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sinnung und es begreift sich, dass XXVIII, 1. khratus vag héus manag hô geradezu als der dem Menschen angeborene Verstand bezeichnet werden kann, man sieht, diese Erklärung ist derjenigen ziemlich ähnlich, welche uns Vd. XIX, 69 Vôhu-manô mit „Mensch“ zu übersetzen lehrt. Aehnliche Stellen, wo Vôhu-manô als blosses Abstractum aufgefasst werden dürfte, sind noch XXIX, 11. XXXII, 2. XXXIV, 14. u. a. m. Daneben ist es aber ganz sicher, dass er auch als persönliches Wesen gedacht wird, z. B. XXVIII, 3. 5. 6. XXX, 8. und an vielen anderen Stellen; Ahura ist sein Vater (XXXI, 8. XLIV, 4.), Ahura befragt sich mit Võhu-mano (XLVI, 3.) an einer Stelle wird sogar der das Vieh bildende Verstand durch Vôhu-manô erklärt (XXXI, 9.). Dass er, wie im übrigen Avesta, als der Herr der Geschöpfe betrachtet wird, erhellt aus verschiedenen Aeusserungen, so ist XXXIV, 3 von den Gütern die Rede, welche von Vôhumanô gepflegt werden, XXXII, 9 von den Gütern des Vôhumano, XXXI, 21. von der Fülle des Vôhu-manô. Im übrigen Avesta wird der Garô-nemâna als die Wohnung des Vôhumano betrachtet, wo er nach Vd. XIX. 102 die ankommenden Seelen der Frommen bewillkommt, ganz so muss auch die Ansicht der Gâthâs sein, denn XXX, 10 ist von einer guten Wohnung des Võhu-mano, XXXIV, 12 von den Pfaden, die Rede, welche dem Vôhu-manô eigen sind. Die Redensart yôi vag héus â manag hô skyêiñtî, welche mit Vôhu-mano zusammen wohnen, findet sich zuerst im Gâthâdialekte (XXXIX, 9) und ist von da erst in das übrige Avesta hinübergenommen worden und zwar sieht man aus der eben angeführten Stelle, dass die Amesha-çpeñtas gemeint sind, welche allerdings im Garô-nemâna wohnend gedacht werden. Wie mit Vôhu-mano so verhält es sich mit seinem nächsten Nachfolger, dem Asha. Dass auch er in den Gâthâs vielfach in Abstractbedeutung vorkommt, lässt sich nicht leugnen und durch zahlreiche Stellen belegen (z. B. XXIX, 11, XXXIII, 10.), Neriosengh übersetzt darum den Namen gewöhnlich durch dharma, Gesetz. Ebenso deutlich ist es aber auch, dass Asha in der Gâthâs ebensogut wie im übrigen Avesta, einen persönlichen Gott bezeichnet (cf. XXVIII, 3. 5. 7. 9. XXIX, 2. XXXI, 3. XLVII, 11. etc.). Von den Pfaden des Asha ist L, 13 die Rede. - Am wenigsten tritt der dritte der Amesha-cpeñtas, der Khshathra genannt wird, in den Gâthâs hervor, als Person tritt er meines Erachtens XXX, 7 und XLVII, 11 hervor, an andern Stellen bedeutet der Ausdruck bloss „Reich" (XXIX, 11. XXXII, 2. XLIII, 6. 7.), an vielen Stellen ist das Wort wohl doppelsinnig cf. XXVIII, 3. XXX, 7. 8. XXXIII, 10. — Ebenso verhält es sich mit dem vierten Amesha-çpenta, der Armaiti. Dass das Wort auch , Weisheit" bedeute, kann nicht zweifelhaft sein cf. XXXII, 2. XXXIV, 9. 10. 11. XXXVIII, 4, (an letzter Stelle steht es sogar im Plural), dann mehreremale in c. XLVI und XLVII, 11. Ebenso gewiss wird aber auch Armaiti als weiblicher Genius dargestellt (XLIV, 4.), XLVI, 2. ist von den Händen der Armaiti die Rede, Stellen wie XXVIII, 3. 7. XXX, 7. XXXI, 9. XXXIII, 11. sprechen auch für ihre persönliche Auffassung. - Dieselbe Darstellung finden wir nun auch wieder bei den beiden letzten der Amesha-cpeñtas, dem Haurvat und Ameretât, welche stets zusammen genannt werden (XXXI, 6. 21. XLIII, 17. 18. XLIV, 5. XLVI, 1. L, 7.) und mit den materiellen Genüssen des Essens und Trinkens in Verbindung stehen in XXXII, 5 (wo hujyâiti wol für baurvat steht) XXXIII, 8, XXXIV, 11. Es scheint, dass diese beiden Genien auch unter dem Namen fçeratu zusammengestellt werden können (XXXIX, 15. L, 3.)

· Die oberste Reihe der Genien ist also in den Gâtliâs ganz dieselbe wie im übrigen Avesta und wird hier in derselben Weise gedacht wie dort. Eben dasselbe lässt sich auch von den übrigen himmlischen Wesen sagen, wenn auch Manche nur selten, Andere gar nicht in diesen Liedern vorkommen. Der Name yazata findet sich meines Wissens nur ein einziges Mal (XLI, 6.). Von den übrigen Genien wird namentlich das Feuer öfter erwähnt und, wie im übrigen Avesta, in genaue Beziehung zu Ahura gesetzt und XXXVI, 9 darf man das Wort „Sohn“ wol unbedenklich ergänzen. Damit steht im Einklange, dass es in der Anrede an Ahura öfter als ,,Dein Feuer“ bezeichnet wird cf. XXXIV, 4. XLII, 4. 9. XXXI, 19. Auch mit Asha, der ja gewöhnlich für den Genius des Feuers gilt, finden wir es in Beziehung gesetzt XXXI, 3. XXXIV, 4. als Beschützer des Zarathustra erscheint es XLV, 7. Das ganze C. XXXVI handelt von seiner Anrufung und dort wird auch schon auf die im übrigen Avesta vorkommenden Beinamen desselben, spénista und urvâzista, Bezug genommen. Ueber die Beziehung des Feuers zum jüngsten Gerichte werden wir später bei der Auferstehungslehre zu sprechen haben. – Das Wasser (apô) findet sich XXXVIII, 7 flg. angerufen, schon Windischmann (Zoroast. Studien p. 99.) hat darauf hingewiesen in wie naher Beziehung die dortige Aufzählung zu der des Bundehesch steht. Die Stierseele (géus urva) finden wir in C. XXIX gleichfalls in strenger Uebereinstimmung mit dem Bundehesch besprochen und XXXIX, 1 wird die Stierseele dem Stierleibe entgegengesetzt, aus leicht begreiflichen Gründen, wenn man die parsische Kosmogonie kennt, denn aus dem Stierleibe sind Pflanzen und Kräuter geschaffen und über die hat Géus urvâ zu wachen. Den Mithra finden wir in dem Gâthâs nicht, doch kommt wenigstens das Wort vor, denn unter mithróibyô (XLV, 4.) können nur die Verträge nicht aber der sie beschützende Gott verstanden werden, wie die Uebersetzungen meinen. Die mit dem Mithra enge.verbundene Pareñdi findet sich einmal (XXXVIII, 6.) erwähnt. Graosha findet sich mehrfach, aber nur XXVIII, 5. scheint damit wirklich ein Gott bezeichnet zu sein, an den Stellen XXXIII, 5. XLIII, 16, XLIV, 5. XLV, 17 ist es wol nom. appell. in der auch im gewöhnlichen Dialekte bekannte Bedeutung,, Gehör, Gehorsam,“ ebenso XLII, 12, nur dass dort ein bestimmter Gehorsam, der des Königs Vistâçpa, gemeint zu sein scheint, die Fravashis werden nur an einer Stelle (XXXVII, 8.) genannt.

Der Gegensatz gegen die Schöpfung des Guten ist in den Gâthâs gleichfalls vollkommen nachweisbar, doch müssen wir uns hier, bei dem kärglichen Material, das uns zu Gebote steht, noch mehr mit blosen Andeutungen begnügen als in den übrigen Schriften des Avesta. Von zwei entgegengesetzten himmlischen Wesen (mainyû) wird bestimmt XXX, 3. 4. XLIV, 2. gesprochen. Den Namen Agorô-mainyus, der schlagende Geist, mit dem er sonst gewöhnlich den Çpeñtomainyus, dem vermehrenden Geiste, entgegengesetzt wird, führt er in den Gâthâs blos einmal XLIV, 2., sonst wird er gewöhnlich der schlechteste (acistô) Geist genannt oder auch böser Geist (dregvão mainyus XXX, 5. XLVI, 4.) auch acistem manô (XXX, 6.) ako mainyus (XXXII, 5.) selbst unter akem manô (XXXII, 5. XLVI, 5.) scheint der oberste der bösen Geister, und nicht der zweite derselben gemeint zu sein, welcher sonst gewöhnlich dem Vôhu-manô entgegengesetzt wird. Die Daêvas als Klasse der bösen Wesen sind den Gâthâs gleichfalls bekannt (XXIX, 4. XXX, 6. XXXII, 3. XLIII, 20. XLIV, 11. XLVII, 1. XLVIII, 4.), nach XXXII, 3. sind sie Abkömmlinge des Akô-manô. Auch die Drujas werden öfter genannt (XXX, 8. 10. XXXI, 1. 4. XXXII, 3. XLIII, 13. 14. XLV, 6. 11. XLVII, 1. L. 10. LII, 6.) persönlich aber wird nur Aêshema hervorgehoben (XXIX, 2. XXX, 6.) der in Avesta sonst als Gegner des Çraosha erscheint, in den Gâthâs aber auch öfter abstract in der Bedeutung „Zorn“ aufzufassen ist (XXIX, 1. XLVII, 7. 12. XLVIII, 4.). Im Gegensatze zu dem Garô-demâna, der Wohnung Ahuras und seiner Geister, haben auch die bösen

Geister eine besondere Wohnung, die in den Gâthâs unter dem Namen drujô-deinâna, die Wohnung der Drujas, erscheint (XLV, 11. L, 14.)

Wie mit der geistigen Welt so ist es auch mit der bekörperten. Der Reine wird auch hier mit dem Namen ashavâ bezeichnet und dem dregvão (was nur lautlich von drvat des gewöhnlichen Dialectes unterschieden ist) entgegengestellt) z. B. XXX, 4.). Das Benehmen des Reinen ist offenbar nach denselben Grundsätzen geregelt wie im übrigen Avesta, von der Reinheit in Gedanken, Worten und Handlungen ist ausdrücklich die Rede (XXX, 3. XXXVI, 13. und ähnlich XLVII, 4.). Den Ackerbau empfehlen verschiedene Stellen (XLV, 4.5, XLVI, 3. XLVII, 5. L, 14.). Auch die Verehrung der Genien wird in derselben Weise geübt wie im übrigen Avesta, es ist oft genug von Opfern die Rede (yaçna XXXIII, 8. XXXIV, 6. 12. XXXV, 27. XLIV, 10. XLIX, 9. LII, 2.) von Preis (vahma XXXV, 20. XLI, 1. XLIV, 6. 7. LII, 2.) von Opfermahlzeiten (myazda XXXIV, 3.) von Festen oder Broten (draona XXXIII, 8.). Der Opferpriester wird ausdrücklich erwähnt (zaotâ XXXIII, 6.). Ebenso ist das Gesetz (daênâ) ein den Gâthâs sehr geläufiger Ausdruck (cf. XXXIII, 13. XXXIV, 13. XL, 3. XLIII, 10. XLIV, 2 u. s. w.), wir hören von Man'thras (XLIII, 14. 17. XLIV, 3. XLIX, 6. L, 8.) ebenso von Man'thrasängern (XLIX, 5. XLI, 12.) von Preisgebeten (çtaotâ XXX, 1. çtaotâ yaçnyâ XXXV, 27 vergl. auch den Ausdruck çtaomi usyâcâ XLII, 8 und gravâo XXXIV, 15.) ganz wie im übrigen Avesta. Dass unter diesen Umständen es Priester gegeben haben müsse, lässt sich mit aller Bestimmtheit schliessen, selbst wenn der Zâota nicht ausdrücklich erwähnt würde. (Die Stelle XLI, 34 ziehen wir absichtlich nicht hieher, da sie vielleicht später ist). Das Wort ratu finden wir XLII, 6. XLIII, 16. gebraucht und nach der ziemlich wahrscheinlichen Tradition haben wir unter déñg-paiti (XLIV,

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