmaasse Fingers der linken Hand. Später hat Bertillon statt sind senkrecht auf diese zu messen. Wenn man die der Länge des kleinen Fingers, die Länge des Vordergrösste Länge des Schädels parallel zu der Horizontale arms mit der Hand gewählt. Veränderlicher sind die misst, so bleibt die wirkliche Länge desselben un- übrigen sechs Maasse: Höhe des ganzen Körpers und bekannt, wenn man nicht deren Neigung kennt. des Oberkörpers, Armspannweite, Höhe und Breite Virchow will die Untersuchung eines individuellen des linken Ohres und Länge des linken Vorderarms Schädels getrennt wissen von einer mehr generellen nebst Hand. Die elf Maasse in je drei Gruppen nach Betrachtung der Schädel und Köpfe. Pathologische ihrer Grösse getheilt, lassen 177 147 ZusammenSchädel müssten genauer gemessen werden, als es in stellungen zu, und nimmt man noch 7 verschiedene der Ethnologie nöthig sei. Es empfehle sich z. B. Farben der Iris hinzu, so steigt diese Zahl auf für unsere Reichscolonien für die Schädelmessung ein 1240 029. Bertillon glaubt, dass besondere KennSchema anzuwenden, das auch auf Lebende passt. zeichen, wie Muttermäler, Narben und dergleichen noch Die gewöhnlichen Durchmesser des Schädels sollen auf sicherer als das anthropometrische Signalement seien. Grund der Horizontalen gemessen werden, auch die Mies macht darauf aufmerksam, dass der Verbrecher Körperhöhe. Da eine Vereinigung mit den Franzosen solche Kennzeichen künstlich verändern könne. Da in Bezug auf die Horizontale nicht erreicht wurde, die Körpergrösse während des Tages wechseln kann, schlug Virchow vor, man solle nach beiden Methoden empfiehlt er, die Leute Morgens, Mittags und Abends niessen, Broca verweigerte dies. Er hielt seine zu messen und das Mittel zu berechnen.

Es wird nun als nächster Versammlungsort Ulm beschrieben sind, und Schmuckstücke mit Glaseinsatz, und als Geschäftsführer Herr Dr. Leube daselbst die wir fränkische nennen. Die 5 Knöpfe sind ein gewählt. Die Zeit des Congresses wird mit Rücksicht Schmuck der Rollenden. Später bleibt nur eine Rolle, auf den im August stattfindenden internationalen aber 5 Knöpfe als Ornament. In Speyer ist eine Fibel Congress in Moskau und den Amerikanisten-Congress mit 7 Knöpfen. In Kertsch, dem alten Panticapaeum, in Huelva im October vom Vorstande noch näher be- kamen die Gothen mit der antiken Kunstindustrie in stimmt werden. Als erster Vorsitzender wird Ober- Berührung. Eine Weiterentwickelung hat dieser Stil Medicinalrath Dr. v. Hölder gewählt, als seine in der Krim und in Südrussland nicht genommen, Stellvertreter Waldeyer und Virchow.

wohl aber im Westen, während sich in Russland im Es folgt ein Vortrag von Herrn Szombathy 9. Jahrhundert byzantinischer Einfluss erkennen lässt. über die Göttweiger Situla und figural verzierte Urnen Germanische Völker brachten diese Stilform in das von Oedenburg. Derselbe ist im Correspondenzblatt Donaugebiet, nach Norditalien, an den Rhein, nach 1892, Nr. 2 und 3, gedruckt. Der folgende Vortrag Frankreich, Spanien, Nordafrika, England und Skanvon Montelius über die Bronzezeit im Orient und dinavien. Der Stil, den die Gothen (493-555) vor Südeuropa ist im Archiv für Anthrop. XXI. 1892, den Longobarden (568-774) nach Italien brachten, Heft 1 und 2, erschienen.

stammt also aus der Krim und Südrussland. Schon Virchow spricht über Schädel, die Ohnefalsch- Hampel hat bei Beschreibung der ungarischen GoldRichter aus Gräbern der ältesten Periode in Cypern funde den südrussischen Einfluss nachgewiesen. Die gesammelt hat. Wie im Kaukasus und dem armeni- Cycadenfibel im Grabe Childerichs kommt bereits in schen Hochlande es keine Brandgräber giebt, so findet griechischen Gräbern Südrusslands vor. Den Ursprung sich in Deutschland und Polen während der neolithi- dieses Stils sah Undset in Italien, die Franzosen schen Zeit nur Bestattung; für die Einführung des nannten ihn skytho-byzantivisch. Die Ein-, Zwei- und Leichenbrandes lässt sich keine sichere Zeit bestimmen. Drei-Rollenfibel entstand aus der römischen. Im 2. Er erwähnt eine kupferne Doppelaxt aus der Mark bis 4. Jahrhundert wohnen in Südrussland Gothen; Brandenburg, wie deren in der Schweiz und Ungarn die byzantinische Kunst entwickelt sich erst unter gefunden sind. Bei den ungarischen stehen die Justinian (527-565). Wir haben es mit germanischer, Schneiden über Kreuz zu einander, bei der branden von der antiken beeinflussten Cultur zu thun, wie auch burgischen stehen sie aber symmetrisch, und zwar H. Hildebrand und Pulsky annehmen. Montelius horizontal. Auf mykenischen Bildern kommt diese Axt stimmt dieser Ansicht bei und sagt, dass sie schon vor. Eiserne mit über Kreuz stehenden Schneiden vor zwanzig Jahren in Schweden ausgesprochen sei. kommen im Kaukasus vor. Während die Bogenfibel Buschan demonstrirt seine Sammlung prähistorischer im Westen in Verbindung mit dem Bronzekelt auftritt, Culturpflanzen. Hierauf schildert Professor Dorr die ist in den Gräbern von Koban nicht ein einziger Kelt Steinkistengräber bei Elbing. Er entdeckte hier sieben gefunden. Die Fibel kann also nicht von Westen her Steinkistengräberfelder in den Jahren 1886 bis 1888. eingefübrt sein. Spiralornamente sind im Kaukasus Die Steinkisten enthielten Aschenurnen vom ostzu einer Zeit entwickelt, wo es weder in Griechenland preussischen Typus, sie gehören dem Ende der Hallnoch in Ilissarlik Parallelen giebt. Die alte kaukasische stattzeit an. In Elbing wurde auch eine Münze von Cultur ist von der europäischen scharf getrennt, die Hiero II. von Syracus gefunden. Auch in der Ummenschliche Gestalt kommt im Kaukasus kaum vor. gebung von Elbing fanden sich solche Gräber, hier Hier kann die Bronze nicht ihren Ursprung haben, war wohl eine Raststelle an der alten Handelsstrasse weil das Zinn fehlt. Montelius bemerkt, dass der nach dem Bernsteinlande. Die Stelle des Plinius, wo Leichenbrand im Norden viel älter sei, als die Hall- er den Pytheas erzählen lässt, die Gothen seien Anstattzeit. Grempler macht zur Geschichte der Fibeln wohner des Aestuarium oceani, von wo man die und über die Beziehungen der Krim zum Merowinger- Bernsteininsel Abalus zu Schiffe in einem Tage erstil folgende Mittheilung. Er fand in Wien und Pest reiche, könne sich nur auf Samland beziehen. – Fibeln mit 2 und mit 3 Rollen, die durch Münzen Lissauer schildert den Formenkreis der slavischen der Kaiserin Herennia, des Claudius Gothicus und des Schläfenringe. Sie sind bezeichnend für die Gebiete, Probus (259-282) bestimmt waren. In der Eremitage in welchen Slaven wohnten. Oestlich der Weichsel zu St. Petersburg fand er zwei Zwejrollenfibeln und und nördlich der Ossa, im Lande der alten Preussen, in Odessa eine Menge derselben, genau im Typus von werden keine gefunden. Bei der gewöholichen Form Sakrau. In Kertsch fand er nicht nur diese, sondern ist das eine Ende des runden Drahtes gerade abgeauch solche mit 5 Knöpfen, die als Merovingerfibel schnitten, das andere in eine S-förmige Schlinge

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zurückgebogen. Es giebt auch solche aus kantigem Sklaven und Pelze von Korsak, Zobel, Füchsen, Biber
und aus gedrehtem Drahte. Zuweilen ist ein Ende und andere Pelzarten. Ausdrücklich werden noch
zugespitzt, selten ist ein Ende ösenförmig umgebogen. kastrirte slavische Sklaven erwähnt. Das Kastriren
Die Ringe der Merier zeigen keine S - förmige Krüm- besorgten die Juden. Auch Sklavinnen bezogen die
mung. Andere sind an beiden Enden S. förmig um- Araber aus den nördlichen Gegenden. Sie wurden in
gebogen. Zuweilen windet sich ein Ende S-förmig Bulgar zu Markte gebracht. Der persische Dichter
und dann noch einmal spiralig um. Sie gehören dem Nasir-i-Khusro preist ihre Schönheit; für eine Sklavin
5. bis 6. Jahrhundert an. Oesterreich-Ungarn erscheint zahlte man 1000 Goldstücke und mehr. Nach Abu
als die Wiege dieser Ringform, deren ergiebigste Hamid bezog man im 12. Jahrhundert auch Mammuth-
Fundquelle die Reihengräber sind. Die meisten sind zähne, die in Khiwa theuer bezahlt wurden. Die
von Bronze, man hat sie auch von Blei, Zinn und wichtigste Ausfuhr aus dem Norden waren Pelze, mit
Kupfer, auch von Silber und Gold gefunden. In vielen denen die reichen Araber damals ihre Kleider ver-
Reihengräbern hat man auch dolichocephale Skelette brämten. Sie kamen bis ins Land der Franken und
gefunden. Baier bemerkt, dass auf Rügen mehr nach Spanien. Am werthvollsten war der Schwarz-
hoble als massive Schläfenringe gefunden würden; fuchs. Es soll sogar das Fell des Eisfuchses nach
in einem fand sich ein Holzstäbchen als Kern. Süden gelangt sein. Ibn Batuta sagt, dass Vehe und ·
Dr. Jakob schildert die Waaren beim nordisch- Hermelin durch stummen Handel aus dem Lande der
baltischen Handelsverkehr der Araber. Die zahlreichen Finsterniss gekommen seien. Die westliche Strasse
Funde kufischer Münzen aus dem 8. bis 10. Jahr. dieses Verkehrs ist nicht durch Münzfunde belegt,
hundert in Russland und an den Ufern der Ostsee weil der Westen bereits eigenes geprägtes Geld be-
veranlassten ihn, die gleichzeitigen arabischen und sass. Bei den Burtas dienten Marderfelle als Geld.
persischen Quellen zu untersuchen, um Näheres über Im Wogulischen heisst der Rubel schet - lin = 100
den alten Handelsverkehr in diesen Gegenden zu er- Eichhörnchen. Auch das Bibergeil der Araber stammte
fahren. In Schweden sind 200 Fundstellen bekannt, aus den slavischen Ländern. Auch Fischleim und
in Gotland wurden 13 000 Münzen gefunden, ein Wallrosszahn, Honig, Wachs und hartes Khalengholz
russischer Fund zählte 11 077 Stück. Am häufigsten kamen aus dem Norden. Der Bernstein kam aus den
sind die der Samaniden, welche in Bukhara residirten. Ländern der Rus und Bulgar. Auch Blei, Zinn und
Arabische Schriftsteller bezeugen zunächst eine grosse eiserne Waffen lieferte der Markt von Bulgar. Nach
Sklavenausfubr aus den Ländern der Slaven, die theils dem Norden brachten die Araber Baumwolle und
die Wolga herunter und dann nach Khiwa, theils Seide, Glasperlen und Kaurimuscheln, die man mit
durch das Land der Franken nach Spanien gebracht kufischen Münzen zusammen findet, aber nicht mehr
wurden. Mehrfach werden ihr röthlich blondes Haar westlich der Oder. Ueber die Harpunen zum Wal-
und ihre blauen Augen erwähnt. Ibrahim ibn Jaqub, fischfang berichtet Abu Hamid: Die Kaufleute gehen
Gesandter am Hofe Ottos des Grossen, sagt von Prag: von Bulgar nach dem Land der Ungläubigen Isu und
Waräger und Slaven kommen dahin von Krakau und bringen Schwerter dahin, und kaufen dafür Biber.
aus türkischem Gebiet, Muslims, Juden und Türken Die von Isu verkaufen diese Schwerter am Schwarzen
mit Waaren und Münzgewichten und nehmen dafür Meer für Zobelfelle. Hier werfen die Bewohner die
Sklaven, Zinn und Bleiarten. In der Vita des heiligen Klingen ins Meer, dann lässt Allah für sie einen
Adalbert, der 997 erschlagen wurde, wird erzählt, Fisch herauskommen. Kleinschmidt spricht über
dass er christliche Sklaven den Juden abzukaufen den Krummstab, Krivule, der in Litauen noch von Haus
pflegte. Der hebräische Geograph Benjamin von Tudela zu Haus geschickt wird, um die Gemeindeversammlung
erzählt, dass die Bewohner Böhmens ihre Söhne und zu berufen. Jeder macht einen Kerb hinein. Club
Töchter allen Völkern verkauften. Dasselbe thaten hiess ursprünglich der Vitenstock, der im Stab der
die Bewohner von Russland. Ibn Rosteh, ein Geograph Constabler noch fortbesteht. Der Herrscherstab der
des 10. Jahrhunderts, sagt von den Waräger Russen: Pharaonen, der griechische Hirtenstab, das lateinische
Sie unternehmen Razjas gegen die Slaven, indem sie Pedum, der Vitenstab im Altnordischen sind mit dem
auf Schiffen fahren und dann landen, Gefangene machen Stab des Krive identisch.
und diese nach Khazaran und zu den Bulgaren zum Waldeyer schliesst hierauf die letzte Sitzung
Verkauf bringen. Istakhri berichtet von den Bewohnern mit dem Dank an Alle, die dazu beigetragen haben,
Khiwas: ihr ganzer Reichthum stamme von dem Handel die Versammlung so erfolgreich zu gestalten, an die
mit den Turk und dem Viehbesitz. Man importirt zu Excellenz v. Gossler, den Landesdirector Jäckel, den
ihnen den grössten Theil der slavischen und türkischen Bürgermeister Baumbach, die Localgeschäftsführung.

Uda.

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Jentzsch spricht den Dank für die Herren Vor-
sitzenden aus.
An belehrenden Ausflügen war dieser Congress

ongress besonders reich. Dienstag den 4. August fand ein solcher nach Oliva, am Donnerstag einer nach Hela statt. Am Freitag folgte eine Fahrt nach Marienburg und Elbing. Am Sonnabend ging es nach Panklau und zu den Burgwällen von Dörbeck und Lenz, am Nachmittag nach Cadienen. Am Sonntag begab sich ein Theil der Gesellschaft nach Königsberg. Hier wurden die ersten beiden Tage dem Museum der Alterthumsgesellschaft Prussia und dem ostpreussischen Provinzial - Museum gewidmet, sowie den Bernsteinsammlungen der Herren Sommerfeld, Stantien und Becker. Am dritten Tage fand eine Fahrt nach Palmicken statt, wo der Bernstein bergmännisch gewonnen wird. Am folgenden Morgen fuhren noch Einige über das Seebad Cranz die kurische Nehrung entlang nach Schwarzort, Nidden und Russ.

H. Schaaffhausen.

Preisausschreiben. Herr Albert v. Reinach in Frankfurt a. M., der sich sowohl persönlich mit Geologie beschäftigt, als auch als

die Bestrebungen der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft in hochherziger Weise unterstützt, hat eine Stiftung ins Leben gerufen, aus deren Erträgniss die genannte Gesellschaft soeben einen Preis von 500 Mk. ausschreibt für die beste Arbeit über ein noch nicht veröffentlichtes geologisches Vorkommen aus der weiteren Umgebung Frankfurts.

Die 3. Abhandlung von Band 58 der Nova Acta:
Paul Schreiber: Untersuchung über das Wesen der

sogenannten Bessel'schen Formel, sowie deren
Anwendung auf die tägliche periodische Ver-
änderung der Lufttemperatur. 101. Bogen Text

und 6 Tafeln. (Preis 5 Rmk.) ist erschienen und durch die Buchhandlung von Wilh. Engelmann in Leipzig zu beziehen.

v. Reinach-Stiftung.

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Ein Preis von Fünfhundert Mark soll der besten Arbeit zuerkannt werden, welche ein geologisches Vorkommen des zwischen Aschaffenburg, Heppenheim, Alzei, Kreuznach, Coblenz, Ems. Giessen und Büdingen gelegenen Gebietes behandelt; nur wenn es der Zusammenhang erfordert, dürfen auch andere Landestheile in die Arbeit einbezogen werden.

Die Abhandlungen, deren Resultate noch nicht anderweitig veröffentlicht sein dürfen, sind bis zum 1. October 1893 in versiegeltem Umschlag, mit Motto versehen, an die unterzeichnete Stelle einzureichen. Der Name des Verfassers ist in einem mit gleichem Motto versehenen geschlossenen Couvert beizufügen.

Die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft hat die Berechtigung, diejenige Arbeit, welcher der Preis zuerkannt wird, ohne weiteres Entgelt in ihren Schriften zu veröffentlichen, kann aber auch dem Autor das freie Verfügungsrecht überlassen. Nicht prämiirte Arbeiten werden den Verfassern zurückgesandt.

Ueber die Zuertheilung des Preises entscheidet die unterzeichnete Direction auf Vorschlag einer yon ihr zu diesem Zwecke zu ernennenden Prüfungscommission. Der Entscheid erfolgt längstens bis zum 1. März 1894.

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