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zuhaben. 1823 zu Pressburg geboren, erhielt Hirschler seine medicinische Ausbildung in Wien. Er schloss sich hier besonders Anton v. Rosas an, der in Wien die Augenheilkunde zu neuem Ansehen gebracht hatte, nachdem ihr Betrieb eine Zeit lang zum Theil aus äusseren Umständen im Niedergange gewesen war. Nachdem Hirschler längere Zeit Assistent v. Rosas gewesen war, ging er 1847 nach Paris, wo er sich vornehmlich Desmarres zum Lehrmeister nahm, der durch besondere Pflege der Chirurgie in der Augenheilkunde das Arbeitsfeld des Augenarztes wesentlich erweitert hatte. In der Desmarres'schen Klinik traf er u. a. mit Albrecht v. Graefe zusammen, der nachmals mit Helmholtz und Donders die Augenheilkunde auf eine neue Grundlage stellte. 1849 kehrte Hirschler in seine Heimath zurück, um sich in Pest als Augenarzt niederzulassen. Die neue Zeit, welche mit der Erfindung des Augenspiegels durch Helmholtz für die Augenheilkunde anbrach, gab Hirschler reiche Gelegenheit zu fruchtbringender Arbeit, zumal er lange Zeit der einzige Augenarzt in Ungarn war. Die Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Untersuchungen veröffentlichte Hirschler zumeist in Graefes Archiv. Hervorzuheben sind die Studien: „Cysticercus in der vorderen Augenkammer", „Ueber Sehstörungen durch Alkohol und Tabak", „Ueber Pigmentablagerung in der Hornhaut". Ohne offizieller Docent zu sein, hat Hirsehler eine sehr ausgiebige Lehrthätigkeit in den Kreisen der ungarischen Aerzte ausgeübt. In Anerkennung seiner wissenschaftlichen Thätigkeit wurde er zum Präsidenten der „Königl. Gesellschaft der Aerzte in Budapest" erwählt. Er hat auch das noch gegenwärtig bestehende Fachblatt „Szemeszet" gegründet und viele Jahre hindurch redigirt.

Am 11. November 1891 starb in Crefekl Dr. med. Kroll, ein hochgeschätzter Augenarzt und langjähriger Mitarbeiter an der Berliner klinischen Wochenschrift, dessen letzte litterarische Arbeit „Ein Beitrag zur Behandlung der Hornhautentzündungen" in der Nr. 40 jener Zeitschrift vom 23. November 1891 veröffentlicht wurde.

Am 13. November 1891 starb in Davos im 63. Lebensjahre der Landesökonomierath Wilhelm Korn, um die sclilesische Landwirthschaft als Schriftsteller, insbesondere als Herausgeber des „Landwii ths" und als praktischer Organisator vielfach verdient.

Am 14. November 1891 starb in Chur der Naturforscher und Arzt Dr. Ed. Killias, 63 Jahre alt. Er war viele Jahre Präsident der naturforschenden Gesellschaft von Glaubünden, naturwissenschaftlicher und Reiseschriftsteller, seit 1865 Kurarzt in Tarasn.

Am 14. November 1891 starb zu Merau im Alter von 74 Jahren Dr. Moritz Kuh aus Brünn, Mitglied des mährischen Landes-Sanitätsraths.

Am 15. November 1891 starb in Paris der frühere Präsident der Academie de medecine und der Association generale des medecins de France, Henry Roger, im Alter von 83 Jahren.

Am 19. November 1891 starb in Petersburg Geheimrath Dr. med. James Schmidt im 83. Lebensjahre. Der Verstorbene gehörte zu den gefeiertsten Aerzten der russischen Hauptstadt. Im Jahre 1809 daselbst geboren, besuchte er das Gymnasium zu Dorpat und die dortige Landesuniversität. Er promovirte am 16. December 1834. Seine zu wissenschaftlichen Zwecken unmittelbar nach beendigtem Studium unternommenen Reisen ins Ausland währten zwei Jahre. Besonders in WTien beschäftigte er sich längere Zeit mit der damals aufblühenden physikalischen Diagnostik unter Scoda. Mit dem Hallischen Philosophen Erdmann stand er im freundschaftlichsten Verkehr. Im Jahre 1852 wurde er Director der mit dem Findelhause verbundenen geburtshülflichen Anstalt, um deren Neubau und Reorganisation er sich die grössten Verdienste erwarb.

Am 22. November 1891 starb in Berlin der auch in weiteren Kreisen bekannte Geheime Medicinalrath Professor Dr. Karl Li man, ausserordentlicher Professor der Medicin an der dortigen Universität. Christian Leopold Karl Liman gehörte ganz und gar Berlin an. Hier den 16. Februar 1818 geboren, hat er hier seine Schulbildung erhalten und hier auch zumeist (daneben in Bonn, Heidelberg, Halle) seine akademischen Studien gemacht, um später als Arzt, Staatsbeamter und Universitätslehrer eine vielseitige Thätigkeit zu entfalten. Bestimmend für Limans äusseren Lebensgang waren seine verwandtschaftlichen Beziehungen zu seinem Oheim Johann Ludwig Casper, unter dessen Leitung Liinan seine Studien machte. Nach ihrer Beendigung wurde Liman, welcher 1842 mit einer Abhandlung über die Zuckerharnruhr promovirte, Caspers Assistent am forensischen Institut. Zugleich ward er ein eifriger Mitarbeiter an Virchows und Leubusehers „Medicinischer Reform". Seine Lehrthätigkeit begann 1861, und als Casper 1864 starb, wurde Liman als Nachfolger desselben Professor für Staatsarzneikunde an der Universität und Mitdirector des forensischen Institutes, sodann noch gerichtlicher Physicus von Berlin. Durch die Vereinigung dieser Aemter war Liman eine ausreichende Unterlage für einen fredeihlichen Unterricht in der forensischen zweibändigen Handbuches der gerichtlichen Medicin von Casper (7. Aufl. 1881/82). Sonst ist noch erwähnenswerth seine durchgängig auf eigenen Erfahrungen beruhende Schrift über „Zweifelhafte Geisteszustände vor Gericht", Berlin 1869. Er übersetzte auch P. Ricords „Briefe über Syphilis", Berlin 1851.

Am 25. November 1891 starb zu Pau der Zoolog Sir Victor Brooke, ein vorzüglicher Kenner der Cervidae, 48 Jahre alt.

Am 26. November 1891 starb im Palais des Erzbischofs von York in Bishopthorpe Dr. Harry Goodwin, der Bischof von Carlisle, der sich durch zahlreiche theologische und einige mathematische Werke bekannt gemacht hat.

Am 26. November 1891 starb in München der Professor a.D. der thierärztlichen Hochschule, Konrad Schreiber, nach kurzem Leiden im 77. Lebensjahre. Der Verstorbene bekleidete viele Jahrzehnte hindurch die Stelle eines Beschlaglehrers an der thierärztlichen Hochschule.

Am 27. November 1891 starb in Neerpelt, im belgischen Limburg, der in den landwirthschaftlichen Kreisen des In- und Auslandes gefeierte Chef-Ingenieur Keelhoff im Alter von 74 Jahren, eine Autorität auf dem Gebiete der Bewässerungskunst. Sein epochemachendes Werk war „Traite des irrigations". Er erfand auch einen iür die Landwirtschaft wichtigen Apparat, welcher genau die von dem Erdboden aufgesaugte Wassermenge angiebt.

Am 28. November 1891 starb in der Irrenanstalt Eichberg der Geheime Medicinalrath Dr. Johann Anton II e 1 w i g. Der Verstorbene hatte sich um seine Vaterstadt Mainz und um das Verpflegungswesen im Kriege 1870,71 verdient gemacht.

Am 28. November 1891 starb in Neapel der Professor der Chirurgie Palasciano im 76. Lebensjahre. Wir verdanken ihm zahlreiche und anerkannte Arbeiten aus den verschiedensten Gebieten der Chirurgie.

Am 29. November 1891 starb in Bonn der Ohrenarzt Professor Friedrich Eugen Weber-Liel, der bis zum Jahre 1884 in Berlin thätig war. Er war 1832 geboren und gelangte 1858 zur Promotion. Bereits 1863 gründete er in Berlin eine öffentliche Heilanstalt für Ohrenkranke, 1872 habilitirte er sich als Privatdocent an der Universität. In dieser Stellung verblieb er bis 1884, wo er als Professor nach Jena berufen wurde. Von seinen wissenschaftlichen Arbeiten ist an erster Stelle diejenige über die Durchschneidung der Sehne des Musculus tensor tympani zu nennen, die Weber 1874 veröffentlichte, ferner seine Schrift „Leber das Wesen und die Heilbarkeit der häufissten

Seine klinischen Beobachtungen legte er in der 1867 begründeten „Monatsschrift für Ohrenheilkunde" nieder. Den technischen Apparat des Ohrenarztes bereicherte er durch ein Ohrenmikroskop, welches das Trommelfell 15 mal vergrössert zeigt. Weber legte schon 1885 aus Gesundheitsrücksichten seine Professur nieder und nahm seinen Wohnsitz in Wiesbaden, später in Bonn.

Am 29. November 1891 starb in München Professor Franz Christoph v. Rothmund, der Nestor der deutschen Chirurgen. Geboren am 28. December 1801, promovirte er 1823 in Würzburg mit einer Schrift über die Mundsperre; 20 Jahre später trat er in die akademische Laufbahn ein, und zwar alsbald als Professor, nachdem er zuvor praktischer Arzt und Gerichtsai-zt gewesen war. Er wurde Director der chirurgischen Klinik, Obermedicinalrath, und als er in den Ruhestand trat, Geheimer Rath. Von seinen wissenschaftlichen Arbeiten sind die Studien über Bruchoperationen hervorzuheben: 1854 bearbeitete er für den Bericht über die Münchener Ausstellung das Capitel „Chirurgische Instrumente". Später beschäftigte er sich vielfach mit Fragen, welche mit der Chirurgie nicht in directem Zusammenhange stehen, u. a. schrieb er über die Todesstrafe.

Am 30. November 1891 starb in Pest der Ethnograph Paul Hunfalvy (ursprünglich Hundsdorfer). Der Verstorbene trat 1869 eine Studienreise nach Finnland an, und eine Reihe bahnbrechender Werke, die „Vogelsprache von Konda", „Die Sprache der Ostjaken", waren die Resultate derselben. Sein ethnographisches Hauptwerk ist das im Jahre 1876 von der Akademie herausgegebene Buch „Magyarorszag ethnographiäja".

Im November 1891 starb der Director der Ecole nationale d'horticulture de Versailles, A. Hardy.

Am 1. December 1891 starb in Berlin im Alter von 78 Jahren der Generalarzt a. D. Dr. Alexander Ochwadt. Seiner Stellung entsprechend beziehen sich die Schritten des Verstorbenen durchweg auf die Kriegschirurgie und die Militärhygiene. Seine Dissertation handelte über den Veitstanz; das nächste Buch „Kriegschirurgische Erfahrungen auf dem administrativen und technischen Gebiete während des Krieges gegen Dänemark" erschien 1865, das letzte (1879) handelte über das Kriegsheilwesen im Einklänge mit der Cultur und Entwickelung der Civilisation und Humanität. Besonders zu nennen sind noch Ochwadts Untersuchungen über Kanalisation, in welchen er sich im Gegensatz zu der Mehrzahl der Hygieniker wider die Rieselwirthschaft aussprach.

Anfann December 1891 starb in StuttStart Staats

Anfang December 1891 starb in Paris der Professor an der medicinischen Klinik, Dr. Ernest Bouchut, geboren am 16. Mai 1818. Die Anzahl der von ihm verfassten Schriften, bei denen die casuistischen Mittheilungen aus dem Gebiete der Kinderheilkunde überwiegen, beläuft sich auf weit über hundert. Genannt seien hier nur „Tratte des maladies des nouveau-ues" (7. Aufl., Paris 1879), „Hygiene de la premiere enfauce" (ebenfalls in 7. Aufl. Paris 1879 erschienen), „Nouveaux el^ments de pathologie generale" (4. Aufl. 1882), „Tratte de diagnostic et de semeiologie".

Anfang December 1891 starb der französische Chirurg Leon Tripier, seit 1877 Professor der operativen Chirurgie und seit 1882 Professor der chirurgischen Klinik an der Universität Lyon. Auch hielt der Verstorbene Vorträge über Anatomie an der Ecole des Beaux Arts. Bekannt sind seine Untersuchungen über die recurrirende Sensibilität und über die Entstehung der Rhachitis, sowie seine Beiträge zu dem Dictionnaire encyclopedique des sciences medicales.

Am 2. December 1891 starb zu Bunkerhill (Illinois), wo er seit langer Zeit wohnte, im Alter von 97 Jahren der ehemalige Professor an der landwirtschaftlichen Akademie in Eldena bei Greifswald, Heinrich Gildemeister. Derselbe war in Bremen geboren und gehörte derselben Familie an wie der Orientalist Johann Gildemeister und der durch seine Uebertragungen Shakespeare'scher Dramen und der Werke Byrons bekannte Bremer Senator Otto Gildemeister. Der fern vom Vaterlande Verstorbene soll das letzte Mitglied der hanseatischen Legion von 1813 und 1814 gewesen sein.

Am 2. December 1891 starb in London der Botaniker Mr. Geo. J. Bettany, bekannt durch seine biographischen Arbeiten, auch über Darwin, im 42. Lebensjahre. Mit Professor Parker hatte er das Buch „On the Morphology of the Skull" herausgegeben.

Am 3. December 1891 starb in Triest der k. k. Bergrath Anton Hanke im 51. Lebensjahre. Dem Verstorbenen verdankt man hauptsächlich, dass die Erforschung des unterirdischen Laufes der Reka bei St. Canzian so grosse Fortschritte gemacht hat.

Am 6. December 1891 starb der Conchyliolog Dr. John Clarkson Jay, 84 Jahre alt, bekannt durch den Katalog seiner prachtvollen Sammlung zu Rye, Westchester County, New York.

Am 7. December 1891 starb in Bonn im Alter von 69 Jahren Professor Moritz Freytag, Docent Her Chemie an der landwirtschaftlichen Akademie zu

Am 9. December 1891 starb in Beaumaris der frühere langjährige Generaldirector der geologischen Landesaufnahme von England, Sir Andrew Crombie Ranisay, geboren in Glasgow im Jahre 1814. Sein bekanntestes Werk ist „Die physikalische Geologie und Geographie von Grossbritannien".

Am 11. December 1891 starb in Sydney Sir William Maclay, ein für die Wissenschaft in Australien sehr verdienter Mann. Er war besonders auf dem Gebiete der Entomologie thätig und entsandte im Jahre 1874 auf eigene Kosten eine Expedition nach Neu-Guinea, die von bedeutendem Erfolg gekrönt war. Er war auch erster Präsident der australischen Linaus- und entomologischen Gesellschaften.

Am 11. December 1891 starb in Brüssel der berühmte belgische Chemiker Jean Servais Stas. Derselbe hat auf den Entwickelungsgang der modernen Chemie mehrfach bestimmend eingewirkt. Insbesondere haben seine mit Jean Baptiste Dumas (gest. 1884) gemeinsam betriebenen Untersuchungen die theoretische Chemie wesentlich beeinflusst. In Frage kommen hier die folgenden Arbeiten von Dumas und Stas: „Memoire sur les types chimiques" (1840), „Recherches sur le veritable poids atomique du carbone" (1841), „Note concernant l'action des alcools sur les alcalis". Besonders verdienstlich waren seine genauen Analysen, durch welche er William Pronts irrige Hypothese beseitigte, nach der der Wasserstoff die Urmaterie sein sollte, durch deren verschiedenartige Condensation die übrigen Grundstoffe entständen. Von Haus aus Arzt, hat Stas auch vielfach die medicinische Chemie befördert und die Methoden der gerichtlichen Chemie verbessert. Der Hygieine zu gute kamen seine Analysen der Luft von Brüssel; sehr ausgiebig hat sich Stas mit der Ermittelung der Atomgewichte beschäftigt. Er bekleidete die Professur der Chemie an der Militärakademie in Brüssel. Er erreichte ein Alter von 78 Jahren.

Am 14. December 1891 starb auf seiner Besitzung Dobritz in Anhalt der Kammerherr von Kalitsch, Mitglied des anhaltischen Landtages und Präses des anhaltischen Landwirtschaftlichen Centraivereins. Der Verstorbene war überdies einer der grösseren Grundbesitzer Anhalts.

Am 14. December 1891 starb in Brüssel der bekannte Dendrolog Jean van Volxem.

Am 15. December 1891 starb zu Amboise der Zoolog L. F. Heron-Royer, lange Jahre hindurch Schatzmeister der Societe zoologique de France, im Alter von 56 Jahren.

Mitte December 1891 starb in London Sir James

Am 21. December 1891 starb in Königsberg i. Pr. der Privatdocent für Dermatologie und Laryngologie Dr. med. Paul Michelson an einem Darmleiden. Geboren 1846 in Königsberg, promovirte er 1868 mit der Dissertation „Zur Histologie der Vater-Pacini'schen Körperchen". Von seinen weiteren Schriften seien erwähnt „Ueber Herpes tonsurans und Area Celsi" (Samml. klin. Vorträge von Volkmann 1877), „Zum Kapitel der Hypertrichosis" (Virchows Archiv 1885), „Anomalieen des Haarwachsthums und der Haarfärbung" (1884), „Ueber Nasensyphilis" (1888), „Ueber einige seltenere Znngcnkrankheiten" (Berliner klin. Wochenschrift 1890).

Am 23. December 1891 starb in Petersburg der frühere Arzt am St. Petersburger Nicolai-Kinderhospital Rudolf v. Rück er, in den dortigen Kreisen wegen seiner uneigennützigen und aufopfernden Thätigkeit einer der beliebtesten und angesehensten Hospitalärzte. Geboren war er am 21. August 1850 zu Fellin in Livland.

Am 27. December 1891 starb in Hamburg der Chirurg Dr. Karl Goldschmidt, früher Oberarzt am allgemeinen Krankenhause.

Am 28. December 1891 starb in Reval das ehemalige Stadthaupt desselben, Alexander Baron Uexküll. Der Verstorbene ist auch in Deutschland durch seine naturwissenschaftlichen und insbesondere ethnographischen Schriften (Ueber Gräberfunde in Thüringen) in weiteren Kreisen bekannt, geworden. Ursprünglich in Ruesland thätig, legte er 1871 alle seine dortigen Aemter nieder, siedelte nach Koburg über und gründete hier einen Zweigverein des internationalen anthropologischen Vereins. 1877 kehrte er in sein Vaterland zurück und trat an die Spitze der städtischen Verwaltung von Reval, wo er eine sehr erfolgreiche Thätigkeit entfaltete. 1885 musste er indess wegen eines Herzleidens sein Amt wieder niederlegen. In ganz Livland und Esthland war Baron Uexküll seiner persönlichen Liebenswürdigkeit und seines ehrenfesten Charakters wegen allgemein bekannt und beliebt.

Am 30. December 1891 starb in Paris Louis Alfred Richet, Professor der Chirurgie. Kr war am 16. März 1816 in Dijon geboren und, nachdem er an verschiedenen Paiiser Krankenhäusern gewirkt hatte, im Jahre 1864 zum Professor der chirurgischen Klinik ernannt worden. Von seinen Schriften sind erwähnenswert!): „Traite pratique d'anatomie medicochirurgiqne" (1855—57: 4. ed. 1865; 1873 av. pl.), „Memoire sur les tumeurs blanches" (1853, 4.) und die von der Akademie 1851 mit dem grossen Preise gekrönten „Recherches sur les tumeurs vasculaires

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Am 31. December 1891 starb in Pest der Oberstudiendirector Ferdinand Lutter, hervorragend als Mathematiker und Pädagog. Am 3. September 1820 zu Ber im Neograder Comitat geboren, vollendete er seine Gymnasialstudien in Leva, wo er später auch als Professor wirkte. Nach Ofen kam er 1846, wo er den von Eötvös errichteten mathematischen Mustercursus leitete, 1860/61 übernahm er die Direction des Ofener Universitäts-Gymnasiums. Man verdankt ihm eine Reihe mathematischer Fachwerke und Lehrbücher.

Ende December 1891 starb in Graz der Director des Krankenhauses Professor E. Lipp. Er hinterliess sein ganzes hunderttausend Gulden betragendes Vermögen dem deutschen Schulverein.

Im December 1891 starb in Gussewa (Gouv. Wladimir, Russland) an der Influenza der Stabsarzt Hermann Scholz, 79 Jahre alt, nachdem er dort 37 Jahre hindurch praktisch thätig gewesen war. Neben der Medicin beschäftigte er sich noch mit Botanik, Chemie und Philosophie.

Am 2. Januar 1892 starb in Kopenhagen der bekannte Geograph Professor Eduard Er sie v.

Am 2. Januar 1892 starb in Mariahof in Obersteiermark der berühmte Ornitholog P. Blasius Hanf, Pfarrer dortselbst und Conventuale des BenedictinerOrdens in St. Lamprecht., nach längerem Leiden, geboren am 30. October 1808. In der Einsamkeit der Pfarre Mariahof konnte er seinem Lieblingsstudium, der Ornithologie, gänzlich nachhängen, und die Gegend am Furthteich war das richtige Terrain hierfür. Hier erlegte er über tausend verschiedene Exemplare aller Arten von Vögel, die er präparirte und die den Grundstock seiner herrlichen, weit und breit bekannten Vogelsammlung bilden. Seine Sammlung war so begehrenswerth, dass sie selbst vom Kronprinzen Rudolf gern käuflich erworben worden wäre, wenn er sie überhaupt weggegeben hätte.

Anfang Januar 1892 starb in Stockholm der frühere Generaldirector des Gesundheitscollegiums, Professor Dr. Berlin.

Anfang Januar 1892 starb in London Dr. J.Wood, Professor der Chirurgie am Kings-College.

Anfang Januar 1892 starb in Bombay der ausgezeichnete Linguist Eduard Rehatsek im 73. Lebensjahre. 1819 in Ungarn geboren, kam der Entschlafene im Jahre 1847 nach Bombay, wo er seinen dauernden Wohnsitz nahm. Er war Professor der Mathematik am Wilson College und Examinator an der Universität für Persisch und Arabisch. Herr Rehatsek übersetzte das Werk „Rauzat-us-Safa" für

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Am 3. Januar 1892 starb in Breslau der Geh. Regieruugsrath, Professor der Mathematik Dr. Heinrich Eduard Schroeter, M. A. N. (vergl. p. 3). Geboren am 8. Januar 1829 zu Königsberg i. Pr., studirte er daselbst von 1848—1850, darauf bis zum Jahre 1852 in Berlin. Er promovirte 1854 in Königsberg mit einer Dissertation de aequationibus modularibus. Im folgenden Jahre habilitirte er sich in Breslau als Privatdocent für Mathematik und wurde bereits 1858 zum ausserordentlichen und 1861 zum ordentlichen Professor ernannt. Correspondirendes Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften wurde er 1881. Die meisten seiner zahlreichen mathematischen Abhandlungen sind in Crelle's Journal und den Mathematischen Annalen erschienen, selbständig die Schrift „Ueber die Entwickelung der Potenzen der elliptischen Transcendenten & und die Theilung dieser Functionen", ISreslau 1855; feiner „Theorie der Oberflächen 2. Ordnung und der Raumcurven 3. Ordnung als Erzeugnisse productivischer Gebilde", Leipzig 1880. Auch war Schroeter der Fortsetzer der zweiten Auflage von Steineis Vorlesungen über synthetische Geometrie, Leipzig 1876.

Am 4. Januar 1892 starb in London der Astronom Sir George Biddell Airy, geboren am 27. Juli 1801 zu Alnwick in Northumberland. Seine akademische Laufbahn hatte er als Professor der Astronomie und Physik in Cambridge begounen, von wo er 1836 nach London berufen wurde, um als „Astronomer royal" die Leitung der Sternwarte zu Gleenwich bis 1881 zu übernehmen. Bereits 1826 veröffentlichte er seine wichtigen „Mathematical Tracts on the Lunar and Planetary Theories", 1838 einei> „Catnlogue of circumpolar stars"; 1886 „Numerical lunar theory". Ausser seinen zahlreichen astronomischen Arbeiten schrieb er auch mathematische, meteorologische und physikalische Werke, die zum Theil ins Deutsche übersetzt wurden.

Am 5. Januar 1892 starb in Brixtou der Professor der Chemie Dr. Albert. James Bernays an der Bronchitis. Im Jahre 1823 in London geboren, hatte er im King's College und später auf der Universität Giessen Chemie studirt und in der letzteren Stadt auch promovirt. Er war Verfasser zahlreicher werthvoller chemischer Werke.

Am 5. Januar 1892 starb in Gent plötzlich im 46. Lebensjahre der Chemiker Professor Dubois an der Influenza. Der Verstorbene hat an der Universität Gent Materia medica docirt.

Am 7. Januar starb in Wien Ernst Wilhelm

des genialen Meisters Johannes Müller geschieden, zu dessen begeistertsten Anhängern er neben noch jetzt lebenden Koryphäen wie Virchow, Helmholtz, Du BoisReymond u. a. gehörte. Er war ein Sohn des Porträtund Historienmalers Johauu Gottfried Brücke, geborener Berliner, und erhielt auch in dieser Stadt mit Ausnahme eines nur kurzen Studienaufenthalts in Heidelberg seine ganze akademische Ausbildung; noch sehr jung, wurde er Assistent von Johannes Müller am Museum für vergleichende Anatomie, 1846 Lehrer der Anatomie an der Berliner Kunstakademie und folgte dann im Alter von erst 28 Jahren — er war am 6. Juni 1819 geboren — einem Rufe als ordentlicher Professor der Physiologie an die Universität Königsberg. Hier konnte Brücke naturgemäss nicht lange bleiben. Seiue reichen Gaben verlangten ein weiteres Feld für seine Forschungen und seine sehr ausgedehnte wissenschaftlichlitterarische Thätigkeit, und so sehen wir denn den bald berühmt gewordenen Gelehrten bereits nach Jahresfrist an der alten angesehenen Wiener Facultät, zu deren Zierden er neben Hyrtl, Skoda, Rokitansky Oppolzer, Hebrn, Dumreicher, Schuh und Arlt gehörte. Hier ist er bis an sein Lebensende geblieben. Bekanntlich besteht in Oesterreich die Verordnung, dass die akademischen Lehrer, ähnlich wie in Frankreich die Generale, mit Erreichung des 70. Lebensjahres in den Ruhestand treten müssen. Brücke hatte diese Altersgrenze bereits im Sommer 1889 erreicht; aber trotz eifrigsten Bemühens war es nicht möglich, einen würdigen Nachfolger für den greisen Gelehrten zu finden, und so setzte er denn auf besonderen Wunsch der österreichischen Unterrichtsverwaltung seine Lehrthätigkeit noch ein Jahr lang fort, aus der er im vorigen Jahre nach 41jähriger erfolgreichster Wirksamkeit schied. Trotzdem blieb er litterarisch weiter thätig, denn noch vor wenigen Monaten erschien sein letztes physiologisch-anthropologisches Werk über die Schönheitsfehler der menschlichen Gestalt. Seine wissenschaftlich-litterarische Thätigkeit war überhaupt eine sehr reiche. Bereits 1847 erschien sein erstes grösseres Werk, eine vorzügliche „Anatomische Beschreibung des Augapfels", auf Grund deren er die Berufung nach Königsberg erhielt. Bekannt sind auch seine Werke „Ueber Ergänzungen und Contrastfarben", über „Physiologie der Farben für die Zwecke der Kunstgewerbe bearbeitet", und die geistvolle Schrift über die „Theorie der bildenden Künste", eine physiologische Begründung des Wesens der Künste. Bahnbrechend wirkten namentlich seine „Grundzüge der Physiologie und Systematik der Sprachlaute", welchen

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